Nach Sanierung der Achimer Mühle: Dankeschön für Vereinsmitglieder

Einst Party-Butze, nun begehbares Denkmal

Unter den neuen Flügeln der Mühle gab es einen kleinen Umtrunk für Vereinsmitglieder. - Foto: Duncan

Achim - Ein Achimer Wahrzeichen – wenn nicht sogar das Achimer Wahrzeichen – ist seit kurzem wieder komplett: Die lange Zeit flügellose Windmühle verfügt über neue Flügel und ein stählernes Mahlwerk. Das Dach des Gallerie-Holländers ist mit neuem Reet gedeckt (wir berichteten). Den Abschluss dieses aufwändigen Projekts feierte nun mit allen Beteiligten Rainer Ditzfeld, seines Zeichens nicht nut Bürgermeister der Stadt Achim, sondern auch erster Vorsitzender des Mühlenvereins.

„Was lange währt, wird endlich gut“, leitete Rainer Ditzfeld die kleine Feierstunde ein, die schließlich in einer Führung durch das Innere der Mühle mündete. Laut Mühlenvereinsmitglied Erich Hommel hätten die letzten Flügel, die im Februar 2012 abgenommen wurden, etwa 20 Jahre gehalten. Dies könne man mindestens als Maßstab für die jetzt sanierte Außenfassade der Mühle anlegen, so Ditzfeld, der scherzhaft anfügte, man könne ja gleich mal die Liste für die nächsten Arbeitseinsätze herumgeben.

Der in den 70er-Jahren gegründete Verein verfügt übrigens derzeit über 121 Mitglieder, wie Stadtverwaltungsmitarbeiterin Kerstin Vöge mitteilte. Dieter Linke etwa, der seit rund 30 Jahren dem Mühlenverein angehört und dort schon viele Feste mitgefeiert hat: „Das war eine richtige Party-Butze.“ Detlef Herbst erinnert sich noch aus Kindertagen an die Zeit, als die Flügel der Mühle sich noch drehten und dort Korn gemahlen wurde. Die damalige Müllersfamilie Meyer betrieb das Geschäft mit dem Mehl bis in die 60er-Jahre hinein. Herbst freut sich darüber, dass der Mühlenverein die Hege und Pflege der Mühle stärker ins neue Konzept eingebracht hat. „Weg von der für mich zweckentfremdeten Verwendung als Partyraum. Dafür ist die Mühle viel zu schade. So wie es jetzt ist, ist es sehr schön für Achim.“

Künftig soll der Fokus auch mehr auf der musealen Aufbereitung des Schmuckstücks stehen. Gästeführer Manfred Drees wird etwa – nicht nur rund um den Tag des offenen Denkmals am 11. September – Führungen durch den Gallerie-Holländer anbieten. Erste Gelegenheit dazu besteht am Freitag, 8. Juli ab 18 Uhr. Treffpunkt ist die Mühlenstraße 53.

Trotz vorhandenen Mahlwerks sei die tatsächliche Nutzung zum Kornmahlen nicht so ohne weiteres möglich, meint Drees. Das weiß auch Werner Polzin, gelernter Müller und Mühlenbauer, der lange Zeit in der Entwicklungshilfe tätig war und seit 2003 in Achim lebt. „Es müsste praktisch jeden Tag ein Müller hier sein und die Mühle am Laufen halten“, sagt er. Denn bei Stillstand würden sich bald Mehlwürmer und Käfer im Mahlwerk festsetzen. Ein anderer Aspekt sei die Unfallgefahr: „Wenn das Mahlwerk zu heiß wird, ist eine Mühle wie ein Pulverfass.“ Als Müller müsse man daher über eine gute Nase und ein gutes Gehör verfügen. 

ldu

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