1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Achim

Ehrenamtliche in der Stadtbibliothek Achim helfen bei Alltagsproblemen mit PC, Smartphone und Co.

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lisa Duncan

Kommentare

Ob „Helden des PC-Alltags“ oder schlicht Helfer – immer mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr können sich Senioren PC-Nachhilfe in der Stadtbibliothek Achim holen. Das
Ob „Helden des PC-Alltags“ oder schlicht Helfer – immer mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr können sich Senioren PC-Nachhilfe in der Stadtbibliothek Achim holen. Das © Duncan

Achim – Technik erleichtert heutzutage vieles. Die Kehrseite der Medaille: Wer damit nicht umgehen kann, ist schon in alltäglichen Situationen schnell außen vor. So setzten auch Behörden mittlerweile auf Online-Formulare, sagt die 75-jährige Nitya Krießmann. Darum sei der Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. auch für die ältere Generation ein Muss – „ob man will oder nicht“.

Das Thema beschäftigte Nitya Krießmann und ihre Freundin Monika Storbeck. „Dafür müsste die Stadt eine Stelle schaffen, wo man hingehen kann. PC-Hilfen für den Alltag – so etwas müsste es mal geben“, waren sie sich einig.

Ihr Vorschlag stieß beim Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Achim auf offene Ohren, sodass das Gremium einen Aufruf in der Presse für ein neues Angebot startete. Manfred Winsemann, Walter Brumberg und André Fleischmann zeigten Interesse. Seit dem 9. März berät einer der drei immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr in der Stadtbibliothek Senioren bei PC-Problemen.

Wie kann man online einen neuen Reisepass beantragen oder auf dem Smartphone Corona-Testzertifikate sortieren und abspeichern? Und wo macht Google unsere Fotos hin?“, schildert die 75-Jährige die PC-Probleme, die sie aktuell beschäftigen. Weil sie sich wünscht, dass die ehrenamtlichen PC-Hilfen weiterlaufen, erzählt sie auch Freunden und Bekannten von dem Angebot. „Ungewollte Post aus Indien“ veranlasste ihre Freundin Monika Storbeck, sich Hilfe am PC zu suchen.

Statt Expertenwissen zu vermitteln, brauche es einfache Erklärungen. „Ich will nur verstehen, was ich machen muss, die technischen Details interessieren mich nicht“, so Krießmann. „Das hier ist so was wie ein Kindergarten für Ältere“, sagt sie und schmunzelt unter ihrer FFP2-Maske.

Manfred Winsemann (85) hatte zuvor PC-Kurse im Geschäft seines Sohnes gegeben, die stets gut besucht waren. „Das hat sich wunderbar angelassen“, erzählt er. Vom richtigen Abspeichern bis hin zu Bildbearbeitung habe er sich mit der Gruppe thematisch vorgearbeitet. Auch die Internetseite des Bremer Shantychors hat er gestaltet. Das Wissen dafür habe er sich über Google und Youtube geholt. „Ein Smartphone kann ich wohl bedienen, aber der PC ist mein Schwerpunkt“, sagt der ehemalige Berufsschullehrer.

 Computer sind für mich nichts anderes als ein Werkzeug.

André Fleischmann

Auch André Fleischmann bringt Erfahrung als Vermittler von PC-Kenntnissen mit. Acht Jahre lang gab der Rentnern Nachhilfe am Computer, meist jedoch nicht in Präsenz, sondern oftmals habe er sich per Fernwartung auf den Rechnern eingeloggt. „Manche haben sich da vor lauter Gedöns gar nicht mehr zurechtgefunden“, erzählt der 53-Jährige. Er rät, sich auf keinen Fall von der Technik einschüchtern zu lassen. „Computer sind für mich nichts anderes als ein Werkzeug.“ Alles könnten die Ehrenamtlichen nicht beantworten, betont er: „Wir sind alle nicht perfekt. Sicher sagen wir auch mal: Das weiß ich nicht, aber kann es vielleicht beim nächsten Mal beantworten.“ Winsemann pflichtet ihm bei: „Wenn ich ein Problem nicht kenne, dann frage ich mich, wie würde ich es lösen? Gewusst wo, das ist unheimlich wichtig.“

„Ich habe mich vor allem aus Spaß und Interesse gemeldet“, sagt der Dritte im Bunde, der 72-jährige Walter Brumberg. Mit Smartphone, Tablet und Co. kenne er sich durch den privaten Gebrauch ganz gut aus. Die richtigen Voraussetzungen, um Dietrich Drewes unter die Arme zu greifen. Auf seinem iPhone hat Brumberg ihm schon die wesentlichen Einstellungen und Apps eingerichtet. Das Smartphone hat der Bau- und Fuhrunternehmer aus Emtinghausen kürzlich geschenkt bekommen, erzählt er – und bislang vor allem ein älteres Tastenmodell, den guten alten „Nokia-Knochen“ genutzt. „Aber heute geht’s darum, auch Fotos mit dem Handy zu machen. Alles muss dokumentiert werden.“

Der Titel „Helden des PC-Alltags“, wie das Beratungsangebot zunächst beworben wurde, passt Manfred Winsemann übrigens ganz und gar nicht. „Helden, das sind ganz andere“, sagt er. PC-Helfer – das treffe es schon eher.

Weitere Infos und Anmeldung

Anmeldungen für die PC-Helfer in der Stadtbibliothek nimmt der Senioren- und Behindertenbeirat über Telefon 04202/  9160129 oder per E-Mail an info@sebe.achim.de entgegen.

Auch interessant

Kommentare