„Eine Katastrophe“

Zu hohe Inzidenz: Achimer Geschäfte schließen wieder, Notbetreuung in den Kitas

Einzelhändlerin Claudia Willhelm, Viva Dmenmode
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Hat kein Verständnis mehr für die Corona-Maßnahmen: Einzelhändlerin Claudia Willhelm.

Achim – Kommando zurück heißt es nun wieder was die Corona-Lockerungen angeht. Nachdem der Landkreis seit Tagen eine Inzidenz von weit über 100 vermeldet hat, müssen nun auch wieder Geschäfte und Kindertagesstätten schließen. So sieht es die Allgemeinverfügung des Landkreises vor, die ab Donnerstag gilt.

„Vor allem die Einzelhändler sind unsicher, wer öffnen darf“, berichtet Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Im Rathaus klingelten seit Dienstag immer wieder die Telefone, weil es Nachfragen gab, berichtet er. So ist es nun nicht mehr möglich, mit einem Termin einkaufen zu gehen, die Ware werde nur noch vor dem Laden ausgehändigt. Ausgenommen davon sind, wie gehabt, Geschäfte des täglichen Bedarfs wie etwa Supermärkte.

Vor allem die Eltern kleinerer Kinder sind von den neuesten Einschränkungen wieder stark betroffen, denn die Kindertagesstätten bieten nur noch eine Notbetreuung an, für die Ditzfeld zufolge kein Rechtsanspruch besteht. „Für berufstätige Eltern ist das eine große Herausforderung, aber uns sind angesichts der Allgemeinverfügung die Hände gebunden“, bedauert der Rathauschef.

Ausgeklammert von den coronabedingten Schließungen ist die Bibliothek, und auch das Rathaus steht den Besuchern weiterhin offen, allerdings nur nach vorheriger Terminvergabe. Mit Sorgenfalten sieht der Bürgermeister der kommenden Freibadsaison entgegen. „Eigentlich wollten wir am 1. Mai öffnen. Ob das jedoch klappt, steht in den Sternen.“

Für Claudia Willhelm, Inhaberin des Damenmodegeschäfts Viva, ist die erneute Kehrtwende in Sachen Corona „eine Katastrophe“. Sie habe mittlerweile kein Verständnis mehr für die Regelungen. „Vom 15. Dezember bis zum 8. März hatten wir geschlossen, obwohl die Inzidenz unter 100 lag, das soll mir mal einer erklären.“ Die Öffnung mit Terminvergabe, wie sie seit Anfang vergangenen Monats praktiziert werde, habe sich etabliert. Von dem Prozedere „Click & Collect“, also Ware bestellen und abholen, hält die Geschäftsfrau jedoch nichts. „Die Leute haben keine Lust, sich etwas zur Auswahl mitzunehmen. Die wollen eine Beratung und die unterschiedlichen Stoffe anfassen.“ Während die aktuellen Bestände zum Großteil noch in den Regalen lägen, erhalte sie im Juni oder Juli bereits die neue Winterware, erläutert die Einzelhändlerin ihre Situation.

Auch für Sandra Ahrens, Leiterin der Kindertagesstätte Uesen, und ihr Team ist die neue Lage schwierig. Zum einen sei die Planung der Notbetreuung extrem arbeitsintensiv. Zum anderen sei nicht sicher, dass alle Kinder, die einen Platz benötigten, auch einen bekommen. „Wir schöpfen die Kapazitäten aus, die wir ausschöpfen können. Aber es ist nicht schön, den Eltern sagen zu müssen, dass ihre Kinder nicht kommen dürfen“, sagt Ahrens. 13 Plätze stehen nach ihren Angaben im Elementarbereich, also für die Drei- bis Sechsjährigen, zur Verfügung und acht Plätze in der Krippe.

Die Not der Eltern werde immer größer, hat Ahrens festgestellt, und der Umgang miteinander immer schwieriger. Zudem bringe die Situation ab heute viele Unsicherheiten mit sich, denn niemand wisse, wann die Inzidenzzahlen wieder unter 100 rutschten und die Kinder in die Kita zurückkehren dürfen. Dazu komme die Sorge der Mitarbeitenden um die eigene Gesundheit, schließlich hatte die Einrichtung an der Heinrich-Laakmann-Straße Mitte März einige Corona-Fälle verzeichnet. Eine Kollegin und sechs Kinder aus ihrer Gruppe hatten sich mit der britischen Variante infiziert. Die Mädchen und Jungen hatten laut Ahrens keine Symptome gezeigt. „Das macht diese Pandemie so gefährlich.“ Mittlerweile hat das Team zwei mal die Woche die Möglichkeit, sich zu testen. Die erste Impfung habe ebenfalls schon ein Großteil der Fachkräfte hinter sich.

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