Ausstellung zum Weltmädchentag im Rathaus

Ob Fußball oder Berufswelt – „wir sind stark, können alles“

Ulla Hartmann-Eggers (links) vom Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe, der in Achim die Jugendarbeit betreibt, und Dr. Angelika Saupe, Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt, eröffneten gestern die Ausstellung im Rathausfoyer. - Fotos: Mix

Achim - Mädchen sind in vielen Ländern gegenüber Jungen benachteiligt. In der Schule oder auf dem Fußballplatz haben sie häufig nach Meinung von Mächtigen in Politik, Gesellschaft und Familie „nichts verloren“. Junge Migrantinnen machen auf diese Missstände in ihrer Heimat in einer Ausstellung im Achimer Rathaus aufmerksam. Aber auch deutsche Mädchen sehen die Gleichberechtigung hierzulande längst noch nicht als verwirklicht an. Die Ausstellung wurde am gestrigen Weltmädchentag eröffnet – ohne Mädchen.

Was die Berichterstatter beim Pressetermin wunderte. „Bei diesem Termin in den Herbstferien war es schwierig, dass Mädchen heute hier dabei sind“, begründete Dr. Angelika Saupe, Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Achim, das gänzliche Fehlen der jungen Künstlerinnen mit politischer Botschaft.

Immerhin 36 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren hatten nach Angaben von Projektinitiatorin Ulla Hartmann-Eggers vom Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa), der die Jugendarbeit in Achim betreibt, in den vergangenen Wochen 11 großformatige Stoffbanner gestaltet. Die bemalten und beschrifteten Werke werden in dieser Woche an der Galerie im Rathausfoyer präsentiert.

Fabriziert haben sie junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Neben einheimischen Mädchen mischten dabei laut Hartmann-Eggers zum Beispiel auch Migrantinnen aus der Türkei und weibliche Flüchtlinge aus Syrien mit.

Und dabei wurde nicht nur kreativ der Malstift eingesetzt, sondern auch eifrig diskutiert. „Warum Weltmädchentag?“ „Was ist uns wichtig?“ „Was wollten wir schon immer mal öffentlich sagen?“ „Was bedeutet Mädchensein in Deutschland, und welche Rechte haben Mädchen in anderen Ländern?“ Es stellten sich viele Fragen. Auf einen Großteil hätten die 8- bis 16-Jährigen eigene Antworten gehabt, berichtet Ulla Hartmann-Eggers.

So hätten sich aus dem Ausland Zugewanderte überrascht gezeigt, dass Mädchen in Deutschland Fußball spielen (dürfen). Sämtliche Projektteilnehmerinnen hätten das aber gut gefunden. Und warum sollten sie später die gut bezahlten Berufe und Positionen nur den Männern überlassen? Tenor bei den Mädchen sei gewesen: „Wir sind stark, wir können alles.“

Hartmann-Eggers, die bei dieser Mitmachaktion des Emma-Mädchenmobils von ihren Sofa-Kolleginnen Regina Bade, Jasmine Dahoud und Inke Stahl unterstützt wurde, ist zufrieden. „Die Ergebnisse“, sagt sie, „können sich sehen lassen und regen zum Nachdenken an.“

Saupe sieht ihre Geschlechtsgenossinnen nach wie vor im Hintertreffen. Hierzulande vor allem bei der Bezahlung und der Hausarbeit, „global betrachtet in Bezug auf Bildung und Ausbildung, aber auch Gesundheit“. Der 11. Oktober sei im Dezember 2011 von den Vereinten Nationen zum internationalen Mädchentag erklärt worden, um hiermit die Benachteiligung und Diskriminierung von Mädchen weltweit in den Fokus zu rücken und gemeinsam gegen diese anzukämpfen. - mm

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