Rüdiger Dürr erhält Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Ein Kümmerer, der gerne anderen hilft

Das Bundesverdienstkreuz am Bande würdigt das beispielhafte ehrenamtliche Engagement von Rüdiger Dürr (links) inklusive seines Einsatzes in der Kommunalpolitik. Gattin Christine und Laudator Landrat Peter Bohlmann gehörten zu den ersten Gratulanten.
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Das Bundesverdienstkreuz am Bande würdigt das beispielhafte ehrenamtliche Engagement von Rüdiger Dürr (links) inklusive seines Einsatzes in der Kommunalpolitik. Gattin Christine und Laudator Landrat Peter Bohlmann gehörten zu den ersten Gratulanten.

Achim – Landrat Peter Bohlmann überreichte am Samstagnachmittag dem Ratsherrn und stellvertretenden Bürgermeister Rüdiger Dürr im Namen des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Stadtbibliothek würdigte der Landrat in einer humorigen Rede Dürrs langjähriges Engagement im Beisein von Familienmitgliedern und einigen Freunden und Wegbegleitern.

Seit mehr als 30 Jahren engagiere sich Dürr in der Kommunalpolitik ehrenamtlich und habe sich in besonderer Weise um die Entwicklung der Stadt Achim verdient gemacht, erklärte Bohlmann.

Das Bremer Musikerpaar Anja und Oliver Rosteck hatte die Feier mit der Sonate in C-Dur für Querflöte und Cembalo von Johann Christoph Friedrich Bach klangvoll eröffnet. Anschließend begrüßte Gastgeber und Erster Stadtrat Bernd Kettenburg die 20-köpfige Festgesellschaft mit den Worten: „Dies ist ein besonderes Ereignis für die Stadt Achim, das nun endlich im vierten Anlauf stattfinden kann. Wenn drei Mal Bremer Recht ist, ist vier Mal Achimer Recht.“ Denn genauso oft wurde die Verleihung pandemiebedingt verschoben, die ursprünglich im November des vorigen Jahres hatte stattfinden sollen.

In seiner Rede zeichnete Bohlmann Dürrs Leben und Wirken nach und würdigte seinen unermüdlichen Einsatz für Bildung, Religion und Kultur sowie gute Nachbarschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Rüdiger Dürr, der 1947 in Torgau an der Elbe geboren wurde, verließ 1951 die sowjetische Besatzungszone mit den Eltern in Richtung Rüningen bei Braunschweig, wo er aufwuchs. Dort lernte er seine spätere Gattin Christine kennen, die er 1974 heiratete. Nach dem Abitur studierte Dürr katholische Theologie in Frankfurt und später in Braunschweig, wo die Fächer Englisch und Geschichte, Pädagogik, katholische Religion und Psychologie hinzukamen. Auch Christine Dürr studierte und beide unterrichteten in einer ersten gemeinsamen Lehrerstation in Vienenburg am Harz. Anfang der 1980er-Jahre folgten sie einem Inserat der katholischen St.-Johannis-Schule in Bremen. Aber nicht Bremen wurde ihre neue Heimat, sondern Achim.

Der Glaube spielt für Rüdiger Dürr eine sehr wichtige Rolle. Schon kurze Zeit nach seiner Ankunft in Achim kandidierte er für den Kirchenvorstand in St. Matthias, dem er viele Jahre angehörte. Sein kommunalpolitisches Engagement in Achim begann als Vorsitzender der Jungen Union, später war er knapp drei Jahrzehnte Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes (bis 2019). Seit 1986 gehört er für seine Partei, deren Ehrenvorsitzender er heute ist, dem Stadtrat an. Seit 2011 fungiert er als stellvertretender Ratsvorsitzender und seit 2014 als stellvertretender Bürgermeister der Weserstadt. Inhaltlich bildeten die Bildungs- und Kulturpolitik seine Schwerpunkte. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei die Entwicklung der Stadtbibliothek, für deren Umzug er aus der alten Feuerwache ins Achimer Rathaus maßgeblich verantwortlich zeichnete. Auch gründete Dürr 2005 mit weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern den Förderverein der Stadtbibliothek, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Abendliche Lesungen und Vorträge bilden die Programmpunkte, die Dürr regelmäßig in diesem Rahmen organisiert. Die Lesekompetenz der ganz jungen Menschen zu stärken, ist ihm sehr wichtig. Einmal monatlich veranstaltet er ein Bilderbuchkino für Kinder ab zwei Jahren und organisiert Lesestunden. Zudem ist Dürr Mitbegründer des Kulturnetzwerkes Achim, das 2016 erstmalig ein Kulturfest realisierte, bei dem Achimer Kunst- und Kulturschaffende ihr kreatives Potenzial präsentierten. In seiner Kirchengemeinde St. Matthias unterstützt er den katholischen Kindergarten und die Kirchenrenovierung mit den Einnahmen einer Konzertreihe. Ein offenes Ohr für die Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürgern der Stadt hat er als stellvertretender Bürgermeister während seiner regelmäßigen Sprechstunden im Rathaus. „Ihnen gefällt diese Aufgabe“, erklärte Peter Bohlmann, „weil Sie nicht nur zuhören, sondern den Menschen bei ihren Anliegen oft weiterhelfen können. Sie sind ein Kümmerer, der gerne anderen hilft.“ Was ihn auszeichne, sei, dass er sich als Kommunalpolitiker auch über die Ratstätigkeit hinaus immer wieder ehrenamtlich einbringe, betonte Bohlmann in seiner Laudatio. „Das macht Sie zu einem Vorbild. Lieber Herr Dürr, Sie haben sich durch Ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im kommunalpolitischen Bereich um die Allgemeinheit verdient gemacht. Herzlichen Dank.“

Rüdiger Dürr zeigte sich gerührt. Er sehe in der Verleihung mehr als eine Anerkennung seines persönlichen Wirkens: „Vielmehr würdigt diese Auszeichnung stellvertretend alle Menschen, die sich in Politik, Kirche und im sozialen Leben engagieren“, erklärte der Achimer. Besonders stolz mache ihn die Tatsache, dass sein Sohn Christopher an dieser Ehrung maßgeblich beteiligt gewesen sei, etliche Fürsprecher dafür gewonnen habe. Sein Dank gehöre natürlich den Wegbegleitern, die seine Arbeit unterstützten und seiner Gattin Christine, die ihm in der Vergangenheit geduldig zugehört, ihn beraten und oftmals geerdet habe. Er wolle sich weiterhin für Gesellschaft, Kirche und Stadt einsetzen, versprach der Verdienstkreuz-Träger, damit das Leben in Achim lebenswerter, fröhlicher und harmonischer werde.

Von Ingo Schmidt

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