Falsche Abrechnung, hohe Miete und Schimmel in der Wohnung

Der Mieterverein verlängert seine stark nachgefragten Sprechstunden

Anwältin Jette Rehling, Vorsitzende des Mietervereins.

Achim - Die Sprechstunden mit juristischer Beratung, die der Mieterverein in Achim für seine Mitglieder abhält, sind verlängert worden – um eine Stunde pro Termin. „Wir hoffen, dass sich die Situation entspannt“, sagt Jette Rehling, Vorsitzende des Mietervereins Verden und Umgebung, der die Dienstleistung anbietet. Sie ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Mietrecht und berät in Verden und Syke, in Achim steht Rechtsanwältin Susanne Mindermann Hilfesuchenden für Fragen zur Verfügung.

Die Auslastung der Sprechstunden ist hoch. Acht bis zehn Mitglieder beriet Mindermann in zwei Stunden – wenig Zeit für ein ausführliches Gespräch. „Die Arbeit in zwei Stunden zu schaffen, war enorm. Deshalb haben wir unsere Sprechzeit verlängert“, erläutert Rehling.

Von November bis Februar sind die Sprechstunden besonders gut besucht. „Gegen Ende des Jahres werden die Betriebskostenabrechnungen zugestellt; viele Verwaltungen rechnen Ende des Jahres ab“, weiß Rehling. Ein Beratungsschwerpunkt des Mietervereins, denn viele Mitglieder wollen ihre Abrechnung prüfen lassen. „Es gibt wenige Abrechnungen, die 100-prozentig richtig sind, und doch sind nicht alle grob falsch: Die Fehler liegen oft im Bereich von wenigen Cent“, berichtet die 37-Jährige. Ein typisches Beispiel: Neue Bewohner sind eingezogen und bekommen ihre erste Betriebskostenabrechnung – und die enthält eine hohe Nachzahlung. Die Familie ist verzweifelt und fragt: „Wie sollen wir das bezahlen?“

Als erstes prüft der Mieterverein die Abrechnung. Aus der Gesamtheizkostenabrechnung wird ersichtlich, wie hoch der Energiebedarf des Hauses ist. Stimmt die Abrechnung, versuchen Mindermann und Rehling, Ratenzahlung zu erreichen. Damit es die Familien im folgenden Jahr einfacher haben, werden die Vorauszahlungen angepasst. „Oft liegt eine hohe Nachzahlung nicht daran, dass die Abrechnung falsch ist, sondern dass tatsächlich viel Strom, Gas oder Wasser verbraucht wurde“, hat Rehling beobachtet.

Schimmel und Mieterhöhungen als Schwerpunkte

Ein weiterer Schwerpunkt: Mängel in der Mietwohnung. „Schimmel bildet sich, wenn es kalt und feucht ist, und Probleme mit der Heizung sind erst dann vernehmbar, wenn man sie anstellt“, nennt Rehling weitere Gründe dafür, warum die Sprechstunden in Herbst und Winter besonders stark frequentiert sind. Hinzu kommt: „Die Menschen halten sich im Winter mehr in ihrer Wohnung auf, so dass Mängel häufiger auffallen, beispielsweise, dass der Nachbar zu laut ist“, sagt die Riederin.

Mieterhöhungen sind ein weiterer Punkt. „Wir prüfen die Erhöhung auf Rechtmäßigkeit. Da es für Achim keinen Mietspiegel gibt, muss der Vermieter begründen, warum er die Miete erhöht. Zum Thema „Kündigung“ – ob vom Mieter oder Vermieter – berät der Verein ebenfalls. „Der Mieterverein darf nur außergerichtlich tätig sein, das heißt, sobald ein gerichtliches Verfahren anhängig wird, sind wir raus, und man muss sich einen Anwalt nehmen. Wir versuchen, unsere Mitglieder davor zu bewahren, in ein gerichtliches Verfahren eintreten zu müssen“, sagt Rehling. Mit Beratung, aber Rehling und Mindermann führen auch, wenn es nötig und gewünscht ist, den Schriftverkehr. Der Verein zählt momentan 1100 Mitglieder, Tendenz steigend.

Der Mieterverein bietet jeden zweiten und vierten Montag im Monat Sprechstunden mit juristischer Beratung an. Die folgende Sprechstunde steht am Montag, 22. Januar, von 14 bis 17 Uhr im Achimer Rathaus (Raum 150) an. Rehling empfiehlt, dass sich ratsuchende Mitglieder bis 16.30 Uhr im Rathaus einfinden, weil dann die offiziellen Öffnungszeiten des Rathauses enden.  J is

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