Feier zu 50 Jahre Badener CDU / Gerührter Ditzfeld will Friedenspfeife rauchen

„Besonders Achimern zeigen, dass sie es besser machen“

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Albert Wutschick (vorne sitzend) hat vor 50 Jahren die Badener CDU mitgegründet. Weiter auf dem Bild von links der Achimer CDU-Vorsitzende Rüdiger Dürr, der die Ehrungen vornahm, Ursula Haase für ihren Mann Jens Haase sowie die für besondere Verdienste Geehrten Daniel Kornack, Christiane Cordes, Christian Petritzki, Heinrich Isensee und der Badener CDU-Chef Karlheinz Lichter.

Baden - Von Manfred Brodt. Es war vor 50 Jahren, als der Maßhalten-Kanzler Ludwig Erhard nach dem Patriarchen Konrad Adenauer regierte, als im Beat-Club zum Entsetzen der älteren Generation erstmals Langhaarige englische Titel spielten und als die Badener CDU gegründet wurde. Letzteres feierten die Christdemokraten in dem Weserort am Freitagabend in der Gaststätte „Zur alten Wasserburg“ stilvoll.

Neben vielen Vertretern von Behörden, Organisationen und Vereinen waren auch Vertreter der SPD und Grünen zur Gratulation gekommen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Wilhelm Hogrefe hatte die Motivation zur Gründung des Badener Ortsverbandes vielleicht am besten auf den Punkt gebracht: „Die Badener CDU wollte zeigen, dass sie es besser kann als andere, vor allem als die Achimer“. Starker Applaus zeigte, dass diese Mentalität sich erhalten hat.

Vor 50 Jahren hatte in dem Baden mit seinen 3838 Einwohnern eine konservative Wählergemeinschaft das Sagen. Sie hatte natürlich nicht wie andere Parteien eine Organisation auf Bundes- und Landesebene, und so entschlossen sich die „Männer der ersten Stunde“ Heinrich Claus, Helmut Wrede, Richard Dodenhof, Klaus Ruhnau, Ernst Priehs und Albert Wutschik, zur Gründung des CDU-Ortsverbandes Baden am 28. August 1965 in Anwesenheit des Bundesministers Dr. Merkatz.

Galionsfigur war der erste Vorsitzende Helmut Wrede, der bis zum Verlust der Selbständigkeit Badens und der Zwangsehe mit Achim auch Bürgermeister war. Richard Dodenhof, Hans Rusch, Christian Petritzki, Christiane Cordes und von 2004 bis heute Karl-Heinz Lichter folgten als Vorsitzende.

Lichter hatte diese Parteihistorie skizziert und auch Erfolge wie den Ausbau der Schule, den Bau des Kindergartens, des Feuerwehrhauses, der Eisenbahnüberführung, des Industrie- und Gewerbegebietes sowie der Lahofhalle mit folgendem Wohngebiet nicht vergessen; sicher Erfolge nicht nur einer Partei.

Der würdevollen Geburtstagsfeier wurde dann der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Jens Nacke mit einer Rede gerecht, die auf jede parteipolitische Polemik verzichtete. Er stellte den Begriff der Union heraus, der die Einheit von Protestanten und Katholiken, von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, von Jung und Alt meine. Mit dem christlichen Menschenbild als Grundlage, ihrer Absage an Tyrannei und Mangelwirtschaft und ihrem Eintreten für Westintegration, Wiederbewaffnung und soziale Marktwirtschaft habe die CDU stets Standhaftigkeit bewiesen. Nacke: „ Wir wollen nicht sagen, was ankommt, sondern worauf es ankommt,“

Auch der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Adrian Mohr unterstrich den Charakter der CDU als Volkspartei und nicht als Klientelpartei. Er macht sich allerdings Sorgen, weil sich große Teile der Bevölkerung der im Grundgesetz vorgesehenen Willensbildung durch politische Parteien und Wahlen entzögen.

„Staatstragend“ oder besser „stadttragend zeigte sich auch der Ratsvorsitzende und Sozialdemokrat Hans-Jürgen Wächter, der die Erfolge und Leistungen der Badener Christdemokraten neidlos anerkannte. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man weiß, dass die Schwarzen in Baden und die Roten in Uphusen sich in vergangenen Jahrzehnten halb ernst, halb scherzhaft gegenseitig als Gang oder Mafia bezeichnet hatten.

Spannend dann schließlich die „Rückkehr des verlorenen Sohnes“, des Bürgermeisters Rainer Ditzfeld, der bekanntlich nach seiner Nicht-Nominierung als CDU-Bürgermeisterkandidat aus der Partei ausgetreten war und als Konkurrenzkandidat zu ihr die Bürgermeisterwahl gewonnen hatte. Weniger seine Rede als sein persönliches Geschenk mit einer Miniatur-Indianeraxt und einer Holzpfeife hatten es in sich. Ditzfeld mit tränenerstickter Stimme: „Vielleicht ist das ja ein schöner Anlass, die Friedenspfeife zu rauchen.“

CDU-Vorsitzender Karl-Heinz Lichter: „Kein Problem, nachdem so viel Zeit ins Land vergangen ist. Wir arbeiten sachlich zusammen.“

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