Musikalische Weltreise

Duo Nordic Sunset im Café Clüverhaus: Beeindruckende Vielfalt

Gela und Dedl lieferten ein stimmungsvolles und abwechslungsreiches Konzert im Café Clüverhaus. Foto: Hemmen

Achim - Von Herman Hemmen. Das Hamburger Duo Nordic Sunset kam auf seiner Deutschland-Tournee jetzt ins Café Clüverhaus, um das Publikum zu unterhalten. Das ist Gela und Dedl mit ihrer besonderen musikalischen Mischung vom 50er-Jahre-Schlager bis zum traumhaften samischen Lied auch bestens gelungen.

Die beiden Multiinstrumentalisten kennen sich seit ihrer Jugend. Sie fanden nach Dedl’s neunjährigem Aufenthalt in Schweden zusammen zu ihrer gemeinsamen Leidenschaft, der Musik. Gela hat eine klassische Ausbildung, Hauptinstrument Klarinette, und Dedl ist der typische Selfmademusiker aus der Rock’n Roll-, Country- und Westernszene, Hauptinstrument Bass.

Aus diesen Gegensätzen formten die beiden eine spannende und überzeugende Mischung mit musikalischer Ausdrucksstärke. Das Ganze würzten sie mit einer Vielfalt an Instrumenten. Djembé-Trommel, eine original samische Rahmentrommel, ein Regenrohr, Akkordeon, Blockflöten, Klarinette und verschiedene Gitarren sorgten für Abwechslung und stimmungsvolle Musik.

Mit dem Song „Gut, heute hier zu sein“, den Gela eine musikalische Kneippkur nennt, schafften sie gleich zu Beginn eine besondere Atmosphäre. Die wurde immer dann besonders intensiv, wenn Gela traditionelle folkloristische Lieder aus dem hohen Norden anstimmte.

Die von einer alten Schamanin handgefertigte samische Rahmentrommel in Gelas Händen und das sensible Gitarrenspiel von Dedl schafften mit Gelas lautmalerischem, teils falsettartigen Gesang bei „Min Modir“ ein intensives, musikalisches Bild der nordischen Gefilde.

Als Gela, mit der Klarinette die Melodie der Arie aus der Finlandia von Sibelius spielend, durch das Publikum schreitet, spürt man ihren Gang durch den nordischen Wald. Bei Trollabundin, einem Lied über die mächtigen nordischen Trolle, darf Dedl „auf die Pauke hauen“. Schwedische Popsongs, ein Geburtstagsständchen und die Morgenstimmung aus der Peer-Gynt-Suite rundeten den nordischenTeil ab.

Die Vielfalt des Programms dokumentierte sich in Songs verschiedener Genres, wie Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“, dem Evergreen „It Never Rains in Southern California“, dem schottischen „Mull of Kintyre“, Cohens „Halleluja“, Nina Hagens „Du hast den Farbfilm vergessen“, Roger Millers „King of The Road“ oder einem begeisternden „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, das durchaus als ernsthafter Rat zu verstehen war.

Mit „Dat du mien Leevsten büst“ hatten die Musiker auch ein plattdeutsches Lied im Repertoire. Hier und bei dem in dänisch und deutsch gesungenen „Komm lieber Mai und mache“ ließ sich das Publikum nicht lange bitten, mitzusingen. Mit „Millionen Sterne“ und „Aftonens säng“ fand das Konzert einen stimmungsvollen Abschluss.

„Einer geht noch“ tönte es, nach kräftigem Applaus. Mit „Gua gula“ und „Heute hier, morgen dort“ verabschiedete sich das Duo glanzvoll von einem zufriedenen Clüverhaus-Publikum.

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