„Flüchtlingshilfe Achim“: Breites Angebot und Anlaufstelle

Von Broschüre bis Trommelmusik

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Broschüre für Flüchtlinge.

Achim - Es gibt viele Flüchtlinge in Achim, aber ihnen stehen auch zahlreiche Helfer zur Seite. Etliche davon sind ehrenamtlich tätig. Manch einer bietet seine Dienste an, weiß allerdings nicht, wie er sie an die Flüchtlinge bringen kann. „Ich würde gerne wieder einen Sprachkurs geben“, berichtete Karlheinz Wurtmann gestern im Bürgerberatungsraum im Rathaus. Dort haben Dörthe Eggers und Joachim Schweers eine Anlaufstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer geschaffen.

Jeden Freitag finden Interessierte von 9 bis 12 Uhr in Raum 150 im ersten Stock Ansprechpartner. Sie geben gern Auskunft zu allerlei Fragen rund um das Thema oder leiten diese oder auch Angebote an die zuständigen Stellen weiter.

Wurtmann hat nach eigenen Angaben zusammen mit einer pensionierten Lehrerin fünf Monate lang Flüchtlingen in der Badener Kirche Deutsch gelehrt. Gerne würde er mit ihr sein Engagement für weitere „Neu-Achimer“ fortsetzen. „Wir sprechen Englisch und Französisch und können uns daher gut mit vielen verständigen.“

Rosemarie Rellensmann ist ebenfalls in den Bürgerberatungsraum gekommen. Sie will zusammen mit Bärbel van Weert den Flüchtlingen „kulturelle Sachen“ vermitteln. Ein Ausflug zum Bremer Focke-Museum, wo gerade eine Ausstellung zum Thema Fußball laufe, schwebe ihnen vor, sagte Rellensmann und machte noch auf den neuen „Treff F“ montags um 19 Uhr im Kasch aufmerksam. Dorthin kämen vor allem Syrer.

„Heute Morgen war schon jemand hier, der mit Flüchtlingen afrikanische Trommelmusik machen möchte“, warf Dörthe Eggers ein. Und ausgebildete ehrenamtliche Formularlotsen, fügte sie an, sollen Flüchtlinge demnächst bei „Papierkram“ regelmäßig im Bürgerzentrum unterstützen. Was ihnen Fahrten nach Verden allerdings nicht ersparen würde.

„Der Landkreis mit seiner Ausländerbehörde und dem Sozialamt sowie das Jobcenter müssten Sprechstunden in Achim veranstalten“, forderte Bruno Kroehn. „Denn hier leben doch mehr Flüchtlinge als in Verden.“

Sie „in Arbeit zu bringen“, hielt er für vordringlich. Von Praktika könnten beide Seiten profitieren, meinte Kroehn. Der Arbeitgeber könne auf diesem Weg möglicherweise eine gute Arbeitskraft finden und der Flüchtling eine dauerhafte Beschäftigung. „Aber daraus sollten dann auch bezahlte Tätigkeiten erwachsen“, schob Birgit Cyriacks hinterher.

Unter dem Titel „Achim ist bunt“ hat Kroehn mit Birgit Tobaben in Zusammenarbeit mit der Stadt für die Flüchtlinge „eine Orientierungshilfe für das Leben in Achim“ erstellt. Neben praktischen Tipps für den Alltag und wichtigen Adressen enthält die Broschüre im Din-A4-Format auch das Kapitel „Verhalten in Deutschland“. Demnächst sei dieser Leitfaden auch in englischer, französischer und arabischer Sprache zu haben, informierte Kroehn.

Siegrid Meinken, die eine fünfköpfige Familie aus Bosnien betreut, sucht indessen nach einem Sponsor für einen Laptop. „Den benötigen wir hier für unsere vielfältige Arbeit“, sagte sie.

Die „Flüchtlingshilfe Achim“ ist unter Telefon 0157/52663087 oder per E-Mail kontakt@fluechtlingshilfe-achim.net zu erreichen; Internet: fluechtlingshilfe-achim.net.

mm

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