Idee für Stadt von morgen

Energiebündel Cornelia Schneider-Pungs will Bürgermeisterin werden

In ihrer Freizeit ist Cornelia Schneider-Pungs gerne im Grünen unterwegs.
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In ihrer Freizeit ist Cornelia Schneider-Pungs gerne im Grünen unterwegs.

Achim – „Wie heißen Sie nochmal?“ Auf die Frage des älteren Herrn reagiert die vor ihm stehende jüngere Frau mit einem Lächeln. „Cornelia Schneider-Pungs“, antwortet sie. „Ich kann mir ihren Namen einfach nicht merken“, entschuldigt sich der Mann am Rand einer Veranstaltung auf dem Bibliotheksplatz. „Ich weiß: Mein Name ist kompliziert. Aber ich kann nichts dafür, den habe ich von meinen Eltern übernommen“, erklärt ihm die Wahlkämpferin.

Cornelia Schneider-Pungs, wie sie seit ihrer Geburt 1981 in Achim heißt, hat Großes vor: Sie will Bürgermeisterin in ihrer Heimatstadt werden.

Das war ihr keineswegs in die Wiege gelegt. Denn schon kurz nachdem sie dieser entwachsen war, zog die Familie nach Springe in der Region Hannover, wo das Mädchen fast seine gesamte Kindheit und Jugend verbrachte. „Aber in den Ferien bin ich immer sehr gerne zu meinen Großeltern nach Achim gefahren, das ist meine Heimat“, erzählt Schneider-Pungs. Natürlich seien sie und ihr Bruder vom Elternhaus – Vater: Musiker, Mutter: Künstlerin – geprägt worden. „Politische Themen, gesellschaftliches Engagement und Umweltbewusstsein wurden bei uns diskutiert und gefördert.“

Nach dem Abitur studierte die junge Frau in Hannover, Bologna und Göttingen Sprachen und arbeitete anschließend in Celle als Lehrerin an einer Gesamtschule. Später wechselte sie in die Lehrerfortbildung und ins Kultusministerium nach Hannover, wo sie unter anderem als persönliche Referentin von Minister Grant Hendrik Tonne (SPD) tätig war. Seit 2018 treibt Schneider-Pungs als IT-Managerin bei Microsoft die Digitalausstattung an Schulen in Deutschland voran.

Egal ob Studium oder Beruf – alle Stationen hatten für sie Nährwert. Während der drei Jahre im italienischen Bologna habe sie „vor allem Toleranz und Genügsamkeit gelernt, aber auch Eigenständigkeit und Freiheit genossen“. Danach sei durch einen studienbegleitenden Job das Interesse an IT hinzugekommen. Und als Lehrerin „ging es plötzlich nicht mehr nur um Fachwissen, sondern um Empathie, kleine und große menschliche Katastrophen“. Die Arbeit in Politik und Verwaltung habe sie ebenso als „inspirierend und sinnstiftend“ erlebt. „Grundsätzlich kann ich sagen: Neues zu lernen ist immer schon meine Motivation gewesen.“

Mit Ende 20 trat Cornelia Schneider-Pungs in die SPD ein. „Weil ich nicht mit ansehen wollte, dass eine wichtige gesellschaftliche Kraft, der ich schon lange nahe stand, so an Einfluss verliert“, begründet sie ihren Schritt in die Partei. Die SPD setze sich seit über 150 Jahren für das soziale Miteinander, für die Solidarität mit Schwächeren, für internationale Zusammenarbeit ein. Diese Themen seien nach wie vor relevant. „Wir als SPD müssen noch deutlicher machen, dass Zusammenhalt und Wohlstand keineswegs selbstverständlich sind und dass wir täglich darum kämpfen“, sagt die Sozialdemokratin, die 2014 nach langer Odyssee nach Achim zurückgekehrt war und hier zusammen mit ihrem Freund wohnt.

Folgerichtig kandidierte Schneider-Pungs 2016 für den Stadtrat und engagierte sich nach ihrer Wahl im Schulausschuss. Seit Ende April ist die Italien-Liebhaberin zur „Vollblutpolitikerin“ geworden. Denn nach längerer Bedenkzeit hatte sie sich entschieden, als Bürgermeisterkandidatin für ihre Partei anzutreten. „Ich will in Achim etwas bewirken.“

Das „Miteinander“ zu fördern, steht für Schneider-Pungs dabei obenan. „Damit meine ich den Zusammenhalt über die Stadtteile hinweg, die Integration von allen Nationalitäten und Altersgruppen“, erläutert die 40-Jährige. Achim fehle „das gemeinsame Zentrum, in dem man sich gerne trifft, und es gibt noch wenig Identifikation mit unserer Stadt“. Die Leute seien eher Bierdener oder Badener als Achimer. „Es wäre toll, wenn wir durch ein attraktives Stadtzentrum mit entsprechenden Treffpunkten – zum Beispiel in einem offenen, einladenden Rathaus mit interessanten Angeboten, einem Medienkompetenzzentrum, einem Co-Working-Space, individuellen Geschäften – das Wir-Gefühl für Achim insgesamt stärken könnten.“

In ihrer Freizeit liest Cornelia Schneider-Pungs viel und hört Musik, aber vor allem ist sie gerne draußen in der Natur unterwegs. Zur Entspannung und für die Fitness steigt sie aufs Fahrrad, joggt durch die Marsch oder den Stadtwald. Auch deshalb liegen ihr Arten-, Klima- und Umweltschutz am Herzen.

Als Bürgermeisterin würde sie bei den Eigenbetrieben und Bauprojekten der Stadt „auf intelligent gesteuerte maximale Energieeffizienz und den Erhalt von Biodiversität achten“. Die Bebauungspläne sollten nach ökologischen Kriterien überprüft und erneuert werden. „Verkehr können wir durch ÖPNV, Fahrradwegeausbau, Carsharing und entsprechende Anreize so weit wie möglich reduzieren.“

Sie selbst verzichte „nahezu vollständig auf tierische Produkte in meiner Ernährung, aber auch in Kosmetika und Kleidung“. Sie versuche zudem, Artikel aus Plastik und Autofahrten zu vermeiden. Insgesamt habe sie den Konsum „auf ein Minimum“ verringert. „Jeder sollte doch bereit sein, einen persönlichen Beitrag zu leisten, damit unser Planet uns erhalten bleibt“, sagt Schneider-Pungs.

Bei allem Stress, den die neben dem Job zu bewältigende Kandidatur mit sich bringt, zieht das Energiebündel ideellen Gewinn aus dem Wahlkampf. „Natürlich ist es bereichernd, mit so vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich nehme wahr, welches Potenzial in Achim und seinen Bürgerinnen und Bürgern steckt.“ Aber es gebe eben auch genügend Herausforderungen – Klimawandel, Pandemie, Transformation der Wirtschaft, demografischer Wandel, zählt Cornelia Schneider-Pungs auf. „Wir werden alle miteinander stark, zuversichtlich und solidarisch sein müssen, um das schaffen zu können.“

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