Finanzierung in keiner Weise gesichert

Weiter Weg bis Achim-West

Achim - Von Manfred Brodt. In nicht öffentlicher Sitzung ließ sich der Achimer Stadtrat am Donnerstagabend von der Spitze der Stadtverwaltung über den Sachstand beim Jahrhundertprojekt Achim-West informieren.

Danach gaben Verwaltung und Rat der Stadt eine nichts sagende Presseerklärung heraus, in der es unter anderem heißt: „Die Vorstellung diente dem gegenseitigen Informationsaustausch, um sich über den aktuellen Projektstand Klarheit zu verschaffen. Entscheidungen wurden dabei weder getroffen noch vorbereitet.“ Als nächste Schritte seien eine Bürgerversammlung in Uphusen und öffentliche Beratungen in den Ratsausschüssen und im Stadtrat vorgesehen, wenn mit den Projektpartnern alles geklärt ist. Das hatten wir auch schon vorher gewusst und berichtet.

Da mit den Projektpartnern herzlich wenig geklärt ist und alles sich noch im Schwebeszustand befindet, scheuten die Stadtverantwortlichen die Öffentlichkeit. Sie wollen die Verhandlungspartner durch die Veröffentlichung von Zwischenergebnissen nicht verprellen und wohl auch das eigene magere Ergebnis nicht präsentieren.

Denn weder der Bund, der bisher nur durch einen „Gesehen-Vermerk“ das auf rund 100 Millionen Euro geschätzte Projekt eines Gewerbegebietes von 100 Hektar am Bremer Kreuz mit neuem Autobahnanschluss Achim-West in eine Liste aufgenommen, aber noch keine Summe zugesagt hat, noch das Land Niedersachsen und erst recht nicht das Land Bremen haben bisher ihre finanzielle Beteiligung garantiert. Bremens Wirtschaftssenator hatte ganz im Gegenteil jüngst verlauten lassen, dass man keine Möglichkeit der finanziellen Beteiligung sehe. Das Land ist klamm, will selbst eine neue Stadtautobahn als Verlängerung der A 281 vom Flughafen bis zur A1 bei Brinkum/Arsten für rund 120 Millionen Euro bauen und ist nicht unbedingt an der Verbesserung der Verkehrssituation Uphusens interessiert. Hinzu kommt, dass die Hansestadt gerade erst einen neuen Bürgermeister und eine neue Regierung bekommt. Allerdings hat man im Achimer Rathaus Hoffnung, dass der wahrscheinliche neue Bürgermeister Carsten Sieling das Projekt unterstützt, da er es bei Beratungen mit Unternehmern aus Mahndorf/Uphusen in der Uphuser Vitakraft-Zentrale genau kennen gelernt hatte.

In Kurzform: Über einen neuen Autobahnanschluss Achim-West an der A 27 im Bereich der jetzigen Brücke Moordamm soll das neue Gewerbegebiet angefahren werden. Von der Theodor-Barth-Straße im Uphuser/Bremer Industriegebiet soll eine Brücke über die A1 führen, das von Staus oft blockierte Gewerbegebiet dann an eine neue Straße im Süden des Gewerbegebietes angebunden werden, die an den neuen Autobahnanschluss, aber auch an die L 158 in Uphusen-Bierden im Bereich Auf den Triften führt.

Gut die Hälfte von 100

Millionen für Straßen

Auf 54 Millionen Euro werden die Straßenprojekte, auf 100 Millionen Euro das Gesamtprojekt sehr grob und spekulativ geschätzt. Über den Verkauf des Gewerbelandes, Zuschüsse von Bund, den Ländern Niedersachsen und Bremen und eine bestimmt zweistellige Millionensumme aus dem Achimer Haushalt müsste alles auf längere Sicht finanziert werden. Auch ein privater Investor, den man noch nicht gefunden hat, könnte hilfreich sein.

Während der nicht-öffentlichen Sitzung informierten jetzt außer dem 1. Stadtrat Bernd Kettenburg auch Gutachter über den jetzigen Ergebnisstand. Dabei wurde auch eine Swot-Analyse präsentiert. Swot ist die englische Abkürzung für die Begriffe Stärken, Schwächen, Chancen, Gefahren. Genau diese Punkte leuchtet die Analyse aus.

Ursprünglich wollte der Stadtrat im Frühjahr dieses Jahres die Grundsatzentscheidung für oder gegen Achim-West fällen. Nun heißt es, dass es in diesem Jahr geschehen solle. Jedenfalls drohen auch die Bundesmittel zur Entflechtung der Verkehrsströme verloren zu gehen, wenn man nicht bis 2017 einen konkreten Antrag stellt.

Bis zur Konkretisierung scheint es bei dem Riesenprojekt noch ein sehr weiter Weg zu sein.

Rubriklistenbild: © dpa

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