Noch vor Ende der Bauarbeiten

„Das ist gefährlich“ - Kritik an neuem Schutzstreifen entlang der Uesener Feldstraße

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Der Schutzstreifen endet, aber für Radler gilt weiter: Sie müssen auf der Straße fahren.

Achim - Die Bauarbeiten an der Uesener Feldstraße sind voraussichtlich schon Anfang Oktober beendet. Doch an der bereits fertiggestellten Verkehrsführung gibt es erste Kritik. Stein des Anstoßes ist der „Radweg“, der aus Richtung Desma bis kurz vor die neue Querungshilfe beim Rewe-Markt führt und dort plötzlich endet. „Das ist gefährlich, vor allem für Schulkinder“, finden Anwohner.

Das sieht auch der Achimer Ralph Spill so. „Auf dem Weg zur Arbeit radle ich täglich dort entlang. Dabei habe ich mich zunächst über die neue Markierung auf der Fahrbahn zwischen Desmastraße und Uesener Kreuzung gefreut“, berichtet er. Allerdings habe er schnell zwei Probleme bemerkt: Die Autos hätten weniger Platz und würden dicht an der Linie und darüber hinwegfahren. „Autofahrer dürfen den Schutzstreifen sogar überfahren, wenn der Radverkehr dabei nicht gefährdet wird. Als Radfahrer fühle ich mich dort nicht sicher“, so Spill.

Der Schutzstreifen endet plötzlich an der neuen Querungshilfe für Fußgänger, kritisiert der Achimer. Dazu kämen die Linksabbieger vom Rewe-Markt. „Als Radfahrer wird man Freiwild zwischen Autos, Bussen, Liefer- und Lastwagen. Man muss sich entweder dünne machen und vorsichtig am Bordsteinrand weiterfahren und hoffen, dass man nicht übersehen wird. Oder man radelt selbstbewusst weiter und nimmt wütendes Hupen in Kauf.“

Spill geht davon aus, dass die Verkehrsplaner es „vermutlich gut meinten“: Sie hätten den viel genutzten Fuß- und Radweg auf der anderen Seite entlasten wollen. Entstanden seien aber neue Probleme. „Man muss kein Prophet sein, um gefährliche Situationen vorherzusagen, sobald die Uesener Feldstraße freigegeben wird“, so Spill.

Das sieht Verkehrsplaner Stefan Schuster anders. „Wir haben die bisherige Situation durch den Schutzstreifen verbessert“, erklärt er auf Anfrage. Vor der Sanierung hätten die Radfahrer ohne Schutzstreifen auf der viel befahrenen Straße fahren müssen. Der Gehweg war und ist für erwachsene Radler tabu. Das gibt die Straßenverkehrsordnung Schuster zufolge vor. „Wir mussten ihnen was anbieten, und der Schutzstreifen ist das Mittel der Wahl.“ 

Autofahrer dürfen den Schutzstreifen lediglich im „beengten Begegnungsfall“ befahren und selbst dann müssen sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu Radlern halten. „Es ist das gleiche Prinzip, das wir an der Borsteler Landstraße vor der Kita haben.“ Einen Schutzstreifen gibt es außerdem an der Obernstraße aus Richtung Bierden kommend bis zum Gieschen-Kreisel. In großen Städten wie Hamburg oder Bremen sei diese Form der Radverkehrsleitung bereits etabliert.

Die Straßenverkehrsordnung sehe zudem vor, dass erwachsene Radler immer auf der Straße fahren müssten. Bei Kindern sei die Sache anders geregelt: „Bis acht Jahre müssen sie auf dem Gehweg fahren, bis zehn Jahre dürfen sie“, sagt Schuster.

Dass der Schutzstreifen an der Uesener Feldstraße auf Höhe der Querungshilfe endet, darin sieht Schuster kein Problem. „Die Radfahrer können einfach weiterfahren.“ Grund für den fehlenden Streifen sei die verengte Fahrbahn durch die Querungshilfe und der sich daran anschießenden Linksabbiegespur.

„Natürlich ist der Schutzstreifen ein Kompromiss. Ideal wäre ein Hochbord gewesen, also ein Radweg neben dem Fußgängerweg, aber der Platz dafür reicht nicht“, gibt Schuster zu. Die Bauzeit hätte sich zudem verdoppelt, und ob das Land die hohen Kosten dafür übernommen hätte, sei auch zu bezweifeln. „Aber man darf auch nicht vergessen: Wir sind nur bei einer Sanierung, nicht bei einer Neuplanung.“

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