Stadt legt Baumförderprogramm auf

Frischluftfabrik für Achimer Klima

Diese kapitale Blutbuche, eine Unterart der Rotbuche, prägt seit Jahrhunderten das Bild auf dem Friedhof am Rathauspark.
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Diese kapitale Blutbuche, eine Unterart der Rotbuche, prägt seit Jahrhunderten das Bild auf dem Friedhof am Rathauspark.

Achim – Grüne Riesen leisten in der Summe einen riesigen Beitrag für saubere Luft und ein gesundes Klima. Bäume schützen aber auch das Erdreich vor Erosion, geben zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, Menschen spenden sie mit ihrem Blätterdach Schatten, und viele erfreuen sich einfach an ihrem Anblick. Diesen vielfältigen, unermesslichen Wert für die Umwelt gilt es zu erhalten und am besten noch auszubauen, fordern nicht nur Naturfreunde.

Kommunalpolitiker wollen nun ein „Förderprogramm für ortsbildprägende Bäume in der Stadt Achim“ auflegen. Darüber befindet der Ratsausschuss für Bauunterhaltung in seiner öffentlichen Sitzung am Montag, 21. Juni, um 17 Uhr im Ratssaal.

Die Gruppe SPD/Mindermann im Rat der Stadt Achim hatte solch ein Programm beantragt, was mehrheitlich befürwortet wurde. In diesem und im kommenden Jahr stehen jeweils 10 000 Euro an Haushaltsmitteln für diesen Zweck zur Verfügung.

„Neben den beantragten Zuschüssen für die Erhaltung / Pflege von ortsbildprägenden Bäumen wird auch die Anpflanzung von Jungbäumen auf Privatgrundstücken gefördert“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung, die das Förderprogramm erarbeitet hat. Vorgesehen ist zudem, dass diese nach Ende des Förderzeitraums einen Erfahrungsbericht erstellt und die Politik anschließend über die Fortführung des Projekts berät.

„Vielfach prägen alte und große Bäume das Ortsbild der Stadt Achim. Gerade diese ökologisch sehr wertvollen Gehölze leisten einen großen Beitrag zum Erhalt der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und verbessern als Frischluftfabrik das Ortsklima“, heißt es in der Präambel des Förderprogramms. Durch den Klimawandel mit zunehmenden sommerlichen Hitzetagen und vermehrten Stürmen gewinne ihre Ausgleichswirkung noch an Bedeutung.

Gefördert werden laut dem Programm auf Grundstücken im Eigentum natürlicher und juristischer Personen des privaten Rechts ortsbildprägende Bäume, die angrenzend an öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen, Sport- und Spielflächen wachsen, mit einem Stammumfang von mindestens 150 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe über dem Boden beziehungsweise direkt unter dem Kronenansatz, wenn dieser tiefer liegt. Bei der Hainbuche muss der Umfang des Stamms nur einen Meter betragen. Die gleichen Bestimmungen gelten auch für „sonstige ortsbildprägende Bäume“. Geld aus öffentlicher Kasse gibt es nur für einheimisches Laubgehölz. Gefördert werden folgende Baumarten: Stieleiche, Traubeneiche, Linde, Rotbuche, Hainbuche, Spitzahorn, Bergahorn, Feldahorn, Platane, Ulme, Walnuss, Esche und Roßkastanie.

„Die Stadt gibt einen Zuschuss für Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der Baumgesundheit und die Beseitigung von Gefahren zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit“, heißt es im Programm weiter. All das sei fachgerecht auszuführen. Den Nachweis hierüber hat die beauftragte Firma gegenüber der Stadt mit der Rechnung vorzulegen. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent der Kosten. Bei begründetem Zweifel zur Verkehrssicherheit ortsbildprägender Bäume übernimmt die Stadt auf vorherigen Antrag 75 Prozent der nachgewiesenen Kosten eines Gutachtens. Dafür wird ein vereidigter Sachverständiger eingesetzt.

Anträge sind bei der Stadt schriftlich mindestens 14 Tage vor einer Maßnahme zu stellen. Sie sollen Angaben zu Baumart, ungefährer Größe, Standort, Gründe und Eigentümer sowie der voraussichtlichen Kosten enthalten. Die Zuschusshöhe richtet sich im Regelfall nach dem günstigeren Angebot.

Fördergelder werden nach Bedeutung der ortsbildprägenden Bäume und nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel gewährt. In der Regel wird pro Grundstück und Jahr maximal eine Maßnahme pro Baum bezuschusst.

Die Stadt fördert darüber hinaus standortgerechte Neuanpflanzungen. Hierzu verteilt die Stadt im Herbst auf Antrag maximal drei heimische Laubbäume an Privateigentümer, die ein Pflanzbeet von jeweils mindestens zehn Quadratmetern vorweisen müssen. „Die Förderung erfolgt in der Erwartung, dass die Bäume auf Dauer erhalten werden. Der Eigentümer verpflichtet sich hierzu durch eine schriftliche Vereinbarung mit der Stadt Achim“, lautet ein weiterer Programmpunkt. Sofern geförderte Bäume gefällt werden, behält sich die Kommune das Recht auf Rückforderung der Fördersumme vor.

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