16 Schüler aus Neuilly-sur-Seine bis Freitag in Achim zu Gast

EM-Orakel im Rathaus: Frankreich gewinnt

16 deutsche und 16 französische Schüler aus Neuilly-sur-Seine, einem Vorort von Paris, zu Gast.

Achim - Ob sie wohl wieder zurück kommen in die Weserstadt? Das war den meisten der 16 Schülerinnen und Schüler aus Neuilly-sur-Seine, einem Ort nahe Paris, gestern noch nicht klar. Deutlich wurde allerdings, dass sich die Gäste bei ihrem Besuch im Rathaus wohlfühlten. Auf Anregung von Bürgermeister Rainer Ditzfeld stimmten sie sogar gemeinsam die „Marseillaise“ an. Seit Freitag ist die Gruppe im Rahmen des deutsch-französischen Schüleraustauschs des Gymnasiums am Markt (Gamma) eine Woche lang in Achim zu Gast.

Gabriele Silber und Ann Christin Kurth, Französisch-Lehrerinnen am Gamma, haben den Austausch bereits im zweiten Jahr organisiert. Unterstützt wurden sie gestern von Sophie de Beaufort und Dorothee Finke, beides Lehrerinnen am Lycée in Neuilly-sur-Seine. Sie übersetzten auch zwischen Bürgermeister und Schülern.

Nachdem Rainer Ditzfeld den Schülern ein paar Fakten über Achim mitgeteilt hatte, trat er in einen Dialog mit den jungen Leuten. Unter den vielen Sportarten, die die französischen Gäste betreiben, stach Rugby besonders hervor, das nach Aussage eines Schülers dort den gleichen Stellenwert wie Fußball habe. Wie sehr Frankreich aber auch eine Fußballnation ist, zeigte eine Umfrage des Bürgermeisters: „Was glaubt ihr wer die EM gewinnen wird, Frankreich oder Deutschland?“ Mit 19 zu 11 Stimmen entfiel die Entscheidung auf Frankreich.

Wo sonst Ratsmitglieder über stadtrelevante Themen abstimmen, wurden an diesem Vormittag politische Fragen immerhin angekratzt. „Welche Partei bist du?“, wollte ein Schüler vom Bürgermeister wissen. Ditzfeld nahm den mangelnden Umgang mit grammatikalischen Höflichkeitsformen mit Humor und bat das „Du“ an. Wenn sie in Neuilly-sur-Seine etwas verändern könnten, würden sie sich einen Fußballplatz wünschen. Auch die deutschen Schüler formulierten Wünsche, die in Richtung flächendeckend schnelles Internet und mehr Aufenthaltsplätze für Jugendliche in Achim gingen. „Ich komme aus Thedinghausen, wenn ich in Achim bin, gibt es hier außer der Bibliothek wenig, wo wir uns kostenlos aufhalten können“, sagt eine Schülerin. Abschließend trugen sich alle ins Buch der Stadt ein.

Bereits im Oktober 2015 waren 16 deutsche Schüler an der Seine gewesen. „Wir hatten Glück mit den Sicherheitsvorkehrungen. Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo im Januar waren sie zu dieser Zeit gerade wieder gelockert worden“, berichtet Ann Christin Kurth. Und auch die Franzosen haben sich nach den Vorfällen im November 2015 offenbar nicht vom Reisen abhalten lassen. „Es ist auch immer attraktiv für sie nach Achim zu reisen“, erzählt Sophie de Beaufort, „diejenigen, die im vorigen Jahr dabei waren, reden immer noch davon.“

Während das Wochenende erstmal den Achimer Gastfamilien vorbehalten war, stehen nun gemeinsame Ausflüge auf dem Programm. Heute geht es nach Bremen zu einem Rundgang durch das Mercedes-Werk und zu einer Stadtführung. Am Mittwoch steuert die Gruppe die Hansestadt Hamburg an. Den Donnerstag verbringen die Schüler gemeinsam mit Schulleiter Ralph Gronki bei einer Kanutour auf der Weser. Zum Abschlussabend in der Schulaula dürfen dann die deutschen Schüler ihre Gesangskünste vorführen: Unter anderem haben sie – passend zum Start der Fußball-EM – den WM-Hit „Ein Hoch auf uns“ einstudiert. - ldu

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