„Frühkindliche Bildung nur mit dritter Kraft“

Dörte Liebetruth zu Besuch in Achimer Kita

Meinungsaustauch in der Kita St. Matthias: Leiterin Regina Gürlich (rechts) sprach mit (von rechts) Cornelia Schneider-Pungs, Dörte Liebetruth, Marga Wolf, Wilfried Hirschmann und Tobias Buse.
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Meinungsaustauch in der Kita St. Matthias: Leiterin Regina Gürlich (rechts) sprach mit (von rechts) Cornelia Schneider-Pungs, Dörte Liebetruth, Marga Wolf, Wilfried Hirschmann und Tobias Buse.

Achim – Frühkindliche Bildung ist in aller Munde. Nicht wenige Eltern wollen, dass ihr Nachwuchs schon im Vorschulalter lesen, schreiben, rechnen und am besten auch noch die englische Sprache lernt. Doch wie sollen das zwei Erzieherinnen in einer Gruppe mit 25 Kindern bewältigen, die ohnehin schon oft mit verhaltensauffälligen Sprösslingen zu kämpfen haben?

Eine dritte Kraft muss her, fordern viele Eltern und Kita-Verantwortliche. Was natürlich Geld kostet. Und in einem Land, in dem Erzieherinnen und die wenigen Erzieher kein hohes Ansehen genießen und mäßig bezahlt werden, ist Personal eher Mangelware. Aber immerhin hat die Politik das Problem inzwischen erkannt.

In der katholischen Kindertagesstätte St. Matthias in Achim hat die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth ihren roten Rucksack bei ihrer diesjährigen „Tour der Ideen“ ein- und ausgepackt. Im Mittelpunkt ihres Gesprächs mit Kita-Leiterin Regina Gürlich, dem Vorsitzenden des Stadtelternrates der Achimer Kitas, Tobias Buse, Marga Wolf als Verantwortliche des Trägers im Pastoralrat der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias, Cornelia Schneider-Pungs, Stadtratsmitglied und Bürgermeisterkandidatin, sowie dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Wilfried Hirschmann stand zunächst das kürzlich vom Landtag verabschiedete „Niedersächsische Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege“, heißt es in einer Pressemitteilung der Abgeordneten.

Anschließend tauschten sich die Beteiligten über Ideen aus, welche Konsequenzen mittel- und langfristig aus der großen Bedeutung frühkindlicher Bildung für den weiteren Lebensweg gezogen werden sollten. Wie die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Achim und Kitas in freier Trägerschaft wie St. Matthias noch verbessert werden könnte, wollte Schneider-Pungs wissen.

Eingangs packte Dörte Liebetruth ihren roten Rucksack aus: Das neue Gesetz greife eine wichtige Anregung auf, die Regina Gürlich, Tobias Buse, andere Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher ihr im Frühjahr als Forderung an die Landespolitik mit in ihren roten Rucksack gegeben hätten, erläuterte die Sozialdemokratin: „Ihnen war es wichtig, dass in dem neuen Gesetz konkrete Schritte hin zu einer Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels gegangen werden.“

Der Gesetzentwurf der rot-schwarzen Landesregierung vom März 2021 sei vom Landtag auf diese Anregung und ähnliche Hinweise hin noch deutlich verbessert worden. „Mit dem neuen Kita-Gesetz haben wir nun einen Fahrplan für die Einführung der dritten Kraft in den Kitas.“ Ziel sei es, die Mindeststandards für den Fachkraft-Kind-Schlüssel – also die Qualität der Betreuung in den Kitas – schrittweise zu verbessern. Die ersten beiden Stufen sind nun Teil des Gesetzes. Stufe eins fördert die Schaffung von mindestens 2 000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen ab dem 1. August 2023. In der zweiten Stufe greift die volle Finanzierung von Drittkräften mit maximal 20 Wochenstunden ab 1. August 2027 in allen Ganztagskindergärten mit 19 oder mehr belegten Plätzen.

Regina Gürlich gab Liebetruth mit auf den Weg, dass sie sich eine weitere Entlastung von Kita-Leitungen wünsche, die über die im neuen Kita-Gesetz verankerten Mindeststandards hinausgehe. Neu mit in den roten Rucksack bekam die Landtagsabgeordnete von Tobias Buse auch die Idee, alle Kita-Erzieherinnen und Erzieher in den Landesdienst zu übernehmen. Das müsse die Konsequenz aus der enormen Bedeutung der frühkindlichen Bildung für den weiteren Lebensweg von Kindern sein, so Buse. Dörte Liebetruth fand das überzeugend, machte aber gleichzeitig deutlich, dass bis zu Umsetzung dieser Idee „sehr dicke Bretter gebohrt werden müssten“.

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