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Fördertopf für Belebung der Innenstadt Achims?

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Von: Michael Mix

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Allein auf dieses leerstehende Ladenlokal an der Herbergstraße zielte das Interesse der potenziellen Betreiber eines Pop-up-Stores ab.
Allein auf dieses leerstehende Ladenlokal an der Herbergstraße zielte das Interesse der potenziellen Betreiber eines Pop-up-Stores ab. © Mix

Achim – Die Achimer Innenstadt zu beleben, gestaltet sich schwierig. Die Idee im Rathaus, dies mit sogenannten Pop-up-Stores ein Stück weit hinzubekommen, ist in den Startlöchern steckengeblieben. Dabei hatte es für den von der Verwaltung ersonnenen Wettbewerb unter dem Titel „Ach im Wandel!“ durchaus Interessenten gegeben. Doch aus verschiedenen Gründen scheiterte das Unterfangen, Wagemutige mit Mitteln aus dem niedersächsischen Förderprogramm „Perspektive Innenstadt!“

zu unterstützen, ihre Geschäftsidee zu verwirklichen. Ein Thema, mit dem sich nun erneut die Politik befasst.

„Insgesamt vier Einzelhandelsflächen mit Größen von 70 bis 260 Quadratmetern Verkaufsfläche, in absoluter Innenstadtlage, standen für die Vermarktung durch den Ideenwettbewerb zur Verfügung“, informiert Verwaltungsmitarbeiterin Stefanie Schleef in der Sitzungsvorlage für den Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Klimaschutz, der heute von 17 Uhr an öffentlich im Ratssaal tagt. Gesucht worden seien „inspirierende Einzelhandelsnutzungen, Co-Working-Konzepte, kulturelle oder künstlerische Vorhaben – kurzum: Ideen die begeistern, die Frequenz in die Innenstadt bringen und die die Vielfalt erhöhen“.

Ab dem 1. April dieses Jahres sollten die vier Einzelhandelsflächen laut Schleef zu einem subventionierten Mietzins von nur zwei Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten bis längstens 31. März 2023 für die Wettbewerbsgewinner nutzbar sein. Vertreter aus dem Wirtschaftsbeirat hätten sich zudem bereit erklärt, den Existenzgründern während der einjährigen Projektlaufzeit als „kompetente Ansprechpartner mit großer Expertise“ beiseitezustehen.

„Insgesamt wurden sieben sehr gute Konzepte mit sehr unterschiedlichen Themenschwerpunkten eingereicht. So lagen uns beispielsweise ein gastronomisches Konzept, drei klassische Handelsnutzungen und drei Ideen für eine künstlerische Nutzung vor“, legt Schleef dar. Allerdings hätten alle sieben die Ladenfläche mit rund 70 Quadratmetern haben wollen.

Gewinnerin des Wettbewerbs war Schleef zufolge eine junge Existenzgründerin mit der Idee, ein Geschäft für hochwertiges Hundezubehör unter dem Namen „Pfotenanker“ in Achim zu eröffnen. „Gerne hätten wir die Bewerberin in dem kleinsten Ladenlokal, an der Herbergstraße, untergebracht“, merkt die Mitarbeiterin aus der Abteilung Wirtschafts- und Standortförderung an.

Die nach ihren Angaben in der Auswahl knapp dahinterliegende Zweitplatzierte habe einen Unverpackt-Laden eröffnen wollen. Dieser sei auf dem zweitgrößten Areal, an der Obernstraße 16, vorgesehen gewesen. „Leider war ihr das Risiko der Anmietung dieser im Verhältnis großen Fläche zu groß, sodass sie bedauerlicherweise von einer Anmietung Abstand genommen hat.“

Die gastronomische Konzeptidee sollte nach dem Willen der Stadt in der Marktpassage verwirklicht werden. Der potenzielle Betreiber habe diese Adresse jedoch nicht für erfolgversprechend gehalten und lieber das Objekt an der Obernstraße 16 anmieten wollen, „was allerdings aufgrund der Konkurrenzschutzsituation mit der vorhandenen Baguetterie rechtlich nicht umsetzbar war“.

Für Anbieter von Kunst und Kultur hatte Schleef nur wenige Meter weiter Räume in einem Haus ausgeguckt, die früher von der Deutschen Bank genutzt wurden. Dort für diese Zwecke, wie gewünscht, eine Mietfläche zu teilen, wäre jedoch nicht ohne erheblichen technischen Aufwand möglich gewesen.

So sei im Ergebnis die Wettbewerbsgewinnerin mit der Geschäftsidee „Pfotenanker“ für das Ladenlokal an der Herbergstraße übrig geblieben. Doch um die vom Landesprogramm vorgeschriebene Förderfähigkeit von Pop-up-Stores zu gewährleisten, müsse eine Mindestsumme von 30 000 Euro erreicht werden, „die leider mit Vermietung der einzig verbliebenen kleinen Fläche nicht erzielt werden kann“, stellt Schleef fest. Leider habe sich das Thema damit nun erledigt.

Zwischenzeitlich hätten immerhin der Eigentümer der Immobilie an der Herbergstraße und die Zweitplatzierte Gespräche über eine Anmietung ohne öffentliche Fördermittel aufgenommen. Für eine Nutzung als Unverpackt-Laden seien aber noch Umbauten erforderlich, um behördliche Auflagen zu erfüllen, weiß Schleef. Die Wirtschaftsförderungsabteilung begleite das Vorhaben.

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Unter dem Strich zieht Stefanie Schleef ein ernüchterndes Fazit, sieht aber auch Hoffnungsschimmer. „Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die in Achim leerstehenden Handelsflächen teilweise sehr groß sind und Vermietungen zum Teil mit Investitionen verbunden sind.“ Die Eigentümer der für den Wettbewerb gewählten Räume seien alle gesprächsbereit gewesen, hätten allerdings investive Maßnahmen bei einer möglicherweise nur kurzfristigen Verpachtung als nicht wünschenswert angesehen.

„An diesem Wettbewerbsergebnis sehen wir aber auch, dass durchaus Interesse an einer Anmietung in der Achimer Innenstadt vorhanden ist und auch sehr bereichernde Konzeptideen vorgestellt worden sind“, hebt die Wirtschaftsförderin positiv hervor. Daher empfehle die Verwaltung den politischen Gremien, die Diskussion zu führen, ob die Stadt Achim einen jährlichen Fördertopf, unabhängig von Landes- und Bundesprogrammen, für die Belebung der Innenstadt zur Verfügung stellt.

„Man hätte mit diesem festgelegten Budget die Möglichkeit, jungen Unternehmern mit guten Ideen die Ansiedlung in der Achimer Innenstadt zu erleichtern“, erläutert Schleef. Unterstützt werden könnten beispielsweise Investitionen oder Werbekampagnen.

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