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Finn Steffens, Vorsitzender der Grünen Jugend, nimmt Stellung zur Kritik am Klimastreik in Achim

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Von: Dennis Bartz

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Nimmt die Kritik gelassen entgegen: Finn Steffens hofft auf 500 Teilnehmer bei der „Fridays for Future“-Demo auf dem Marktplatz.
Nimmt die Kritik gelassen entgegen: Finn Steffens hofft auf 500 Teilnehmer bei der „Fridays for Future“-Demo auf dem Marktplatz. © Bartz

Achim – Kaum hatte Finn Steffens, Vorsitzender der Grünen Jugend in Achim, seine Ankündigung zur „Fridays for Future“-Demo Freitagvormittag um 10 Uhr auf dem Achimer Marktplatz in der Achimer Facebook-Gruppe „Achimer und Nachbarn helfen Achimern und Nachbarn“ gepostet, da prasselte es schon kritische und zum Teil sogar spöttische Kommentare einiger Nutzer. Doch der 14-jährige Schüler des Achimer Gymnasiums am Markt (Gamma) nimmt das gelassen. „So bekommt mein Beitrag wenigstens die größtmögliche Reichweite“, betont er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Trifft euch die Kritik im Internet?

Wir kennen diese Kommentare und rechnen immer damit. Wir wissen aber auch, dass dieser Zorn nicht auf uns Menschen, sondern gegen klimapolitische Maßnahmen gerichtet ist. Viele haben den Ernst der Lage eben leider noch nicht erkannt. Kommentare, die hingegen uns als Aktivistinnen und Aktivisten angreifen und beleidigen, zeigen wir an.

Welche klimapolitischen Ziele verfolgt ihr mit eurer Demo am Freitag?

Wir wollen vor allem zeigen, dass die bevorstehende Landtagswahl auch eine Klimawahl ist und die nächste niedersächsische Landesregierung unbedingt konsequente Maßnahmen für den Klimaschutz ergreifen muss.

Was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Freitag?

Wir starten um 10 Uhr auf dem Achimer Marktplatz mit einer kurzen Begrüßungsrede und laufen danach eine Tour rund um die Innenstadt. Sobald wir wieder am Startpunkt angekommen sind, wird es spannende Redebeiträge, Workshops und Informationen rund um die Klimakrise und deren Auswirkungen für Achim geben. Außerdem wird Landtagskandidat Lennart Quiring von den Grünen ein paar Worte an die Klimastreikenden richten.

Wie viele Teilnehmer erwartet ihr?

Wir haben 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet und hoffen auf zahlreiche Beteiligung.

Drohen Schülerinnen und Schüler, die sich an dem Streik beteiligen, Strafen? Immerhin gibt es eine Schulpflicht ...

Grundsätzlich gibt es die natürlich, allerdings steht uns Schülerinnen und Schülern auch das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu. Um auf der sicheren Seite zu sein, können Teilnehmer sich unter www.fridaysforfuture.de einen Antrag auf Beurlaubung herunterladen, welche die Erziehungsberechtigten bei der Schulleitung einreichen können. Damit sind Schüler und Eltern dann auf sicherer Seite. Grundsätzlich raten wir allen Teilnehmern aber, die ersten beiden Unterrichtsstunden zu besuchen, damit der Fehltag nicht im Zeugnis auftaucht. Falls Schülerinnen und Schüler tatsächlich Sanktionen für ihr Fehlen durch unsere Demonstration erhalten, können sie sich kostenfrei an unseren Rechtsdienstleister per E-Mail an achim@gruene-jugend.org wenden. Wir stehen jedoch mit allen Schulleitern in Kontakt und rechnen nicht damit, dass das nötig werden wird.

Trotzdem kritisieren einige Menschen vor allem, dass ihr während der Schulzeit demonstriert. Warum nutzt ihr dafür nicht die Wochenenden oder die Ferien?

Unsere vergangenen Demonstrationen fanden alle außerhalb der Schulzeit statt. Auch dort mit zahlreicher Beteiligung, dieses Mal aber wollen wir ein deutliches Zeichen setzen und zeigen: Bildung nützt uns nichts, wenn wir keine Zukunft haben.

Das erweckt schnell den Verdacht, dass viele Teilnehmer die Demonstration nutzen, um die Schule zu schwänzen. Wie stehst du zu diesem Vorwurf?

Die meisten Schülerinnen und Schüler nehmen wirklich daran teil, um sich für den Klimaschutz einzusetzen. Wer die „Fridays for Future“-Demo als Ausrede zum Schulschwänzen nutzt, schwänzt sicherlich auch ohne unsere Demos.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es derzeit vermeintlich wichtigere Themen als den Klimawandel gibt. In der Ukraine herrscht Krieg, die Menschen sorgen sich wegen der hohen Energie- und Lebensmittelkosten. Warum ist es euch gerade jetzt wichtig, wegen des Klimawandels auf die Straße zu gehen?

Wegen der steigenden Kosten sorgen wir uns auch, gerade Studentinnen und Studenten sowie Auszubildende in eigenen Wohnungen betreffen die Kosten sehr stark. Darum engagieren wir uns für bessere Entlastungspakete wie zum Beispiel die Weiterführung des Neun-Euro-Tickets. Studien, die zeigen, dass Klimaschutz für uns alle günstiger ist als dessen Folgen, sind der Anlass dafür, dass wir auch diesen Freitag wieder global für das Klima streiken gehen.

Den Grünen wird im Moment oft die Schuld daran gegeben, dass derzeit alles teurer wird. Wie stehst du dazu?

Schuld an der Inflation ist hauptsächlich der völkerrechtswidrige Angriffskrieg vom Faschisten Putin. Sicherlich machen auch die Grünen manchmal Fehler, die unter Umständen vielleicht dazu führen können, dass Preise steigen. Aber uns Grüne als Kriegstreiber, die alles teurer machen, darzustellen, ist völlig absurd.

Klimastreik in Achim

Anlässlich des globalen Klimastreiks und des „Earth Days“ ruft ein Bündnis aus Grüne Jugend, Naturschutzbund und der Deutschen Sozialistenjugend für Freitag, 23. September, ab 10 Uhr auf dem Marktplatz in Achim zur zweiten „Fridays for Future“-Großdemonstration für eine bessere Klimapolitik auf. Gemeinsam gehen sie für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sowie eine konsequente Klimapolitik auf die Straße. Bei der „Fridays for Future“-Demonstration am 20. September 2019 zeigten mehr als 500 junge Menschen mitten in Achim für eine nachhaltige, umfassende Klimapolitik Flagge. Redner sind heute unter anderem der Landtagskandidat von Bündnis 90 / Die Grünen, Lennart Quiring, und Aktivist Cedrick Braun.

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