Flüchtlingsbetreuung: Ein-Euro-Jobs als Weg

Herausforderung lässt nicht nach

Achim - Unterbringung in neuen „Schlichtbauten“, Gewerbehallen oder Wohntrakten von Gewerbehallen – so sehen aktuelle Gedankenspiele zur Bewältigung zusätzlicher Flüchtlinge in Achim aus.

Das berichtete gestern im Sozialausschuss Axel Eggers, städtischer Koordinator der Flüchtlingsarbeit. Rund 300 zusätzliche Ankömmlinge aus Krisenregionen werden in Achim erwartet – ob noch im ersten Quartal bis Ende März oder im gesamten ersten Halbjahr 2016, sei noch nicht ganz klar.

Auf jeden Fall bleibe es eine Riesenherausforderung, genügend Wohnraum zu finden und Betreuung so zu sichern, dass Integration auch wirklich gelingen kann. Die bisher gut funktionierenden „ehrenamtlichen Strukturen“ stießen deutlich an Grenzen, so dass der Flüchtlingskoordinator anstrebt, Ein-Euro-Jobs für die entsprechenden Aufgaben zu schaffen.

Als besonders wichtig hätten sich umgehende Deutschlernangebote erwiesen, so Eggers. In den ersten vier Wochen nach Eintreffen nämlich sei die Motivation zum Erlernen der neuen Sprache besonders groß. Danach sinke das Interesse oft ab.

Deutschunterricht werde mittlerweile überwiegend in bezahlten Kursen erteilt. Der frühere ehrenamtlich bestimmte Deutschtreff im Gemeindezentrum Nord habe an Bedeutung verloren. Leider fehle damit auch das schöne Zusammenarbeitsklima früherer Tage.

Eggers, der seit rund sechs Wochen laut Bürgerzentrums-Leiter Dirk Ysker mit „voller Power“ als Flüchtlingskoordinator wirkt, vergaß in seinem Sachstandsbericht nicht bereits errungene Erfolge. So seien Flüchtlings-Wohngemeinschaften samt verantwortlichem Hauswart im Bereich des Magdeburger Viertels entstanden, und gerade die Paulsberg-Grundschule habe sich sehr um eingeschulte Flüchtlingskinder verdient gemacht – einschließlich intensiver Gespräche mit Eltern. Hier läuft die Einrichtung einer Extra-Sprachlernklasse.

Etliche der noch Kleineren sind bereits in Kitas aufgenommen.

Da die in der „Sammelunterkunft“ Embser Turnhalle Untergebrachten wie berichtet aus- und in reguläre Wohnungen umziehen, ist laut Eggers damit zu rechnen, dass die Halle nach den Sommerferien wieder für den Sportbetrieb zu nutzen ist. Schon jetzt stehe dort wieder mehr Platz zur Verfügung.

In Embsen seien ebenfalls das ehrenamtliche Engagement und die freundliche Aufnahme der Flüchtlinge vorbildlich.

Für die in der Uphuser Turnhalle beherbergten knapp 110 Flüchtlinge erfolge die Regelzuweisung voraussichtlich im März. Gut 60 Kinder und 50 Erwachsene wohnen dort zur Zeit.

Eggers sprach aber auch fehlende Übersicht über von Flüchtlingen wieder verlassene Wohnungen. Hier habe er einen Soll-Ist-Vergleich veranlasst, um den wieder zur Verfügung stehenden Wohnraum genau zu ermitteln.

Der öffentliche Aufruf an Eigentümer, nicht genutzte Wohnungen zu melden, habe auch einige nicht zumutbare Ergebnisse erbracht. Nur sehr wenige „kurzfristig verwertbare Angebote“ seien unter den Rückmeldungen gewesen.

la

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