„Instant Impro“ und Mitglieder der „Steife Brise“

Erfindung neuer Identitäten und Absurditäten im Kasch

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Große Augen und wilde Gesten gehören beim Improvisationstheater dazu.

Achim - Von Bernd Hägermann. Ein Vorbereitungsspiel zur Fussball-WM ist für die Spaßgesellschaft um „Instant Impro“ kein Grund, auf einen Auftritt der Bremerhavener Theater-Spontis im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) zu verzichten. Kicks gegen die Saudis sind selten lustig, anders, so die zahlreichen Instant-Fans, eine Show der ebenfalls pantomimisch begabten Sprachkünstler.

Die sind im Kasch dreimal jährlich zu Gast. Am Freitagabend hatten sie Kollegen mitgebracht – Mitglieder der „Steife Brise“ aus Hamburg. Die zwei Elb-Komiker bastelten fortan mit den ulkigen Gleichgesinnten von der Wesermündung in trauter humoristischer Eintracht am Thema „Verhaftet“. Immer wichtig dabei: Schlagfertigkeit und körperlicher Ausdruck, gerne auch zu viel davon. Denn beim Improvisationstheater zählen nicht Nuancen, sondern schnelle Effekte. Mithin weit aufgerissene Münder, große staunende Augen und wilde Gesten.

Ende des Freigangs war 20 Uhr. Die Stuhlreihen im Blauen Saal des Kasch waren komplett besetzt, die Bühnenakteure tatendurstig. Zur Handlung: Vier Menschen in Untersuchungshaft, am Klavier in Einzelhaft saß Musiker Guido Solarek, mit Interesse am jeweils anderen. Zuvor jedoch die Einstimmung des Publikums: „Wer kennt uns, wer weiß, was wir machen, wer war schon mal hier?“ Viele erhobene Finger. Danach der übliche Probeapplaus – verhalten ärgerlich, wohlmeinend, donnernd – sowie die Erfindung neuer Identitäten und szenischer Absurditäten.

Aus Knut und Rachel werden Nino und Elsa, Luftgitarrist und Jongleur von imaginären Eiern der eine, Poker-Fee die andere. Spätestens jetzt erstmals die Frage: „Was tun die da?“ Keine Sorge, meint Alexandra Göddert von „Instant Impro“, das sei völlig normal und bei den Bühnenakteuren häufig kaum anders. Währenddessen dreht sich ihr Kollege Norman Böttcher auf der Spielfläche quälend langsam als defekte Diskokugel. Natürlich, auch die Hitze ist Thema, bei „400 .000 Grad“. Zu Beginn des Abends hatte Göddert versprochen: „Alles ist improvisiert. Nichts wird sich je wiederholen.“ Es klang zugleich wie Verheißung und Trost.

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