Ibrahim Bamba hat Truppmann-Ausbildung begonnen

Flüchtling mischt bei der Achimer Feuerwehr mit - doch Abschiebung droht

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Ibrahim Bamba besucht seit Oktober 2016 die Übungsabende bei der Feuerwehr Achim. Die Truppe um Ortsbrandmeister Thomas Köster (Zweiter von links) und dessen Stellvertreter Ralf Mühlenstedt (r.) und Wolfram Esser hofft, dass er in Deutschland bleiben darf.

Achim - „Mit dem Schlauch zu spritzen, macht mir richtig viel Spaß“, sagt Ibrahim Bamba. „Aber ich möchte hier die gesamte Ausrüstung gut kennenlernen und damit umgehen können.“ Bamba, der aus der Elfenbeinküste stammt, ist der erste Flüchtling bei der Freiwilligen Feuerwehr Achim und wohl auch im gesamten Landkreis Verden.

Einer, der bei den ehrenamtlich tätigen Rettern nicht nur mal kurz „rein riecht“. Seit knapp einem Jahr besucht der 29-jährige Schwarzafrikaner regelmäßig die Übungsabende bei der Ortsfeuerwehr Achim. Und fällt dort mit seiner Art positiv auf.

„Er packte gleich mit an und ist sehr beliebt in der Truppe“, lobt Ortsbrandmeister Thomas Köster. In dieser Woche hat Bamba sogar mit der Truppmann-Ausbildung begonnen. Sie bildet die Grundlage dafür, um in der Aktiven-Abteilung als vollwertiges Mitglied mitmischen und bei Alarm ausrücken zu dürfen. Etwa, um einen Brand zu bekämpfen oder bei einem schweren Verkehrsunfall technische Hilfe zu leisten.

Nachwuchs ist bei der Freiwilligen Feuerwehr gefragt. Insbesondere jemand, der von morgens bis abends zur Verfügung steht und im Ernstfall nicht durch eine berufliche Tätigkeit verhindert ist. Ibrahim Bamba arbeitet in einer Verdener Keksfabrik im Schichtdienst. „Wir können ihn schon deshalb gut gebrauchen, weil wir vor allem tagsüber Kräfte benötigen“, sagt Ralf Mühlenstedt, Stellvertreter des Orts- und Stadtbrandmeisters.

Ivorer droht die Abschiebung

Allerdings ist längst nicht sicher, ob der junge Mann überhaupt in Deutschland bleiben darf. Ihm droht die Abschiebung.

Ibrahim Bamba flüchtete nach eigenen Angaben bereits 2003 als 15-Jähriger vor dem Bürgerkrieg in seiner westafrikanischen Heimat und gelangte über Mali, Algerien und Marokko nach Spanien, wo er ein halbes Jahr im Gefängnis saß. „Mein Asylantrag wurde abgelehnt und 2015 bin ich dann mit dem Bus nach Deutschland gefahren“, berichtet der Ivorer. Über das Aufnahmelager in Braunschweig kam er schließlich nach Achim.

Sein Asylantrag in Deutschland sei mit Verweis auf das Dubliner Abkommen, wonach Flüchtlinge dort bleiben sollen, wo sie das erste Mal europäischen Boden betreten haben, abgelehnt worden, erzählt Maren Weber Bambas Leidensgeschichte weiter. Sie und andere Mitglieder der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde an der Bergstraße in Achim halfen ihm. „Wegen der drohenden Abschiebung haben wir ihm ein halbes Jahr Kirchenasyl gewährt“, berichtet Weber.

Sie war es auch, die ihren Schützling mit der Achimer Feuerwehr in Kontakt gebracht hat. Dort engagiert er sich jetzt wie viele andere in seiner Freizeit für das Allgemeinwohl. „Ich finde, er sollte an Deutschland auch was zurückgeben“, sagt Weber.

Die Kameraden in der Truppe, mit denen sich Ibrahim Bamba gut versteht, bangen nun jedoch um den weiteren gemeinsamen Weg mit ihm. Köster: „Wir würden es alle sehr bedauern, wenn er abgeschoben würde.“ 

mm

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