„Unendlich“: Sabine Seemanns Werke auf Jahresausstellung des Kunstvereins Achim

Eindrücke aus der Natur – malend von der Natur befreit

Ins Schwarze“ lautet der vieldeutige Titel dieses Werkes von Sabine Seemann. Ein Farbschicht türmt sich auf die andere und schafft zähflüssige Bewegung im Bild. Am Sonntag, 30. Oktober, wird die Seemann-Ausstellung im Achimer Rathaus eröffnet.

Achim - Seine diesjährige große Ausstellung im Rathaus eröffnet der Kunstverein Achim mit Arbeiten von Sabine Seemann unter dem Titel „Unendlich“. Sabine Seemann lebt und arbeitet in Ottersberg. Seit 2010 ist sie auch Dozentin der Kunstschule Achim.

Die Ausstellung mit Malerei und Zcichnungen wird am Sonntag. 30. Oktober, im Achimer Rathaus eröffnet. Um 11.30 Uhr beginnt diese Vernissage. Zur Einführung spricht der Bremer Kunsthistoriker Dr. Frank Laukötter. Für den musikalischen Rahmen sorgt Alexander Seemann, Akkordeon.

Dr. Frank Laukötter hat Sabine Seemann vorab in ihrem Atelier besucht und dort einen Eindruck davon gewonnen, was die Besucher erwartet:

„Sabine Seemann arbeitet im Freien, nach der Natur, um dann im Atelier die Zeichnungen zu studieren und ihre Eindrücke frei, befreit von der Natur, in Malereien zu transformieren.

Malen heißt für die Künstlerin nicht, etwas abzumalen, sondern die Farbmaterie so zu modellieren, dass sie in zweierlei Hinsicht wirkt: zum einen als Farbmaterie, als reines malerisches Ereignis, zum anderen als Bedeutungsträger, als Zeichen.

Eine Farbschicht türmt sich auf eine andere, flüssige Farbe rauscht über die Bildfläche und rutscht krustig und wulstig über den Bildrand.

Bewegung ist im Bild, bedingt durch die Zähflüssigkeit der Farben, die Schwerkraft und die Gesten des Modellierens. Das Bild wird förmlich beackert, es wird wie ein Acker traktiert, bis das Bild figürlich ein Acker wird oder eine Landmasse, über der sich, wie beim Gemälde ,ortlos', eine Menge Blaus und Weiß als Himmel erheben und gegen die eine Menge dunklerer Blaus und Graus als aufgepeitschte See branden.

Sämtliche Gemälde in der Ausstellung ,Unendlich' sind mal mehr und mal weniger offensichtlich Landschaftsgemälde. Offensichtlich ist dies bei den Werken ,ins offene und mittendrin', weniger offensichtlich bei ,ins schwarze' und ,strukturenwandel“.

Mal hat das reine malerische Ereignis Oberwasser, die Abstraktion, die Kunst um der Kunst willen, ein anderes Mal die Zeichenhaftigkeit, der Realismus oder der Naturalismus, die Nachahmung der Natur.“

Sabine Seemann beschließt damit ein Ausstellungsjahr, das unter dem Motto „Voll in Farbe“ vier Künstlerinnen zeigte, die das Ziel hatten, durch die ihnen eigene Verwendung von Farbe neue Wirklichkeiten von einem kompromisslos subjektiven Standpunkt aus zu schaffen.

Die Ausstellung im Achimer Rathaus ist bis zum 23. November während der dortigen Öffnungszeiten zu besichtigen.

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