„Eis wie Sahne“ und „Koenig’s Schmalzkuchen“

Ein kleines Bisschen Freimarkt in Achim

Louis Koenig betreibt die Achimer Außenstelle von Koenig’s Schmalzkuchen an der Obernstraße beim Autohaus Jäkel.
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Auf Anfrage gebucht: Louis Koenig betreibt die Achimer Außenstelle von Koenig’s Schmalzkuchen an der Obernstraße beim Autohaus Jäkel.

Achim – Ein kleines Bisschen Freimarkt kann man sich seit Kurzem in Achim auf der Zunge zergehen lassen – am „Eis wie Sahne“-Stand, den Fred Eick und Lebenspartnerin Ramona Rinas aus Erichshof neben der Westfalen-Tankstelle aufgebaut haben, und bei „Koenig’s Schmalzkuchen“ an der Obernstraße, einem Betrieb der Oytener Schausteller-Familie Koenig.

Seit Anfang Mai bekommt man bei Schausteller-Gehilfe Thorsten von Brocken während der Öffnungszeiten von 11 bis 19 Uhr das typische Eis wie Sahne – dazu verschiedene Geschmacksrichtungen sowie Streusel und Soßen nach Wahl.

Auf Wunsch eines Privateigentümers, der Rinas’ Stand in Erichshof bemerkt hatte, war der Eisstand vor rund vier Wochen von Stuhr-Fahrenhorst nach Achim gezogen – und soll voraussichtlich bis zum Herbst hierbleiben. Rinas betreibt in Erichshof und Fahrenhorst drei weitere Stände: zwei mit Eisverkauf und eine „Vollbäckerei“ mit Crêpes und Schmalzkuchen. Hinzu kommen zwei Fahrgeschäfte - ein Kinderkettenflieger und ein Kinderkarussell - die aber zurzeit nicht im Einsatz sind. „Wir sind sonst in ganz Deutschland und beim internationalen Harley-Treffen in Österreich unterwegs“, erzählt der 58-jährige von Brocken. Das Kerngeschäft sind Rinas zufolge Messen, Schlossfeste und Landpartien. Auch sie wurde von der Corona-Krise kalt erwischt: „Letztes Jahr hatten wir eine neue Maschine gekauft und alles zusammengepackt. Dann las ich abends vor der Abfahrt die Nachricht: Die Messe fällt aus“, erzählt Rinas. Auch für dieses Jahr hegt sie wenig Hoffnung auf Normalität: „Bislang wurde alles abgesagt.“

Eis wie Sahne gibt es an der Embser Landstraße bei der Westfalen-Tankstelle. Hier verkauft Mitarbeiter Thorsten von Brocken den Freimarkt-Klassiker.

Louis Koenig bietet seinen Kunden täglich in der Zeit von 12 bis 17 Uhr beliebte Kirmes-Spezialitäten an: heißen Schmalzkuchen (oder wie der Bremer sagt: „Mutzenmandeln“) und frische Quarkbällchen.

Auf Anfrage des Autohauses Jäkel haben die Koenigs ihrer Verkaufsbude, die seit letzten Sommer im Oytener Industriegebiet steht, eine Außenstelle hinzugefügt. „Die haben uns angeschrieben, ob wir kommen können. Und unter Corona muss man ja gucken, wie man Geld verdient“, sagt Louis Koenig mit Blick auf die vielen abgesagten Märkte und damit verbundene Existenznöte.

Einer der wenigen Märkte im Jahr 2020 war der Freipaak, die verkleinerte und unter strengen Hygieneauflagen genehmigte Version des Bremer Freimarkts. Dafür hatten sich die Koenigs auch beworben. „Aber nach drei Tagen war Schluss“, erinnert sich der 26-Jährige. „Das war der erste Sommer in meinem Leben, den ich zu Hause verbracht habe“, sagt der Jungunternehmer, der nach eigenen Angaben mit 19 Jahren seinen ersten Schmalzkuchenstand übernahm. Doch Louis Koenig will nicht jammern: „Wir Schausteller sind bei Gott nicht die einzigen Betroffenen der Krise“, sagt er und drückt der gesamten Kultur- und Veranstaltungsbranche sein Mitgefühl aus.

Die Hoffnung auf eine „Sommerwiese“ als Ersatz für die abgesagte „Osterwiese“, über die gerade die Bremische Bürgerschaft diskutiert, hat Louis Koenig noch nicht aufgegeben. Ziemlich konkret seien zudem Pläne für einen temporären Freizeitpark in Goslar (Harz). Ansonsten werde die Familie weitermachen wie gehabt. „Gelegentlich mache ich Lkw-Fahrten für einen Bekannten, um mich zu beschäftigen, und in Übung zu bleiben. Ansonsten ist das hier die einzige Einnahmequelle“, lässt Louis Koenig wissen.

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