Löcher und zu viel Last

Embser monieren Straßen-Zustand und Verkehrsdichte

Herausstehende Gullydeckel, Pfützen und mehr: Maren Elfers macht auf die Missstände am Beekenende aufmerksam.
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Herausstehende Gullydeckel, Pfützen und mehr: Maren Elfers macht auf die Missstände am Beekenende aufmerksam.

Achim-Embsen – Sie standen eigentlich nicht auf der Tagesordnung, dennoch waren einige Embser Straßen und deren Zustand oder der Verkehr darauf kürzlich großes Thema bei dem zuständigen Ortsausschuss.

Dieser kam nach rund zweieinhalb Jahren erstmals wieder zusammen, diesmal im Rathaussaal in Achim. Genug Zeit, dass sich bei den Embser Bürgern Anliegen aufgestaut hatten.Denn während der Fragestunde meldeten sich gleich mehrere zu Wort.

Darunter war auch Maren Elfers. Die 41-Jährige wollte von der Verwaltung wissen, wie sich Anlieger an den Straßenausbaubeiträgen (Strabs) beteiligen müssten, wenn landwirtschaftlicher Verkehr und Umleitungsverkehr die Strecke stark nutzten und beschädigten. Vor dem Haus der Elfers verlaufen drei Straßen: Der Specken geht in die Breite Straße über und direkt daneben beginnt das Beekenende, an dem die Familie wohnt.

Altes Pflaster lugt am Beekenende durch Asphalt (Bild) und prägt das Gesicht der Laheiter Straße.

Beim Ortstermin springt hier schnell der schlechte Zustand der Fahrbahn ins Auge. An einigen Stellen wurde der Asphalt geflickt, anderswo lugt altes Kopfsteinpflaster durch. Einige Meter weiter hat neueres Pflaster im Laufe der Zeit stellenweise so weit nachgegeben, dass Gullys einige Zentimeter weit herausstehen und sich drumherum große Pfützen bilden. Wieder ein Stück weiter fällt die Straße auf mehr als der Hälfte der Breite ab. Der Asphalt hier ist fast fischschuppenartig gebrochen.

Verursacher sind laut den Anwohnern große landwirtschaftliche Maschinen, die einander auch öfter mal ausweichen müssten. Wobei Elfers sowohl in der Sitzung als auch vor Ort klarstellt, dass sie den Landwirten nichts Böses will. „Sie produzieren schließlich die Lebensmittel, die wir alle essen wollen.“ Ihr geht es einmal um Versäumnisse seit der Gebietsreform in den 1970er-Jahren, die sie der Stadt vorwirft. „Wir wollen gar keinen Ausbau mit Bordstein und Regenentwässerung. Wir wollen nur, dass die Straße heile ist“, erklärt Maren Elfers.

Nach der Reform sei vieles nur geflickt worden, untermauert Ehemann Erik Elfers. Und es geht der Familie um die eingangs erwähnte womöglich hohe Beteiligung an den Strabs, die „wie ein Damoklesschwert über uns“ hängt, so Erik Elfers. „Es ist ein Unterschied, ob sie eine reine Anliegerstraße haben oder eine Erschließungsstraße für ein ganzes landwirtschaftlich genutztes Gebiet.“

Künstlich geschaffene Fahrbahnverbreiterungen an der Laheiter Straße stießen auf Unverständnis.

„Euer Bereich ist noch lange nicht dran“ hatte Ditzfeld bei der Sitzung zum Thema Ausbau erklärt. Aber wenn dieser anstehe, würden die Anwohner an der Entscheidung über die Art und Weise des Ausbaus beteiligt und hätten somit auch eine gewisse Mitsprache bei den Kosten. Eine ordentliche Entwässerung allerdings müsste sein, sagt Stefan Schuster, Leiter des Straßen- und Verkehrsmanagements bei der Stadt, bei einem Treffen im Nachgang. Schließlich habe man es in Embsen mit Moor zu tun und das sauge kein Wasser auf. Zahlreiche Wiesen, die in der Vergangenheit als Entwässerungsflächen hergehalten hätten, seien mit zunehmender Bebauung weggefallen.

Bevor ein Ausbau allerdings spruchreif ist, werde auf viele Straßen eine dünne Asphaltschicht aufgetragen – ohne Kosten für die Anwohner, hatte Ditzfeld in der Sitzung gesagt. Andrea Daske vom Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung wird im Nachgang konkreter. Noch im September oder Oktober werde die Maßnahme auf dem ersten Asphaltstück des Beekenende umgesetzt. Und auch ein Teil des Hühnerkamps bekomme etwas ab sowie ein Stück der Embser Dorfstraße. 40 000 Euro nehme die Stadt dafür in die Hand, fügt Stefan Schuster hinzu. „Eine Minimallösung, das weiß jeder“, hatte Ditzfeld derartige Maßnahmen bei der Sitzung genannt. Aber eine, die zumindest „die nächsten zwei, drei, vier, fünf Jahre“ erst einmal halte.

Wegen des Staubs, den sich ausweichende Fahrzeuge aufwirbeln, sorgten auch die Banketten am Specken für Kritik.

„Ohne Unterbau halten drei Zentimeter Asphalt nicht drei bis vier Jahre“, hatte daraufhin Ralf Osmers im Rathaussaal seinem Ärger Luft gemacht. Er beklagte einmal das aus seiner Sicht hohe Verkehrsaufkommen auf der Breiten Straße, an der er („Ich habe da früher Federball gespielt“) und in deren Nähe auch Familie Elfers wohnt. Aber auch der Verkehr auf der Laheiter Straße auf der anderen Seite der Hauptstraße beschäftigt den Embser. „Da wird so wild gefahren, dass sogar der Bürgerbus auf den Gehweg ausweichen musste“, erzählt er im Nachgang am Telefon. „Und wenn auf der Autobahn Stau ist, wird massiv die Laheiter Straße als Ausweichstrecke genutzt.“ Dabei sei diese wegen des Kopfsteinpflasters aus dem 18. Jahrhundert dafür völlig ungeeignet.

Schäden sind auch hier unübersehbar. Auf einer mithilfe von Kies künstlich geschaffenen Fahrbahnerweiterung, die es ähnlich auch am Specken gibt, wirbelten einander ausweichende Autos viel Staub auf. „Dadurch wird die Wohnqualität mehr und mehr eingeschränkt“, ist sich Osmers sicher. Er verlangt von der Verwaltung den Rückbau und hält die Umwandlung in eine Anwohnerstraße für denkbar.

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„Das gibt der Gesetzgeber nicht her“, sagt Schuster zu dieser Idee. Dazu und zu anderen Maßnahmen brauche es einen objektiven Grund. Er veranschaulicht, dass etwa der Lärmschutz ein objektiver Grund dafür sein kann, die Geschwindigkeit auf einer Straße zu begrenzen.

Zu den ausgekofferten Rändern der Straßen sagt der Stadtmitarbeiter: „In erster Linie müssen wir die Verkehrssicherheit herstellen.“ Damit die Fahrbahnen nicht abrutschten, habe der Bauhof die Bankette geschaffen. An dieser Stelle verweist Rainer Ditzfeld bei dem Treffen in seinem Büro auf die Breite neuer Landmaschinen. Wenn Fahrzeuge einander ausweichen müssten, wären sie sonst „irgendwann in den Graben gerutscht“.

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