Fachstelle will Kindern aus Suchtfamilien helfen / Kreisweites Projekt

„Kiga fit – gemeinsam stark starten“

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Daniela Papazoglu (hinten rechts) und Fachstellenleiterin Heike Gronewold (Zweite von links) stellten gestern das neue Projekt für alle Kindergärten im Landkreis vor. Die Kreissparkasse, hier durch Dr. Beate Patolla und Thomas Baeslack vertreten, unterstützt es finanziell.

Achim - Wenn der Vater Alkoholiker ist oder die Mutter medikamentenabhängig, leidet auch das Kind darunter. Ein Problem, das erschreckend viele drückt. Jedes sechste Kind in der Bundesrepublik, rund 2,7 Millionen, hat suchtkranke Eltern. Zahlen, die von Nacoa Deutschland, Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, stammen. Und für Daniela Papazoglu von der Fachstelle Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Verden Anlass genug, den Betroffenen Hilfe anzubieten.

„Kiga fit – gemeinsam stark starten“, heißt das Projekt, das die Erziehungswissenschaftlerin gestern zusammen mit ihrer Chefin Heike Gronewold bei einem Pressegespräch in der Achimer Fachstelle vorstellte. Damit sollen möglichst viele Kindertagesstätten im Landkreis erreicht werden.

Es gehe darum, Eltern, Erzieher(innen) und Kinder für das „tabuisierte“ Thema „Suchterkrankung in der Familie“ zu sensibilisieren, erklärte Papazoglu. „Wir wollen gemeinsam stark starten in die Zukunft.“

Das zusammen mit ihrer Kollegin Nina Spiedt erarbeitete Konzept besteht aus drei Modulen. Vorgesehen sind Schulungen für Erzieherinnen, Elternabende und drei Aktionstage mit den Kindern.

Das Kita-Personal solle in die Lage versetzt werden, Suchtsymptome bei Eltern und Kindern zu erkennen. Auch wollen die Fachkräfte den Schulungsteilnehmern Handlungsleitfäden für den Umgang mit auffälligen Familien und Unterstützungsmöglichkeiten an die Hand geben.

Die Elternabende sollen unter einem „eher unverfänglichen“ Titel veranstaltet werden, um niemanden abzuschrecken. Tenor: „Was Kinder brauchen. Wie stärke ich mein Kind?“

Körperwahrnehmung, Genussfähigkeit und Umgang mit Gefühlen nennt Papazoglu als Inhalte bei den Kinderaktionstagen. Stichworte hierzu sind Bewegung, Entspannung, gemeinsames Kochen und Essen sowie „das Ausdrücken lernen von Wut, Angst oder Traurigkeit, was in Suchtfamilien oft unterdrückt wird“, merkte Fachstellenleiterin Gronewold an.

Sie freute sich, dass das auf zwei Jahre angelegte Projekt von der Stiftung der Kreissparkasse Verden, die durch Geschäftsführerin Dr. Beate Patolla und Regionaldirektor Thomas Baeslack bei dem Gespräch vertreten war, und der evangelischen Landeskirche finanziell unterstützt wird. Als erstes hat sich bereits die Kita Luttum in der Gemeinde Kirchlinteln angemeldet.

mm

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