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Freischwimmer zur Integration am Cato-Gymnasium Achim

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Von: Lisa Duncan

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Staunend und amüsiert verfolgen die Jugendlichen den Kopfsprung eines bereits fortgeschrittenen Schwimmschülers im Achimer Hallenbad – sehr zur Freude der Projektbeteiligten Ulrike Kompch (Mitte), Malte Arndt, Mareike Hosang und Katja Brammer (hinten von links).
Staunend und amüsiert verfolgen die Jugendlichen den Kopfsprung eines bereits fortgeschrittenen Schwimmschülers im Achimer Hallenbad – sehr zur Freude der Projektbeteiligten Ulrike Kompch (Mitte), Malte Arndt, Mareike Hosang und Katja Brammer (hinten von links). © Bartz

Achim – Ab sofort üben zehn Schülerinnen und Schüler, die zusammen Deutsch als Zweitsprache lernen, einmal wöchentlich gemeinsam für das Schwimmabzeichen in Bronze (früher: Freischwimmer). Die Jugendlichen zwischen dem 5. und 10. Jahrgang sind Neubürger in Achim. Ihre Herkunftsländer heißen Albanien, Aserbaidschan oder Republik Moldau. „Einige können schwimmen, haben aber kein Abzeichen“, erklärt Ulrike Kompch, Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium.

Und da ohne Zertifikat in Deutschland gar nichts geht, müssten diese Schüler nicht nur im Schwimmunterricht am Rand sitzen, sondern seien auch von Ausflügen oder Klassenfahrten ausgeschlossen, erklärt Kompch. So hat sich die Oberstudienrätin das Schwimmtraining für Integration überlegt und die Ortsgruppe Achim der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sowie den Präventionsrat der Stadt zur Finanzierung mit ins Boot – oder besser gesagt: mit ans Schwimmbecken – geholt.

„Da schließt sich der Kreis“, sagt Kompch, die auch ehrenamtlich für die AG „Kinder-Jugend-Schule“ des Präventionsrats tätig ist. „Der DLRG-Vorsitzende Malte Arndt ist ein ehemaliger Schüler von mir.“ Für den Einsatz von Arndt und den DLRG-Übungsleitern ist Ulrike Kompch sehr dankbar, da Schwimmkurse seit Beendigung des Corona-Lockdowns extrem nachgefragt sind. „Hinzu kommt: Der Termin am Donnerstagmittag passt der DLRG eigentlich gar nicht“, so Kompch. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sind um diese Zeit oft bei der Arbeit und, sofern es Schüler sind, haben sie selber Unterricht“, berichtet Malte Arndt. Die wenigen, die es einrichten können, hat Arndt für diesen Freischwimmer zur Integration gewinnen können. Zudem habe er bei der DRK-Wasserwacht um Unterstützung angefragt.

Sprache und Sport gehen bei diesem Projekt Hand in Hand: „Das Thema Baderegeln hatten wir gerade im Deutschunterricht, kurz und knapp mit vielen Verben und Präpositionen“, erzählt Kompch und ergänzt: „Integration bedeutet Teilhabe und dies geschieht häufig über den Sport, da dort die Sprache nicht immer im Vordergrund steht.“ Auch Katja Brammer, Kontaktpolizistin und Mitglied der AG Integration im Präventionsrat, ist sich sicher: „Über Sport ist Integration am einfachsten – Sport verbindet.“ Als Geschäftsführerin des Präventionsrats lobt Mareike Hosang: „Wir finden die Aktion klasse.“

Laut Ulrike Kompch reichen die Schwimmfähigkeiten der Schüler auf der entsprechende Skala „von 0 bis 10“. Kompch erläutert: „Einige der Jugendlichen benötigen vielleicht mehr Kondition oder müssen das Tauchen üben. Andere können noch gar nicht schwimmen und schauen zunächst mal zu. Sie werden mit der Wassergewöhnung beginnen, sobald das Nichtschwimmerbecken wieder zur Verfügung steht.“ Wie bereits mehrfach berichtet, wird es wegen eines Brandschadens im Hallenbad aktuell noch saniert. Am Beckenrand wird Kompch von bereits pensionierten Kolleginnen begleitet. Zum Auftakt unterstützte sie Astrid Nadler Thee.

Nach bestandenem Abzeichen können sich alle Schüler auf eine Belohnung freuen. „Am Ende des Schuljahres wollen sie alle gemeinsam mit ihren Klassen im Freibad schwimmen und Spaß haben“, so Kompch.

Übrigens ist angedacht, das Schwimmtraining weiterzuführen – abermals in Kooperation mit der DLRG Achim. Dann soll das Angebot sich für alle weiteren derzeit 50 Nichtschwimmer des „Cato“ öffnen. Dafür hat Kompch Gelder bei der Landesschulbehörde beantragt.

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