Lehrer sollen nur vormittags unterrichten

FDP für die Förderschulen

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Der Fraktionschef der FDP im Landtag Christian Dürr (re.) und der FDP-Landtagsabgeordnete Gero Hocker beim Kreisblatt.

Achim - Von Manfred Brodt. Was ist denn nun das Neue an der „neuen“ FDP? So richtg können wir das beim Besuch des FDP-Fraktionsvorsitzenden im niedersächsischen Landtag Christian Dürr (40) und des FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Gero Hocker beim Besuch der Redaktion des Achimer Kreisblatts nicht herausfinden. Galt früher fast nur viel Markt, wenig Staat und wenig Steuern, ist heute das Themenspektrum viel breiter geworden. Viel mehr lassen sie sich nicht entlocken.

Beide Landespolitiker zieht es in den Bundestag, weshalb Dürr auf Platz 1 und Hocker auf Platz 4 der niedersächsischen Landesliste für den Bundestag kandidieren. Schafft die FDP die Fünf-Prozent-Hürde, werden beide im neuen Bundestag sitzen.

Dürr, von Hause aus Ökonom, unterstreicht beim Redaktionsgespräch, dass es seiner Partei vor allem um Bildung und Digitalisierung gehe, denn darauf beruhe die Zukunft unseres Landes.

Bei der Bildung sieht es nach seinen Worten gerade in Niedersachsen schlecht aus, weil einfach auch durch die Verlängerung des Gymnasiums auf neun Jahre die Lehrer fehlten beziehungsweise nicht ausreichend eingestellt worden seien.

Die FDP setzt sich deshalb dafür ein, ausgebildete Lehre-rinnen nicht mehr im Nachmittagsunterricht einzusetzen und diesen an den Ganztagsschulen von Vertretern der Vereine und Verbände und weitere Honorarkräfte erteilen zu lassen. Die festangestellten Pädagogen würden im Vormittagsunterricht gebraucht.

Dürr gegen Schulstrukturdebatte wie vor 30 Jahren

Dürr will sich nicht auf eine Schulstrukturdebatte wie in den 80er und 90er Jahren einlassen. Wichtig sei erst einmal, dass der Unterricht überhaupt stattfinde.

An einer Strukturveränderung übt er allerdings heftige Kritik, nämlich der von Rot-Grün angestrebten Beseitigung der Förderschulen zugunsten einer totalen Inklusion. Die FDP-Politiker wollen keinem lernschwachen Kind den Zugang zu einer Regelschule verwehren, wenn die Eltern das wollten. Sie halten aber gar nichts davon, die Förderschulen wie auch die Erich-Kästner-Schule in Achim mit ihren erfahrenen Heil- und Sonderpädagogen abzuschaffen und diese Fachkräfte statt dessen für wenige Schulstunden auf die Reisen zu verschiedenen Schulen zu schicken. Weder den starken noch den schwachen Schülern sei geholfen,, wenn die lernschwachen Kinder überfordert und die anderen vielleicht aufgehalten würden. Mit ein paar Sozialstunden sei das nicht zu beheben.

Schlechte Situation bei der Digitalisierung

Bei der Digitalisierung sieht es nach Ansicht des FDP-Spitzenmannes noch schlechter aus. Deutschland habe hier nur eine Infrastruktur aus „Feldwegen“ und sei deutlich schlechter auch als etwa Südkorea.

Beim Thema Infrastruktur fällt Gero Hockerauch gleich das Gewerbegebiet Achim-West am Bremer Kreuz mit dem gewünschten Autobahnanschluss Achim-West ein. Der Bundestagskandidat mit Sitz im Achimer Stadtrat bemängelt bei seinem aus Langwedel stammenden CDU-Konkurrenten Andreas Mattfeldt den nötigen Einsatz in Berlin für diesen Autobahnanschluss. Für Hocker ist klar, dass dieser Anschluss Achim-West nicht vorrangig zum Nutzen von Bremen gebaut und von Achim finanziert werden darf.

Und übrigens hat die FDP das Thema Steuern noch nicht ganz vergessen. So findet es der liberale Spitzenkandidat empörend, dass der Deutsche schon den Spitzensteuersatz zahlen müsse, wenn er nur das 1,4-Fache des Durchschnitteinkommens beziehe.

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