Eltern-Schüler-Kinoabend des Achimer Präventionsrats zum Thema „Cybermobbing“ / Brammer und Haack geben Opfern allerlei Tipps

„Hilf anderen, die beleidigt werden“

+
Der Saal des Kasch war beim Eltern-Schüler-Kinoabend mit Diskussion gut gefüllt.

Achim - „Es ist super-mutig, dass ihr euch nach vorn getraut habt“, lobte Regina Haack von der Achimer Fachstelle Sucht und Suchtprävention Jenny Jöhnk, Antonia Hollenbach, Paula Röber, Hanna Klute und Moritz Kompch. Die fünf Schüler taten ihre Meinung auf der Podiumsdiskussion kund und gaben Impulse dafür, was getan werden kann, um Cybermobbing zu verhindern. Nach dem Jugendkrimi „Netzangriff“, mit dem der Eltern-Schüler-Kinoabend eingeleitet wurde.

Die Medien-AG des Achimer Präventionsrats hatte für Dienstagabend ins Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) eingeladen, und der große Saal war voll, es blieben nur wenige Plätze frei. Eltern und Kinder, aber auch Lehrer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung kamen. „Mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet“, freute sich Kontaktbeamtin Katja Brammer, die die Veranstaltung gemeinsam mit Haack moderierte, und gab den Startschuss: „Film ab.“

Der Krimi machte deutlich, was passieren kann, wenn das Handy verlorengeht. Das passierte der Protagonistin Klara. Ein Mitschüler stellte private Fotos der Jugendlichen ins Internet – Cybermobbing war die Folge. Darunter litt Klara schwer.

Engagiert besprachen die fünf Schüler vorn auf dem Podium den Film, und die Moderatorinnen gaben auch jungen Zuschauern die Möglichkeit, sich zu äußern. Die geplante halbe Stunde reichte bei weitem nicht aus, so sehr waren Publikum und Podium vom Thema ergriffen. Schnell geriet der Film in den Hintergrund und die Schüler stießen zum Kern vor – zu dem, was Cybermobbing so schlimm macht: „Ein Klick, und geklaute Daten sind im Netz. Man kann nicht zurückverfolgen, wer sie hochgeladen hat, der Täter bleibt anonym“, trugen die Schüler zusammen.

Um mit solch einer Situation fertigzuwerden – die ganze Schule sieht die kompromittierenden Bilder – brauchen Opfer Personen, denen sie sich anvertrauen können. Beispielsweise Eltern. „Eltern sollten Offenheit zeigen und Vertrauen zu ihren Kindern aufbauen“, meinte Zuschauer Till Bräkling, in der Verwaltung für Kinder und Jugend zuständig. AG-Mitglied Ulrike Kompch ergänzte: „Es nützt nichts, wenn das Netz verteufelt wird. Wichtig ist, dass Kinder Hilfe erfahren, wenn sie in Not sind.“

Zum Schluss der etwa zweistündigen Veranstaltung zählte Regina Haack Tipps auf, um Cybermobbing keine Chance zu geben: „Ladet nur das hoch, was ihr in der Schule an die Pinnwand hängen würdet. Stellt euch vor, dass ein Lehrer, den ihr nicht mögt, das sieht.“ Weiterer Rat: „Oft beginnt Mobbing, wenn etwas unglücklich ausgedrückt wird. Also überlegt, wie ihr euch äußert.“

Kommt es doch zum Cybermobbing, gibt es hilfreiche Ratschläge für das Opfer: „Reagiert nicht auf die Kommentare, sondern kopiert die Beleidigungen, um später Beweismaterial zu haben.“ Wenn Anzeige bei der Polizei erstattet werden soll. Aber auch das Blockieren der Kontakte und im Notfall eine neue Telefonnummer können helfen.

Das Opfer sollte sich frühzeitig an eine Vertrauensperson wenden. „Das müssen nicht unbedingt die Eltern, sondern es können Tante, Onkel oder ein Lehrer sein“, empfahl Haack. Grundsätzlich: „Hilf anderen, die beleidigt werden. Solange der Täter Mitläufer hat, mobbt er weiter. Mitläufer sind Nährboden für Mobbing“, sagte sie. Ebenso wichtig: „Behandelt andere so, wie ihr behandelt werden wollt.“

Heino Vajen von der Achimer Polizei steuerte einen weiteren Tipp bei: „Erfahrene Scouts bieten auf der Internetseite www.juuuport.de kostenlos und anonym fachkundigen Rat an.“

Weitere Informationen zum Thema „Cybermobbing“ sind in einem Flyer zusammengefasst, der in der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Achim, Feldstraße 2, zu bekommen ist.

is

Mehr zum Thema:

Nach Anschlag in London: Festgenommene wieder frei

Nach Anschlag in London: Festgenommene wieder frei

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Meistgelesene Artikel

Betrunkener Schwertransport-Begleiter verursacht Unfall auf A27

Betrunkener Schwertransport-Begleiter verursacht Unfall auf A27

Reh ausgewichen: Audi Cabrio überschlägt sich drei Mal 

Reh ausgewichen: Audi Cabrio überschlägt sich drei Mal 

Mehrere Verletzte bei Unfall auf der A27

Mehrere Verletzte bei Unfall auf der A27

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Kommentare