Mit dem Stift zum Leben erweckt

Student Thore Clausen hat Graphic Novel über Cato Bontjes van Beek illustriert

Insgesamt drei Jahre lang hat Thore Clausen aus Dibbersen an der Graphic Novel über Cato Bontjes van Beeks Leben gezeichnet. Der ehemalige Achimer Schüler hat diese kürzlich gemeinsam mit seinem früheren Schulleiter herausgebracht.
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Insgesamt drei Jahre lang hat Thore Clausen aus Dibbersen an der Graphic Novel über Cato Bontjes van Beeks Leben gezeichnet. Der ehemalige Achimer Schüler hat diese kürzlich gemeinsam mit seinem früheren Schulleiter herausgebracht.

Achim / Dibbersen – Was das Malen anbelangt, da ist er schon im Kindergarten sehr produktiv gewesen, sagt Thore Clausen über sich selbst. Der 20- Jährige ist ehemaliger Schüler des Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums und hat kürzlich mit dessen Leiter Dr. Stefan Krolle eine Graphic Novel über das kurze Leben der Widerstandskämpferin aus Fischerhude herausgebracht, von der seine alte Schule ihren Namen hat (wir berichteten).

Die Bilder darin stammen allesamt von dem Dibberser.

„Wir haben den ganzen Dachboden voller Erstlingswerke“, sagt der Vater des Studenten lachend, als er während des Termins an der Wohnküche der Familie vorbeigeht. Thore erzählt, dass er in der weiterführenden Schule dann ambitionierter geworden sei, mehr übers Zeichnen wissen wollte. Dabei hätten ihm Videos geholfen und ein bisschen auch der Kunstunterricht.

Mittlerweile hat der begabte junge Mann seine Leidenschaft zwar noch nicht ganz zum Beruf gemacht, aber er ist auf dem besten Weg dahin. Denn Thore studiert im fünften Semester Kunst und Englisch in Osnabrück. Dass er das auf Lehramt macht, ist seine Absicherung. „Es ist ja nicht so einfach, in so einem Bereich standfest zu werden und sagen zu können: Davon kann ich leben.“ Aber am liebsten wäre Thore dann doch von Beruf Comic-Zeichner und Illustrator.

Comics und Graphic Novels (Comics in Buchformat, die ich meist komplexeren Themen widmen) bezeichnet er als seinen Kernbereich. Und wenn der 20-Jährige erst einmal anfängt, zu zeichnen, dann vergeht schnell mal sehr viel Zeit, sagt er. Daneben macht er „in letzter Zeit auch gern Animationen“. Denn auch für die seien sehr viele Zeichnungen nötig, um etwa Bewegungen präzise abzubilden, nicht nur für dessen Vorgänger Trickfilm. Und Thore zeichnet realistisch. Dem Malen hingegen widmet er sich mittlerweile weniger – und wenn, dann passiert das auf digitale Weise, wie vieles bei dem Dibberser. „Das letzte Mal, dass ich eine Leinwand angefasst habe, ist lange her“, unterstreicht Thore.

Dafür hat er seinen Skizzenblock umso häufiger in den Händen. Der ist auch mit im Gepäck, als der 20-Jährige für die offizielle Vorstellung des Werks über Cato in einer Achimer Buchhandlung angereist ist. Darin warten viele Blätter aus der Veranstaltung „Atelier-Lehre Zeichnen“ auf ihren Feinschliff. Einige davon zeigen Szenen aus seinem Studentenalltag.

Wenn Thore Clausen zu Stift und Block oder zum Tablet greift, um zu zeichnen, dann können schon einmal Stunden vergehen.

Neben der Uni arbeitet Thore Clausen auch für andere Projekte mit seinem ehemaligen Schulleiter Krolle zusammen, erschafft hin und wieder auch mal Auftragszeichnungen, wenn ihn Anfragen über Social Media erreichen und hat womöglich ein Projekt mit einem Bündnis gegen Rassismus in Aussicht. Bleibt dann noch Zeit, dann liest der Bewohner einer WG gern Bücher und trifft sich am Wochenende online mit Freunden, um das Computerspiel „Dungeons & Dragons“ zu spielen.

Die Bilder für den Cato-Comic sind Thore zufolge in Schüben entstanden – schließlich habe er während der vergangenen drei Jahre unter anderem sein Abitur gemacht. Aber wie lautet ein altes Sprichwort? Gut Ding will Weile haben. Und dass sich Thores Arbeiten sehen lassen können, das haben bereits vor der Fertigstellung der Graphic Novel die Frauenort-AG Cato Bontjes van Beek, das Netzwerk Erinnerungskultur im Landkreis Verden, der Flecken Ottersberg, die Stadt Achim sowie der Verein Wabe Verden honoriert. Sie haben ihm den Cato-Bontjes-van-Beek-Jugendpreis verliehen.

Wer diesen gewinnt, hat sich zuvor für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit stark gemacht. Der Preis ist 2020 erstmals vergeben worden und soll künftig alle zwei Jahre ausgelobt werden. „Die eingereichte Arbeit von Thore Clausen stach durch ihre Qualität und Reichweite deutlich heraus und ist sehr wirkungsstark“, befand die Jury einem Artikel zufolge.

Von Juliane Klug

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