Verwaltung zieht eine erste Blumenbilanz / Albertus plädiert für Nutzung von Friedhofsflächen

Es wird so bunt, wenn Achims Blüten blühen

Auf der „Apfelwiese“ soll ebenfalls eine Blühmischung ausgesät werden. In diesem Sommer klappte es dort ganz ohne fremde Hilfe. 
Archivfoto: K. Bischoff
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Auf der „Apfelwiese“ soll ebenfalls eine Blühmischung ausgesät werden. In diesem Sommer klappte es dort ganz ohne fremde Hilfe. Archivfoto: K. Bischoff

Achim – Als konkretes Ziel ist der Insektenschutz im Klimaschutzplan der Stadt Achim aufgeführt. Aus diesem Grund wurden im Mai 2019 erstmals ehemalige Spielplatzflächen zu Blühwiesen umgestaltet und komplett oder in Teilbereichen Saatgut wie die Wildblumenmischung vom Landkreis Verden oder die Bienenfutterpflanze mehrjährig ausgebracht. Am Dienstag, 15. September, zieht Jasmin Albertus von der Stadtverwaltung im Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr eine erste Bilanz. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Rathaus.

Albertus zufolge hätten sich die Flächen mit der Bienenfutterpflanzen-Mischung von Kiepenkerl gut entwickelt. Auf allen Flächen sei demnach Wilde Möhre, Rot- und Steinklee vertreten. Weiterhin hätten sich auch Arten eingestellt wie zum Beispiel die Gewöhnliche Schafgarbe oder die Gemeine Nachtkerze, die in der Saatgutmischung nicht enthalten waren.

„Die beiden Flächen, auf denen die Saatgutmischung des Landkreises Verden ausgebracht wurden, haben sich ebenfalls gut entwickelt“, erklärt Albertus in der Beschlussvorlage. Auch dort fänden sich zum Teil Arten, die in der Mischung nicht enthalten waren. „Dass sich Wildkräuter und -blumen etabliert haben, die nicht ausgesät wurden, zeigt, dass die extensive Pflege Entwicklungen durch von außen eingetragene Samen zulässt, was durch mehrere Mahdtermine bei intensiv gepflegten Flächen unterbunden wird. Hierdurch entstehen ebenfalls blüh- und artenreichere Wiesen, und der Insektenschutz wird gefördert. Unerwünschte Wildkräuter oder Neophyten sind zwar vertreten, aber in geringer Zahl. Diese werden weiterhin von der Verwaltung überwacht“, so Albertus.

Die Entwicklung der Flächen hänge nicht nur von dem Saatgut ab, sondern auch von verschiedenen Faktoren, wie der Bodenbeschaffenheit, dem Mikroklima, der Feuchtigkeit, Beschattung sowie der Pflege.

Alles in allem zieht die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung ein positives Zwischenfazit, auch was den Pflegeaufwand durch den Bauhof betreffe. Denn grundsätzlich müssten die Wildblumenwiesen nur gemäht werden, wenn eine Dominanz von Gräsern festgestellt oder die Entwicklung einer Gräserdominanz erkennbar sei, durch die die Wildblumen verdrängt werden könnten.

Albertus plädiert dafür, weitere Blühwiesen anzulegen. So soll auf Anregung der Dorfgemeinschaft Badenermoor auf dem dortigen Dorfplatz noch in diesem Monat eine Wildblumenwiese mit Saatgut des Landkreises eingesät werden. Auf der „Apfelwiese“ Am Schmiedeberg soll im Rahmen der Umgestaltung und Kompensationsverpflichtung ebenfalls eine Blühwiesenmischung ausgebracht werden. Der Friedhof Baden, der Parkfriedhof und der Friedhof Bierden verfügen bereits ebenso über Blühwiesen. „Die Machbarkeit, weitere Bereiche umzuwandeln, wird sorgfältig in Zusammenarbeit mit der Friedhofverwaltung geprüft“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Als weitere Möglichkeit auf öffentlichen Flächen Blühwiesen anzulegen, sieht die Stadt Straßenseitenstreifen an. Aus Sicht der Verwaltung sollte auf eine Ausbringung von Blühwiesenmischungen an viel befahrenen Straßen aber verzichtet werden. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens entstünden dort schnell „Todesfallen“ für Insekten und andere Tiere, wie zum Beispiel Vögel, die durch die Bepflanzung angezogen würden.

„An landwirtschaftlich genutzten Wegen oder in verkehrsberuhigten Straßen hingegen ist die Situation anders zu bewerten, vorausgesetzt, eine Breite von mindestens drei Metern steht zur Verfügung“, erklärt Jasmin Albertus.

Derzeit suche die Verwaltung weitere geeignete Flächen, die in der nächsten Saatperiode im März oder April eingesät werden.  sb

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