1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Achim

Radschnellweg: Baubeginn für ersten und fünften Abschnitt spätestens im Frühjahr 2023

Erstellt:

Von: Marvin Wennhold

Kommentare

Der Achimer Radschnellweg
Der Achimer Radschnellweg. © Stadt Achim

Achim – Er soll Berufspendler motivieren, die Spritschleuder in der Garage zu lassen und Freizeitradlern neue Perspektiven eröffnen – der geplante Radschnellweg (Rasch). Der „schnellste Weg von A nach B“, wie ihn die Verantwortlichen der Stadt betiteln, hat auf dem Papier eine Länge von etwa 11,5 Kilometern und soll größtenteils entlang der Achimer Bahnstrecke verlaufen.

Möglichst ohne häufiges Bremsen oder Gepatsche auf Ampelknöpfe. Noch kann man nur mit dem Daumen über den gezeichneten Weg des Entwurfs streichen und erahnen, wo es langgehen soll. Gewerkelt wird aller Voraussicht nach erst ab nächstem Jahr.

„Dann werden wir parallel mit den am Anfang beziehungsweise Ende liegenden Bauabschnitten 1 (Uphusen) und 5 (Baden) des Weges beginnen“, sagt Stefan Schuster aus dem Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung. Diese Bereiche seien bis jetzt noch kaum befahrbar. „Wir fangen dort an, wo noch keine Wege sind. Damit man dann schon mal fahren kann.“

Nach der Fertigstellung der Bauarbeiten, mit denen „spätestens im Frühjahr 2023 begonnen werden soll“, wird auf der Strecke von Achim-Baden bis zur Bremer Landesgrenze ein vier Meter breiter und asphaltierter Radweg zu finden sein – plus einem zwei Meter breiten Fußweg. „Der muss mit dabei sein. Jedoch nicht zwingend direkt daneben“, sagt Schuster. Daher werde er an manchen Abschnitten auch abseits des neuen Radweges entlangführen, um „nicht mit Gewalt durch Wälder durch zu müssen.“ Neben Radlern darf noch eine zweite Transportgattung den Rasch mitbenutzen: Der landwirtschaftliche Verkehr, „um zu den angrenzenden Feldern zu kommen“, sagt Schuster.

Die Strecke zwischen Bierden und Uphusen lässt erahnen, wie viel Fläche später den Radlern auf dem Rasch zur Verfügung stehen wird.
Die Strecke zwischen Bierden und Uphusen lässt erahnen, wie viel Fläche später den Radlern auf dem Rasch zur Verfügung stehen wird. © Stadt Achim

Doch das ist natürlich nicht überall der Fall, denn der Weg führt beispielsweise auch über eine Tempo-30-Zone im Stadtgebiet an der Straße An der Eisenbahn. „Dieser Abschnitt wird planmäßig zu einer Fahrradstraße umgewandelt. Das äußert sich dann darin, das Fahrradfahrer in jedem Fall Vorrang haben und auch nebeneinander fahren dürften“, sagt Schuster. An einer Stelle werde es nach derzeitigem Stand zudem ein kleines Hindernis geben. „An der Hauptverkehrsstraße Borsteler Landstraße wird man wohl mal halten müssen – doch ansonsten bleibt es ampelfrei bis zur Landesgrenze.“ Dadurch hätten die Benutzer des Radweges fast durchweg freie Fahrt. „Ich habe dann zwar hohe Geschwindigkeiten, aber auch eine hohe Sicherheit, denn das Fahrrad hat überall Vorrang.“

Und auch im Dunkeln muss sich niemand fürchten. „Zu so einem Radweg gehört auch eine gute Beleuchtung. Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil.“ Nach Angaben des Experten für Stadtentwicklung wird aktuell über ein intelligentes System mit Solarpaneelen nachgedacht, „damit die Lampen nur dann leuchten, wenn wirklich jemand die Strecke nutzt.“ Das spare Energie, sei gut für die Umwelt und wichtig für den Insektenschutz.

Wer nicht im Dunkeln fahren will oder eine Pause braucht, soll nach dem derzeitigen Konzept die Möglichkeit haben, an vielen Punkten in den öffentlichen Nahverkehr zu wechseln. An Sammelstellen könnte demnach dann auch das Fahrrad eingeschlossen werden, wie es beispielsweise auch schon am Achimer und am Badener Bahnhof möglich ist, zusätzlich mit mietbaren Einzelboxen. „Die Bahnhöfe sind in Deutschland nahe liegende Punkte, um das Fortbewegungsmittel zu wechseln“, sagt Schuster.

Was insgesamt gut klingt, hat auch seinen Preis: Rund 11 Millionen Euro soll das Projekt kosten, bis jetzt. Ein Großteil der Gelder, etwa 90 Prozent, kommen aus einem Fördertopf von Bund und Land. Wenn alles nach Plan läuft – und auch Bremen und Verden mit den jeweiligen Abschnitten vorankommen, könnten Radfahrer in naher Zukunft theoretisch die Strecke von Hoya bis nach Bremen-Nord auf dem Radschnellweg zurücklegen. In Achim soll nach Baubeginn möglichst jährlich ein neuer Abschnitt zum Rasch hinzukommen – und dann auch dafür gesorgt werden, dass man „aus jedem Stadtteil komfortabel auf den Radweg kommt.“ Neben den Stadtteilanbindungen seien dann für Pendler auch die Verbindungen zu den Gewerbegebieten und zu Unternehmen wie Mercedes wichtig.

Nun geht es aber erst einmal an die ersten Abschnitte. „Wenn wir die Anbindung zum Bremer Zentrum schaffen, dann haben wir schon viel getan. Das ist jedenfalls eines der größeren Ziele.“ Doch Schuster ist zuversichtlich: „Wir haben den Auftrag der Verkehrswende und das Thema Klimaschutz auf der Agenda. Diese Punkte müssen wir jetzt auch gezielt angehen.“

Auch interessant

Kommentare