Bilder als Zeugnis der Zuversicht

Mut zu ehrlicher Trauer: Ausstellung des Vereins Sterneneltern im Rathaus

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Verena Dillenburg und Stefanie Gebers (v.l.) bieten Unterstützung mit Trauerbewältigung, wenn Kinder ihren Weg auf dieser Welt zu früh beenden müssen. 

Mit Farbe und Bildern voller Zuversicht begegnet die aktuelle Ausstellung im Rathaus-Foyer einem Tabuthema: Unter dem Titel „Sternenkinder“ sind dort bis zum 27. Juni auf drei Etagen Bilder zu sehen, die Mitte Mai bei einem Kreativnachmittag des Vereins Achimer Sterneneltern entstanden sind. 

Achim - Als Sternenkinder werden solche Kinder liebevoll bezeichnet, die vor, während, oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Familien und Angehörige sind mit einer solchen Situation oft überfordert – sie neigen dazu, das Thema zu verdrängen und verpassen so eine angemessene Trauerbewältigung.

Unterstützung für Betroffene bietet der Achimer Sterneneltern-Verein, der 2014 aus einer Selbsthilfegruppe heraus entstanden ist. Mit Aktionen wie dieser Ausstellung möchten die Initiatorinnen auf ihr Engagement aufmerksam machen und Mut zu ehrlicher Trauer wecken. „Heute kommen auch Eltern unserer Elterngeneration auf uns zu“, berichtet Vorsitzende Stefanie Gebers, „um dem unterdrückten Schmerz vergangener Jahrzehnte endlich etwas entgegenzusetzen.“

Die 42 Bilder zeigen allerdings keine traurigen Motive, sondern sind Zeugnis der Zuversicht. „Jedes Bild ist mit Namen des Künstlers oder der Künstlerin sowie Namen des verstorbenen Kindes mit Altersangabe gekennzeichnet“, erklärt die zweite Vorsitzende Verena Dillenburg.

Die Initiatorinnen begrüßten zur Ausstellungseröffnung am Samstag im Rathaus nur wenige Besucher.

Die Sternenkinder werden dadurch zu einem sehr realen Bestandteil der jeweiligen Familiengeschichte und helfen, Vorbehalte beim Betrachter abzubauen. „Viele Angehörige wissen nicht, wie sie in solchem Falle reagieren sollen“, weiß Verena Dillenburg aus eigener Erfahrung. „Sie versuchen das Ereignis herunterzuspielen und sind damit oft keine Hilfe.“ Aus diesem Grund haben Betroffene auf zwei großen Stellwänden niedergeschrieben, welche Aussagen sie verletzt haben und welche Art der Unterstützung ihnen nützlich war.

Ferner steht im Mittelpunkt der Ausstellung eine Skulptur, die zwei Väter geschreinert haben, und von weiteren Familienangehörigen der Sternenkinder bunt gestaltet wurde. Als hölzerne Wendeltreppe schafft sie eine stille Verbindung. „Diese Bilder bringen den Himmel auf die Erde“, kommentiert Besucher Reinhard Nestvogel die Ausstellung.

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