Achimer Imker plaudern aus dem Bienenkästchen 

Faszination Bienenzucht

Der Vereinsvorsitzende Eckhard Jäger öffnet einen Bienenkasten und erklärt den interessierten Besuchern Aufbau und Struktur einer Bienenwohnstatt. Fotos: Schmidt

Jährlich wiederkehrend, jeweils am ersten Wochenende im Juli, begeht der Deutsche Imkerbund den „Tag der Imkerei“ im gesamten Bundesgebiet. Die darin organisierten Hobby-, Nebenerwerbs- und Berufsimker nutzen diesen Tag, um für ihre Leidenschaft zu werben und auf die besonderen Belange ihrer fleißigen Schützlinge aufmerksam zu machen. Auch der Achimer Imkerverein hatte am Samstag zu einem Schautag eingeladen. Gäste hatten die Gelegenheit, einen Blick in den Bienenkorb zu werfen und sich rund um das Thema Imkerei zu informieren. Zur anschaulichen Präsentation hatten die aktiven Vereinsmitglieder auf einer Obstwiese am Ende des Kaninchenberges einen Schulungsbienenstand aufgebaut und im Schutze eines Pavillonzeltes zu Bratwurst und Getränken eingeladen.

Achim - In Achim sind bereits 127 Hobby-Imker der Faszination Bienenzucht und -hege verfallen – mit steigender Tendenz, denn Imker verbringen viel Zeit an der frischen Luft im Einklang mit den Jahreszeiten und sie gewinnen einen ganz eigenen Blick auf die Natur. Außerdem: Imkerei sei Teamarbeit und halte viele Überraschungen bereit. „Die Arbeit ist unglaublich vielfältig“, weiß Hobby-Imker Götz Hornemann, „und Bienen haben ihren ganz eigenen Kopf.“

Von vielen Problemen, wie sie in den Medien beschrieben werden, wissen die Achimer Hobby-Imker bezogen auf ihre Honigbienen nichts: „Unseren Honigbienen geht es gut“, versichert der Vorsitzender Eckhard Jäger. „Es gibt aktuell sogar mehr Völker als noch beispielsweise vor zehn Jahren.“

Bienenfrevel halte sich in Grenzen, mit Landwirten pflege man eine funktionierende und respektvolle Partnerschaft, und auch Bienenkrankheiten, wie etwa Varroamilbe oder Amerikanische Faulbrut, bereiten ihnen keine Schwierigkeiten. „Das hängt immer ganz davon ab, wer hinter dem Kasten steht“, bemerkt Götz Hornemann. Wenn man Bienen und Material im Blick behalte und einige Regeln beachte, werde auch weiterhin feiner Honig geerntet. Die Probleme mit Krankheiten treten ihm zufolge immer dann auf, wenn Hobby-Imker ohne entsprechendes Fachwissen unbedarft Völker halten, erst dann komme es zu unkontrollierter Ausbreitung von Krankheiten.

Reges Treiben im Schulungsschaukasten: Vorsitzender Eckhard Jäger weiß, wo er die Bienenkönigin findet.

Damit das nicht passiert, und Imker wie Bienen gleichermaßen Freude aneinander haben, bietet der Verein Imkerkurse an. Darin lernt der Nachwuchs an sieben Theorie- und vier Praxistagen wichtige Details über Lebenszyklus, Bienenweide und -wohnung, Krankheiten und deren Vorsorge, Bienenbetreuung und -führung, Hygiene und Honigschule.

Bei all ihrer Zuversicht und Zufriedenheit tragen die Hobby-Imker dennoch zwei Sorgen in sich: Auf den Achimer Feldern wachse immer seltener Raps, und sie fürchten den Rückgang von Linden im Stadtgebiet. „Wir brauchen mehr nektarbringende Linden“, fordert der Vorsitzende Jäger, denn nach der Rapsblüte finden Imme & Co. wenig Nahrung. „Aber noch kommen unsere Bienen ganz gut klar“, erklärt der Experte und weist auf 270 Hektar Blühstreifen im Landkreis hin. Wenn sich aber etwas deutlich verbessern könnte, dann sei das der Absatz regionaler Honigsorten: „Die Leute sollten mehr Imkerhonig kaufen, denn dieser stammt von Bienen, die unsere Pflanzen bestäubt haben“, ergänzt der Fachmann. Regionaler Honig wirke darüber hinaus prophylaktisch gegen Allergien.

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