Stadt beendet „Experiment“ vorzeitig

Feierabend für Wochenmarkt zum Feierabend

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Der „Fieravendmarkt“, wie er anfangs hieß, wurde im Mai 2017 auf dem Alten Markt gestartet.

Achim - Von Michael Mix. Vor kurzem hieß es noch, der „Feierabendmarkt“ am Montagnachmittag auf dem Platz vor der Marktpassage werde „auf jeden Fall“ bis zum Herbst oder sogar bis zum Ende des Jahres veranstaltet. Nun aber hat die Stadt doch vorzeitig die Notbremse gezogen und beendet das Experiment eines dritten Markttags in Achim.

„Am kommenden Montag, 20. August, findet der Feierabendmarkt letztmalig zur gewohnten Zeit von 14.30 bis 18.30 Uhr statt. Danach wird er nicht weitergeführt“, heißt es lapidar in einer gestern von der Stadt verschickten Pressemitteilung.

Trotz intensiver Bemühungen sei es leider nicht gelungen, das Angebot über die Testphase hinaus dauerhaft zu etablieren, erläutert die Abteilung Wrtschafts- und Standortförderung im Rathaus. „Die Anzahl der Stände und auch die Zahl der Besucher blieben auch nach einer Verlegung des Standortes vom Alten Markt auf den neuen Platz deutlich hinter den Erwartungen zurück.“

Das Angebot eines dritten wöchentlichen Markttags neben Mittwoch- und Samstagvormittag, an denen tatsächlich Leben in der Innenstadt ist, war lediglich von kurzer Dauer. Am Nachmittag des 8. Mai 2017 startete der „Fieravendmarkt“ mit sieben, acht Händlern für Obst, Gemüse, Käse, Fleisch, Fisch, Süßigkeiten, Imbiss und Weinstand sowie einer Hüpfburg für die Kinder auf dem Alten Markt.

„Wir wollten vor allem Berufstätigen Gelegenheit zum Einkaufen und Genießen nach dem Feierabend geben“, ruft Martin Balkausky, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Achim, auf Nachfrage noch mal die dahintersteckende Idee in Erinnerung. Als Nebeneffekt sollte auch der etwas abseits gelegene, wenig frequentierte Alte Markt mit Leben gefüllt werden.

Nur wenige Besucher kamen

Doch die Idee zündete nicht. Nur wenige Besucher verloren sich auf dem Fieravendmarkt, die ohnehin geringe Anzahl der Stände wurde immer überschaubarer. Angesichts der sich die Beine in den Bauch stehenden Händler sahen sich die Verantwortlichen im Rathaus bereits im September genötigt, die Stopptaste zu drücken.

Nach einigen Monaten Pause ging es dann etwas überraschend kurz vor Weihnachten weiter. Nun allerdings an einem neuen Standort und mit leicht geändertem Namen. Vom Platz vor der Passage versprachen sich die Beschicker und die Stadt mehr Kundenfrequenz, und die hochdeutsche Bezeichnung „Feierabendmarkt“ sei für viele verständlicher, einprägsamer als die plattdeutsche Version, meinte Bürgermeister Rainer Ditzfeld damals bei einem Pressegespräch.

Kaum mehr als ein halbes Dutzend Anbieter, eher weniger, versuchten fortan also „mitten in der Fußgängerzone“ ihr Glück. Aber auch diese „Beatmungsmaßnahme“ fruchtete nicht. Mehrfach fiel der Montagsmarkt in den vergangenen Monaten aus und stand endgültig vor dem Aus. Jetzt ist es soweit.

Zu wenige Stände für einen Wochenmarkt

„In den vergangenen Wochen waren nur noch zwei Stände für Essen und Trinken da, dazu kam ab und an noch der Käsehändler“, berichtet Balkausky und stellt fest: „Das ist für einen Wochenmarkt zu wenig.“

Es gebe zwar eine Gruppe, die sich am Montagnachmittag dort verlässlich zu Speis, Trank und Klönschnack treffe, doch dieses Stammpublikum von rund 20 Gästen veranlasse kaum einen Beschicker, seine Zelte in Achim aufzuschlagen. Bemühungen, weitere Händler für das Angebot zu gewinnen, seien fehlgeschlagen.

„Leider konnten wir keinen dritten Markttag in Achim fest installieren“, sagt der Wirtschaftsförderer ernüchtert. „Wir bedauern, dass es nicht funktioniert hat.“

Unser Kommentar zur Entscheidung

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