Sperrung an der Polizeiwache

Brief mit unbekannter Substanz an die SPD: „Duftwolke, die nach Pfeffer roch“

Auf der Polizeiwache in Achim ist am Donnerstag ein Umschlag mit einer unbekannten Substanz abgegeben worden. Die Obernstraße wurde bis in den frühen Nachmittag hinein gesperrt.

Update, 14. Januar, 20.15 Uhr: Laut Polizeipressesprecher Helge Cassens hatte ein Vertreter der Achimer SPD den geöffneten Brief zur Wache gebracht. Der Umschlag sei adressiert gewesen an die SPD Achim, allerdings unter Angabe der Adresse des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Wilfried Hirschmann.

Dieser habe den Brief bereits am Mittwochabend aus dem Postkasten geholt und vorsichtig geöffnet, berichtete Hirschmann auf Nachfrage. Dabei sei ihm „eine Duftwolke, die nach Pfeffer roch“, entgegengekommen. Wilfried Hirschmann vermutet Unzufriedenheit mit der SPD als Motiv des Absenders. Und hat dafür wenig Verständnis. „Das ist nicht der richtige Weg, seine politische Meinung kundzutun“, sagte er. Auf Anraten seiner Genossen am nächsten Tag sei er schließlich mit dem Brief zur Polizei gegangen.

Zuletzt mehrfach mysteriöse Post im Landkreis Verden

Schon mehrmals tauchte zuletzt mysteriöse Post im Landkreis Verden auf. Im September vergangenen Jahres hatte eine Büroangestellte in Verden einen Umschlag geöffnet, in dem sich Kokain befand. Ein Jahr zuvor hatte man in einem Wohngebiet in Verden einen Briefumschlag mit einem Betäubungsmittel gefunden. Im Juli 2018 sorgte verdächtiges weißes Pulver sowohl bei der Kreissparkasse und im Kreishaus in Verden als auch bei der Sparkasse in Thedinghausen und einem Mitarbeiter der Bank für Wirbel. Wie am Donnerstag erwies sich auch seinerzeit der Inhalt dieser Briefe als vollkommen harmlos.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mit größter Vorsicht auf der Obernstraße aktiv.

Ob der neue Umschlag in Zusammenhang mit einer dieser Taten steht, sei einer der Ermittlungsstränge, der jetzt vom Zentralen Kriminaldienst weiterverfolgt werde, so Helge Cassens abschließend. Weitere Details, beispielsweise dazu, wie der Umschlag zugestellt worden war, oder um welchen Inhalt es sich konkret handelte, gab der Polizeisprecher aber nicht preis. Es sei „ein haushaltsähnlicher Stoff“ gewesen, umschrieb Cassens das Pulver.

SPD-Kreisgeschäftsführer öffnet Post nun künftig vorsichtiger

SPD-Kreisgeschäftsführer Roland Güttler erfuhr übrigens erst durch einen Anruf der Ermittler von dem Brief und dem Wirbel, den dieser ausgelöst hatte. In Aufruhr sei er deswegen nicht. „Aber ich werde die Post jetzt vorsichtiger öffnen.“

Update, 14. Januar, 17.15 Uhr: Nach Abschluss des Einsatzes vor dem Polizeigebäude an der Obernstraße in Achim haben die Beamten in einer Presseinformation weitere Details zu dem Vorfall am Donnerstag veröffentlicht. Offenbar war der Umschlag mit der zunächst unbekannten Substanz bei der Achimer SPD eingegangen. Der Empfänger hatte den Brief einige Zeit später am Donnerstagvormittag kurz vor 10 Uhr zur Achimer Polizei gebracht.

Auf der Polizeiwache in Achim ist am Donnerstag ein Umschlag mit einer unbekannten Substanz abgegeben worden.

Während der gesamten Einsatzdauer wurde der Dienstbetrieb im Polizeikommissariat Achim laut Angaben der fortgesetzt, lediglich die Wache konnte demnach nur eingeschränkt genutzt werden. Der Täter, der den Umschlag bei der SPD abgegeben hatte, bleibe weiterhin unbekannt, hieß es.

Der polizeiliche Staatsschutz der Polizeiinspektion Verden/Osterholz hat die Ermittlungen aufgenommen. Neben strafrechtlichen Konsequenzen drohen ihm hohe Kosten für den Einsatz.

Update, 14. Januar, 14.05 Uhr: Die Polizei hat nach dem Fund einer unbekannten Substanz Entwarnung gegeben. Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) hatten einen bei den Beamten in Achim abgegebenen Umschlag untersucht. Wenig später konnte die Obernstraße in Achim wieder freigegeben werden. Um welche Substanz es sich genau handelte, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest.

Originalartikel, 14. Januar, 12.15 Uhr: Es ist derzeit unklar, ob die Substanz gefährlich ist. Das Material werde untersucht, teilt die Polizei mit. Verletzte gibt es nicht, jedoch wurden zwei Personen mit dem Stoff kontaminiert. „Sie sind in der Dekontamination, um vom Rettungsdienst weiter betreut zu werden. Inwieweit die Personen tatsächlich Symptome zeigen, kann ich nicht sagen. Sie werden im Gebäude dekontaminiert“, erklärt Tobias Schone, Pressesprecher der Feuerwehr.

LKA-Spezialisten überprüfen die in Achim bei der Polizei abgegebene unbekannte Substanz.

Ersten Angaben der Polizei zufolge hatte der Mitarbeiter eines Parteibüros in Achim den Umschlag mit der Substanz auf die Wache gebracht. Da die Polizisten nicht einschätzen konnten, um was für ein Stoff es sich handelte, wurde die Schleuse der Wache vorsorglich geräumt. Der Mann wurde daraufhin von Rettungskräften untersucht. Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) rückten mit einem Laborfahrzeug an und begannen am Mittag mit der Untersuchung der Substanz.

„Wir sind mit dem Gefahrgutzug des Landkreises hier. Das sind Fachleute, die sich mit gefährlichen Stoffen auseinandersetzen. Wir haben Leute in Vollschutzanzügen und Bereitschaft und eine Dekontaminationsstelle aufgebaut. Solche Einsätze sind personalintensiv. Wir sind mit 40 Kräften aus mehreren Feuerwehren vor Ort. Wir haben eine der Hauptdurchfahrtsstraßen in Achim voll gesperrt. Das wird hier auch noch dauern“, so Feuerwehr-Sprecher Tobias Schone weiter.

Da sich mehrere Fahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei und des Rettungsdienstes auf der Obernstraße (L158) befinden, ist die Straße in beiden Richtungen auf unbestimmte Zeit gesperrt (Stand: 13 Uhr). Der Betrieb der Wache laufe weiter, teilte die Polizei mit. Allerdings riefen die Beamten auf Twitter dazu auf, nicht an die Wache zu kommen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich bei Bedarf telefonisch bei der Polizei melden.

Polizei Achim: Bürgerinnen und Bürger sollen anrufen

Die Polizei Achim bittet darum, dass sich Bürgerinnen und Bürger bei Bedarf telefonisch anmelden, da ein Betreten der Wache derzeit nicht möglich ist. Bereits am Vormittag gab es im Rahmen einer Razzia mehrere Einsätze in Achim. - (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Christian Butt

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