Hanse Swing Projekt bietet Gershwin-Musik

Erinnerung an Unvergessliches

Sie erinnerten im Blauen Saal des Kulturhauses Alter Schützenhof an ganz großartige Musik. - Foto: Hägermann

Achim - Wer Gershwin sagt, denkt häufig George. Doch dessen Bruder Ira hatte großen Anteil daran, dass der Name Gershwin in der Musikgeschichte eine solchen Klang hat. Ira schrieb die Texte, George die Musik. Gemeinsam schufen sie Unvergessliches.

Das „Hanse Swing Project“ nahm sich am Freitagabend im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) unter dem Titel „Gershwin - and the living is easy“ der Songs der Brüder an. Bei diesem „Jazz in Concert“ war der Blaue Saal gut gefüllt.

Die einzelnen Musiker des Ensembles (Kathrin Hinneburg, Olaf Barkow, Andreas Hinrichs, Moritz Zopf, Wolf Grezesch) zeigten sich musikalisch und anekdotisch bestens aufgelegt. Sie präsentierten dem Publikum nicht nur das unvergleichliche Werk der Gershwin-Brüder, sondern auch Auszüge aus beider Leben.

Das von George Gershwin dauerte nicht lange. Als er mit nur 39 Jahren wegen eines Gehirntumors in ein Krankenhaus in Los Angeles eingeliefert wurde, setzte die amerikanische Marine sogar Schiffe und Flugzeuge in Bewegung, um den besten Gehirnchirurgen des Landes, der mit seinem Segelboot vor der Ostküste schipperte, ausfindig zu machen und so schnell wie möglich in den Operationssaal zu bringen. George Gershwin, in New York als Sohn russischer Einwanderer in New York geboren, Schöpfer von Melodien für Broadway, Hollywood und Klassik und früh amerikanische Ikone, überlebte den fünfstündigen Eingriff nicht. Was bleibt, ist die Wirkungskraft seiner Musik.

Darunter die Oper „Porgy and Bess“, die „Rhapsody in Blue“ oder Musicals wie „Tip-Toes“ und „Show Girl“. Titel wie „The Man I love“, Fascinating Rhythm“ oder „Summertime“ gehören auch heute noch zum Stammrepertoire vieler Gesangskünstler.

Das „Hanse Swing Project“ lieferte den Zuhörern Bekanntes mit einer ausgeprägten Werktreue, die nichts weniger ist als tiefer Respekt vor dem Werk der Gershwin-Brüder. Das hanseatische Quintett überzeugte sein Publikum dabei musikalisch nicht nur in Gesamtheit, sondern auch mit spielfreudigen Soli und einer ausdrucksstarken Sängerin wie Kathrin Hinneburg.

Das Konzert am Freitagabend war der zweite Besuch des „Hanse Swing Project“ im Kasch. 2006 gastierte das Ensemble mit einem Cole Porter-Programm. Und 2026 wären Songs von Randy Newman zumindest denkbar. - häg

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