Bei Elternbefragung viel zu wenig Stimmen

Gesamtschule grandios gescheitert

Achim - Die Integrierte Gesamtschule ist bei der Elternbefragung in Achim grandios gescheitert. Da die Stadt ab dem Schuljahr 2017/18 die unter Schülerschwund leidende Liesel -Anspacher-Hauptschule und die daneben befindliche Realschule zu einer Schule zusammenlegen will, hatte sie die Eltern des letzten Kindergartenjahrgangs und der ersten drei Grundschulklassen per Fragebogen gefragt, ob sie ihre Kinder später auf eine Integrierte Gesamtschule, eine Oberschule oder ein Gymnasium schicken wollten.

22,1 Prozent der Eltern sprachen sich für ein Gymnasium, 13,6 Prozent für eine Integrierte Gesamtschule und 7 Prozent für eine Oberschule aus.

Kommt 2017 der Verlierer Oberschule?

Die Frage „Integrierte Gesamtschule oder Oberschule“ ist damit aber nur scheinbar entschieden, denn der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass nach der Elternbefragung über zehn Jahre eine Vierzügigkeit, sprich mindestens 96 Schüler pro Jahrgang, bei einer Integrierten Gesamtschule gesichert sein müssen. 96 Eltern pro Jahrgang und 384 Eltern in allen vier Jahrgängen hätten also mindestens für die Gesamtschule votieren müssen. Tatsächlich waren es insgesamt nur 150 und pro Jahrgang nur zwischen 25 und 47.

Für die Oberschule votierten nur 77 Eltern und pro Jahrgang höchstens 24, aber für diese Schulform hat der Gesetzgeber keine Mindestzahlen vorgesehen.

Die niedrigen Stimmenzahlen hängen mit der schon erschreckenden Wahlbeteiligung der Eltern zwischen 37 und 45 Prozent zusammen. Bei der letzten Elternbefragung 2013 zur gewünschten Schulform hatten noch 60 bis 70 Prozent der Achimer Eltern ihre Stimmen abgegeben. Auch damals hatte die Integrierte Gesamtschule nicht die vorgeschriebene Mindeststimmenzahl erreicht.

Für Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker ist damit aber noch nicht ganz klar, dass die eigentlich unterlegene und drittplatzierte Schulform in Achim, die Oberschule, auch eingeführt wird. Seit Mitte Oktober gibt es nämlich eine neue Position des Kultusministeriums, dass über die Mindestzahlen der Elternbefragung hinaus auch andere Faktoren wie tatsächliche Schülerzahlen oder Einwohnerzuwachs durch neue Baugebiete in die Zehn-Jahres-Prognose für die Schülerzahlen einfließen können. Wiltrud Ysker rechnet so vor, dass in Achim pro Jahrgang zwischen 250 und 280 Schüler an weiterführende Schulen gingen und nach dem Wechsel von etwa der Hälfte aufs Gymnasium immer noch 140 bis 150 Schüler für die gesuchte neue Schulform, also auch mehr als genug für eine Integrierte Gesamtschule, blieben.

Stadt will nun neue Rechtslage klären

Deshalb will sie in den nächsten Wochen mit dem Kultusministerium und der Landesschulbehörde konferieren, ob es vielleicht doch noch einen Weg für eine Gesamtschule in Achim gibt. Der Schulausschuss des Achimer Stadtrats wird sich dann Anfang 2016 mit der Frage befassen, welche Schulform bis spätestens Ende Oktober 2016 beantragt und im Schuljahr 2017/18 eingeführt werden soll.

mb

Rubriklistenbild: © dpa

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