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Ehemalige Achimerin Anke Unger schreibt Fantasy-Trilogie

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Von: Lisa Duncan

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Inzwischen in Schweden heimisch geworden: Anke Unger hat unter dem Titel „Meermädchen“ gerade den ersten Teil einer Fantasy-Trilogie herausgebracht.
Inzwischen in Schweden heimisch geworden: Anke Unger hat unter dem Titel „Meermädchen“ gerade den ersten Teil einer Fantasy-Trilogie herausgebracht. © Privat

Achim – Mithilfe der Literatur in fantastische Welten einzutauchen, das war schon immer ihr Ding, sagt Anke Unger, ehemals Reinecke. Auch als sie selbst noch bei der Zeitung gearbeitet hat. Denn die 55-Jährige volontierte einst bei der Verdener Aller-Zeitung und arbeitete auch einige Jahre als Redakteurin für die Kreiszeitung, unter anderem in Walsrode und Sulingen.

Später war sie als freie Journalistin tätig. Inzwischen lebt sie in Karlskrona, Schweden, und schreibt Fantasy-Romane. Vor gut fünf Jahren erschien ihre erste vierteilige Reihe, die „Chroniken der Götter“, bei einem schwedischen Verlag. Nun hat sie eine neue Trilogie mit dem Titel „Chroniken von Amazonia“ fast fertiggestellt. Der erste Band „Meermädchen“ ist just beim deutschen Weltenbaum-Verlag erschienen.

Schon als Kind sei sie etwa durch die Lektüre von Michael Endes „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ nachhaltig geprägt worden. Doch bis sie den Mut fasste, es als Autorin selbst einmal in diesem Genre zu versuchen, gingen noch viele Jahre ins Land. Auch eine Auftragsarbeit für die römisch-katholische Ordensgemeinschaft der Kanisiusschwestern in der Schweiz hat ihr zufolge Einfluss auf den Berufswunsch genommen. Ihre christliche Weltanschauung sei mystisch geprägt: „Spannend ist, dass unter diesen Ordensschwestern der Glaube an Schutzheilige sehr verbreitet ist“, berichtet sie.

Nachdem sie sich in ihrer ersten Fantasy-Reihe mit Göttern beschäftigt hatte, führt die neue Buchreihe in die Welt der Sagen – konkret gesagt geht es um Meermädchen und Amazonen.

Dabei ist die Autorin quasi in ihrem Element: „Ich mag Wasser sehr gerne“, betont Unger. Als sie etwas über das Hobby „Mermaiding“ las, wobei sich Mädchen oder Frauen Fischflossen anziehen und damit umhertauchen, war die Idee gesetzt: Das nächste Buch soll sich um diese mystischen Meereswesen drehen. So sei eine der beiden Protagonistinnen eine Straßendiebin, die davon träumt, eine Meerjungfrau zu sein. Da sie sich aufgrund der kriminellen Laufbahn oft aus unangenehmen Situationen herauswinden muss, hat sie eine besondere Fähigkeit entwickelt: „Sie erzählt Geschichten und redet sich damit heraus“, schildert Unger. Die zweite Hauptfigur des Romans gehört dem Volk der Amazonen an. Diese teilweise dem Reich der Legenden entsprungenen weiblichen Nomaden sollen laut Unger in Anatolien gelebt haben, das einst zu Griechenland gehörte. Ihnen wurde zugeschrieben, dass sie nur kurzzeitige Partnerschaften eingingen. Ging aus dieser Verbindung ein Junge hervor, blieb er beim Vater. Nur Mädchen durften mit den Amazonen weiterziehen. Am Ende stehen sich die beiden Protagonistinnen übrigens in einem Kampf unter Wasser gegenüber.

Neben allgemeiner Recherche über Amazonen-Legenden habe sie beispielsweise Kleists „Penthesilea“ noch einmal gelesen. „Ich habe meine eigenen Ideen dazu entwickelt, aber die Legenden und Geschichten als Hintergrund genommen“, erklärt Unger. Dass sich die Amazonen eine Brust amputierten, um sich beim Bogenschießen auf dem Pferd mehr Wendigkeit zu verschaffen, ist Unger zufolge ein Mythos. Als gelernte medizinische Fachangestellte kann sie sich zumindest nicht vorstellen, dass eine ganze Bevölkerungsgruppe diese freiwillige Verstümmelung für einen minimalen Vorteil auf sich nehmen würde.

Um ihr Buch zu bewerben, hat Anke Unger diesmal übrigens Neuland betreten: Bevor sie ihren Roman in Buchform veröffentlicht hat, erschien er häppchenweise bereits auf Facebook und Instagram. Was ihr zunächst nicht ganz geheuer war, habe sich als überaus nützlich erwiesen: „Das Tolle ist: Man bekommt direkt eine Rückmeldung.“ Und es habe ihr gezeigt, dass auch viele jüngere Frauen zwischen 19 und 29 Jahren ihre Bücher lesen.

Rund fünf Jahre hat Unger an ihrer Fantasy-Trilogie gearbeitet. Sie tauche gerne tiefer ein in die Welten, bevor sie diese schreibend entstehen lässt. Damit hebe sich die Schriftstellerei wohltuend vom schnelllebigen Zeitungsgeschäft ab. „Aber ein ganzes Buch durchzuplanen, ist schon heftig“, merkt sie an. Das Manuskript, das sie beim Verlag eingereicht hatte, umfasste zunächst 700 Seiten, die die Autorin auf Anraten des Lektorats auf zwei Bände aufteilte. „Darum endet der erste Band mit einem Cliffhanger“, so Unger. Auch den dritten Band hat sie fast fertig – er soll am 1. Juli erscheinen.

Mit ihren Vorgängerromanen hat Unger keine Reichtümer verdient, aber immerhin einen Achtungserfolg erzielt: Mehr als 1000 Exemplare seien verkauft worden, laut ihrem damaligen Verlag hätten es aber mindestens 2000 sein müssen. Die Bücher sind weiterhin erhältlich, denn Unger gibt sie nun im Selbstverlag heraus.

Mit ihren „Chroniken von Amazonia“ geht Unger das erste Mal auf Lesereise: Am Samstag, 7. Mai, liest sie auf der Buchmesse „Fabula est“ im Theater und Konzerthaus in Solingen aus ihrem Roman. Gut vorstellen könne sie sich auch eine Lesung in Achim, wo sie wegen familiärer Verbindungen ab und zu noch zu Besuch ist.

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