Ärger über Hundetoiletten

Hundeklo in Achim quillt über – weil manche auch ihren Hausmüll reinwerfen

Beutel mit Hundekot aber auch Hausmüll quillen aus dem Behältnis in Uphusen.
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Beutel mit Hundekot aber auch Hausmüll quillen aus dem Behältnis in Uphusen.

Der für Hundekot vorgesehene Mülleimer an der Uphuser Heerstraße in Achim quillt über. Der Bauhof kommt mit der Leerung nicht nach.

  • Nicht nur Tüten mit Hundekot, sondern auch Hausmüll in Behältern entsorgt.
  • Unterhaltung solcher Anlagen kein Schnäppchen.
  • Zurzeit gibt es 35 Hundetoiletten in Achim.

Achim – Werner Denzel aus Uphusen ärgert sich über die Zustände einer Hundetoilette, die in seiner Nachbarschaft an der Uphuser Dorfstraße, Ecke Klinkdamm/Rohöfe steht. „Sie ist im Sommer aufgestellt worden. Drei Wochen lang hat die Leerung gut funktioniert.“ Seitdem quille der Behälter regelmäßig über, bis er erst wieder geleert werde.

Auf Fotos hat Denzel dokumentiert, dass die Anlage mindestens seit dem 19. Dezember nicht mehr geleert worden ist. Aus der Öffnung ragen diverse Tüten heraus, die aber augenscheinlich nicht nur mit Hundekot befüllt sind, auch Hausmüll scheint hier entsorgt worden zu sein.

Zudem sind die speziellen Mülltüten alle, die die Hundehalter der Anlage entnehmen können und in die sie die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner füllen können.

Hundeklos in Achim: Bürger und Reinigungsdienst überfordert

Für Denzel ist klar, dass die Bürger mit dieser Hundetoilette nicht umgehen können, die Stadt überfordere die Leute ebenso wie den eigenen Reinigungsdienst.

Die Vermüllung der Anlage passe zu dem Zeitgeist-Phänomen, dass die Menschen einfach ihren Müll in der Landschaft hinterließen, seien es nun Zigarettenkippen, Kaffeebecher oder der Abfall der Fast-Food-Ketten. „Das zieht sich aber durch alle Schichten der Gesellschaft“, hat der Uphuser festgestellt.

Denzel hält grundsätzlich nichts von diesen Hundetoiletten, zumal sie auch teuer seien. Im Internet würden sie für rund 500 Euro angeboten, der Aufbau nicht mitgerechnet.

Anschaffung und Installation schlagen sogar mit 1 000 Euro zu Buche, hinzu komme noch die Unterhaltung durch den Bauhof, sagt dessen stellvertretender Leiter Daniel von Salzen. 300 Euro stehen dafür jährlich in den städtischen Produktbüchern.

Von Salzen berichtet entsprechend von Kritikern der Hundetoiletten. „Andere wiederum fordern die doppelte bis dreifache Anzahl.“ 35 gibt es seinen Angaben zufolge auf städtischem Gebiet.

Hintergrund der Aufstellung ist dem Bauhofmitarbeiter zufolge, dass die Stadt den Anwohnern nicht zumuten möchte, dass sie die Exkremente der Tiere anderer Leute vor ihrer Haustür wegmachen müssen. Dazu wären sie laut Straßenreinigungssatzung eigentlich verpflichtet. Es handelt sich also um ein Entgegenkommen gegenüber den Bürgern in den Siedlungen. In der Feldmark würden die Anlagen nicht aufgestellt. Es ist aber auch eine Reaktion auf die Tatsache, dass viele Halter den Kot ihrer Hunde einfach an den Straßen und auf den Grünstreifen liegen lassen.

Hundeklos in Achim: Bauhof-Belegschaft wegen der Feiertage unterbesetzt

Was den von Werner Denzel beanstandeten, aus seiner Sicht ungenügenden Reinigungsturnus angeht, bittet von Salzen um Nachsicht. Wegen der Feiertage sei die Bauhof-Belegschaft nur zur Hälfte besetzt, müsse aber das normale Entsorgungsaufkommen bewältigen. Und das umfasst neben den Hundetoiletten auch die vielen öffentlichen Mülleimer. Dazu komme der Kampf gegen den Mülltourismus, wenn etwa Sofas aus den Büschen gezogen werden müssten. Im Einzelfall könne es zu solchen Begebenheiten kommen wie beschrieben. „Im Großen und Ganzen klappt es aber.“

In der Regel würden die Anlagen für den Tierkot zwei Mal in der Woche geleert. Und dann auch die Tüten nachgefüllt, pro Vorgang und Anlage 300, macht in der Woche also 600 Tüten.

Daniel von Salzen, selbst Hundehalter, hat in diesen Tagen festgestellt, dass überdurchschnittlich viele Leute mit ihren Vierbeinern unterwegs seien und entsprechend auch die städtischen Vorrichtungen nutzten, vor allem an besonders stark frequentierten Orten, wie an der Pfingstwiese oder im Ueser Hafen.

Er könne nur an die Halter appellieren. „Denn der Hund kann nichts dafür. Er muss nun mal sein Geschäft verrichten, wie der Mensch auch.“

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