Achimer Wochenmarkt profitiert im Lockdown

„Einkaufen ist das neue Essen gehen“

 Julian Tewes an seinem Stand mit Setzlingen und Schnittblumen.
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Alle Hände voll zu tun haben die Beschicker auf dem Achimer Wochenmarkt – weiß Julian Tewes, dessen Stand mit Setzlingen und Schnittblumen seit 1985 im Weserort vertreten ist.

Achim – Zwar hat der Achimer Wochenmarkt im Vergleich zu vor Corona weniger Stände, zugleich pflegen in der Pandemie offenbar mehr Menschen den wöchentlichen Markteinkauf, stellt Marktmeister Falk Rossol-Vöge fest. „Einkaufen und selber kochen ist das neue Essen gehen“, pflichtet ihm Julian Tewes von Gartenbau Tewes bei – und spricht damit auch für andere Marktbeschicker.

Für die Stadt Achim sei es „wichtig, dass es uns trotz Corona gelungen ist, dieses Angebot aufrechtzuerhalten“, sagt Martin Balkausky, Wirtschaftsförderer der Stadt. Dies sei in Abstimmung mit Polizei und Gesundheitsamt „im Großen und Ganzen reibungslos“ verlaufen. Laut Rossol-Vöge ist das Gesundheitsamt regelmäßig an den beiden Markttagen Mittwoch und Samstag vor Ort. Die Schwierigkeit habe über das Jahr vor allem darin bestanden, dass die Verordnungen manchmal recht kurzfristig wechseln und angekündigt werden.

Einiges haben die Markt-Macher wegen der Pandemie umgestaltet – auch wenn sich Stammkunden erst umgewöhnen mussten: Um Kundenschlangen in der schmal zulaufenden Obernstraße zu entzerren, bilden der Fleischer und der Fischverkäufer, deren Stände früher zwischen Marktpassage und Gieschen-Kreisel waren, nun auf dem Marktplatz ein Rondell.

Derzeit hat der Wochenmarkt laut Rossol-Vöge mittwochs 38 und samstags 35 Stände im Angebot. An den Wochenenden sei die Anzahl geringer, weil manche Standbetreiber auf mehreren Märkten vertreten sind. Insgesamt gibt es also weniger Stände als vor der Pandemie. Aufgrund der Hygiene-Verordnung fallen etwa drei Stände weg, die mit Kleidung, Portemonnaies und Socken handelten. „Der Markt hätte mehr Beschicker, aber das geht wegen der Abstandsregelungen nicht“, so Rossol-Vöge. So hätten sich Stadt und Marktmeister entschieden, keine neuen Anbieter zuzulassen und nur die Stände beizubehalten, die seit Jahren regelmäßig dabei sind.

Der Stand von Gartenbau Tewes ist nach eigenen Angaben seit 1985 eine feste Größe auf dem Achimer Wochenmarkt und verkauft auch mehrmals pro Woche auf dem Liebfrauenkirchhof in Bremen. Julian Tewes ist aufgefallen, dass in der Corona-Krise andere Kundenkreise den Markt entdecken, „wahrscheinlich, weil die Alternativen fehlen“ und stellt fest: „Der Wochenmarkt erlebt eine Renaissance.“ „Viele wollen Frischware haben. Und durch Corona kochen die Leute mehr“, fügt Konstatinos Seitanidis hinzu, der an seinem Stand Olivenöl und andere mediterrane Produkte verkauft.

Konstantinos Seitanidis zählt mit seiner „Olive Company“ eher zu den Neuzugängen auf dem Achimer Wochenmarkt.

Der Kundenzuwachs ließe sich für alle Stände verallgemeinern, sagt Marktmeister Rossol-Vöge: „Hier kann man aerosolfrei und ohne Gedränge einkaufen.“ Dabei würden sicherlich das Testzentrum im Rathaus-Foyer und der Markt voneinander zehren. „Das ist ein tolles Angebot, das gibt den Kunden Sicherheit.“

Nach den Einbußen durch den Wegfall des Weihnachts- und Ostergeschäfts im Jahr 2020 profitiert der Markt unterm Strich von der Krise, bilanziert Rossol-Vöge.

Ob die Neukunden nach Corona bleiben? „Da muss man gucken, wie es nächstes Jahr wird, wenn Urlaub wieder machbar ist. Das wird noch mal interessant“, so Julian Tewes.

Info

Der Samstags-Markt findet wegen des Feiertags nicht am 1. Mai, sondern am Freitag, 30. April, von 14 bis 18 Uhr statt. Die Tageszeit sei laut Rossol-Vöge bewusst gewählt, weil manche Beschicker freitagvormittags andere Märkte bedienen.

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