Corona-Saison mit 20 000 Besuchern endet am Sonntag / Reparaturarbeiten und Regeln

Freibad schließt, Hallenbad öffnet

Schwimmen im Freibad war und ist in diesem Sommer täglich in zwei bis drei Zeitblöcken möglich.
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Schwimmen im Freibad war und ist in diesem Sommer täglich in zwei bis drei Zeitblöcken möglich.

Achim – Wenn das Achimer Freibad am Sonntag um 16 Uhr für dieses Jahr seine Türen schließt, endet eine besondere Saison im doppelten Sinne. Die Freizeitstätte hat sich nach der Fertigstellung des neuen Trakts mit Kasse, Sanitär- und Umkleidebereich sowie Kiosk runderneuert präsentiert, aber die Einrichtung einschließlich der bereits 2019 in Betrieb genommenen frischen oder generalüberholten Schwimm- und Spaßanlagen war und ist wegen der Coronakrise nur eingeschränkt nutzbar. Infolge der Pandemie begann die Badesaison unter freiem Himmel auch erst am 15. Juni, und in täglich zwei bis drei Zeitblöcken à drei Stunden sind höchstens jeweils 200 Gäste zugelassen. Wie fällt unter diesen Umständen die Bilanz 2020 aus?

„Wir haben knapp 20 000 Besucher gezählt“, informiert Betriebsleiterin Sabine Schulz kurz vor Toresschluss auf Nachfrage dieser Zeitung. An den heißen Tagen mit 30 Grad Celsius und mehr in der ersten Augusthälfte sei das Bad von morgens bis abends immer ausverkauft gewesen. Die 60 000 Besucher aus dem vergangenen Jahr hätten dennoch natürlich nicht erreicht werden können.

An einigen Wochenenden mit schönem Sommerwetter endete der Betrieb überraschend schon um 16 Uhr. Weil drei Mitarbeiter aufgrund von Corona-Verdachtsfällen in Quarantäne gemusst hätten, habe samstags und sonntags leider der vorgesehene dritte Badeblock von 17 bis 20 Uhr wegfallen müssen, erläutert Schulz.

Der Vorverkauf an der Kasse sei gut genutzt worden. Manch einer hätte sich allerdings Eintrittskarten gerne über das Internet beschafft. „Das war diesen Sommer technisch noch nicht möglich. Eine Online-Buchung der Tickets ist aber für die nächste Saison geplant“, sagt Betriebsleiterin Schulz.

An der Kasse habe das Personal diesmal nicht nur eine Menge Karten verkauft, sondern auch „viel Aufklärungsarbeit“ geleistet. Mit wenigen Ausnahmen hätten sich die Besucher an die Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen gehalten. „Weitgehend ist alles ruhig und geordnet verlaufen“, berichtet Schulz. Mitunter sei ein wenig Geduld gefragt gewesen. „Der eine oder andere musste schon mal am Becken warten, bis dort wieder Platz zum Schwimmen war.“

Den gibt es nun bald wieder statt im Freien unter dem Dach. Am Montag, 14. September, öffnet das Hallenbad an der Bergstraße für die Allgemeinheit.

Aber warum geht die Outdoorsaison nicht nahtlos ins Indoorangebot über? „Diese und nächste Woche sind noch Reparaturarbeiten an technischen Anlagen im Hallenbad erforderlich“, antwortet Schulz, die auch diese Einrichtung leitet. Zusätzliche Ladepumpen für die Wassererwärmung in den Becken und Heizpatronen für das Nass, das aus den Duschen kommt, würden eingebaut. „Und ab dem 7. September stehen auch noch Dacharbeiten an, da darf dann keiner ins Bad rein.“

Parallel müsse das an beiden Standorten tätige Personal die „Einwinterung“ des Freibads bewerkstelligen. Die Wasseraufbereitungs- und Filteranlagen, Pumpen, der Sprayground und anderes mehr müssten außer Betrieb gesetzt und winterfest gemacht werden, erläutert Sabine Schulz.

Das Hallenbad ist seit dem Lockdown Mitte März für die Öffentlichkeit geschlossen. Doch für Vereine und gewerbliche Anbieter, die ihr Training und Kurse im Frühjahr abbrechen mussten, steht es bereits seit Mitte Juni wieder offen. „Den ganzen Sommer über konnten die Angebote nachgeholt werden. Es ist keiner abgesprungen“, freut sich Schulz. „Die Kurs- und Trainingszeiten sind alle bis zum Jahresende ausgebucht.“

Und damit sich die Gruppen und die übrigen Besucher vom 14. September an nicht ins Gehege kommen, gibt es für die Allgemeinheit eingeschränkte Öffnungszeiten. „Wir wollen kein Ansteckungsrisiko eingehen“, sagt Schulz. Das Bad, das unter der Woche bis 15 Uhr auch für den Schulsport zur Verfügung steht, öffnet für Besucher montags, dienstags und samstags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 15 bis 19 Uhr, donnerstags von 15 bis 21 Uhr und sonntags von 9 bis 13 Uhr. Freitags bleibt es für die Allgemeinheit geschlossen. „Das beliebte Frühschwimmen“, merkt Schulz an, „ist in zwei Schichten montags und donnerstags von 6 bis 6.45 Uhr und von 6.45 bis 7.30 Uhr möglich.“

Kartenvorverkauf gibt es im Hallenbad nicht. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt; ermäßigte Tickets, etwa für Studenten, sind für zwei Euro erhältlich.

Das Virus bleibt ein ständiger Begleiter. „Die Pandemie zwingt uns Regeln auf, die einen Badbetrieb sehr erschweren“, sagt Schulz. Im Eingangs- sowie Umkleidebereich herrsche strenge Maskenpflicht. Die Duschen und Umkleiden stünden nicht unbegrenzt bereit, sondern könnten immer nur von einer bestimmten Anzahl von Besuchern zeitgleich genutzt werden. Das Gleiche gelte für das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken. Dort gebe es abgetrennte Bereiche für Aquajogger, Freizeit- und Sportschwimmer.

Von Michael Mix

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