Der „Naturruh Mose-Garten“ bietet Grabstätten ohne Pflegeverpflichtung, aber mit hohem ökologischen Stellenwert

Ein Ort zum Verweilen

Freuen sich über den ersten Mose-Garten: (von rechts) Bauhofleiter Heiko Haase, Steinmetz Jens Spieler, Friedhofsgärtner Andreas Noltemeyer, Susanne Wacker (Friedhofsausschuss), Angela Krtschal (Kirchenbüro) sowie die Bestatterinnen Heidi Riedl-Bödeker und Hilke von Mach-Eickhorst.
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Freuen sich über den ersten Mose-Garten: (von rechts) Bauhofleiter Heiko Haase, Steinmetz Jens Spieler, Friedhofsgärtner Andreas Noltemeyer, Susanne Wacker (Friedhofsausschuss), Angela Krtschal (Kirchenbüro) sowie die Bestatterinnen Heidi Riedl-Bödeker und Hilke von Mach-Eickhorst.

Achim – „Die Friedhofskultur verändert sich“, sagt Andreas Noltemeyer. Immer mehr Hinterbliebene entschieden sich für Urnenbestattungen und für Gräber, die „nicht viel Arbeit machen“. Zudem wollten viele Trauernde den „ökologischen Wert der Grabstelle erhöhen“ und griffen daher auf insektenfreundliche Pflanzen zurück. Das Bestattungskonzept „Naturruh“ greift diese Wünsche jetzt auf.

Zwei Grabanlagen mit dem Namen „Naturruh Mose-Garten“ sind nun auf dem evangelischen Friedhof am Rathauspark sowie auf dem städtischen Friedhof in Bierden entstanden. Die Initiatoren sind Friedhofsgärtnermeister Andreas Noltemeyer und der Steinmetzmeister Jens Spieler aus Ottersberg.

Entwickelt wurde das Konzept „Naturruh“ vom Bund Deutscher Friedhofsgärtner und bei der internationalen Gartenausstellung 2017 in Berlin erstmals vorgestellt, berichtet Noltemeyer. Auf einem eigens dafür ausgewiesenen Areal auf dem Friedhof bietet der „Naturruh-Mose-Garten“ sowohl Einzel- als auch Urnenpartnergräber. Laut Noltemeyer erwirbt der Kunde für 20 Jahre einen Anteil an der Grabfläche. Darin enthalten ist auch die Pflege durch den Friedhofsgärtner.

Es gehe bei dem Naturruh-Konzept um „Naturschutz und Bestattung als Gesamtkunstwerk“, sagt Noltemeyer. So schlängelt sich auf dem Friedhof am Rathauspark ein Weg durch die Beete, eine Bank lädt zum Verweilen ein. Futterstellen und Nistkästen, Insektenhotels und Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere gehören ebenfalls zu den festen Bestandteilen dieser Areale.

„Sie werden hier keine schwarz polierten Grabsteine finden, sondern naturnahe Steine“, erklärt Steinmetz Spieler das Konzept. Auf dem evangelischen Friedhof gibt es 52 Plätze, in Bierden liegt der Mose-Garten unter Bäumen und umfasst 35 Partner- und 50 Einzel-Urnengräber. „Wir wollen keine Konkurrenz zum Familiengrab schaffen, sondern Alternativen anbieten“, macht Noltemeyer deutlich. Das sieht Jens Spieler ähnlich. Für ihn sind die Mose-Gärten eine gute Alternative zu den Friedwäldern, denn die seien oft weit entfernt und nicht mal eben mit dem Rad zu erreichen.  sb

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