Landgericht spricht Urteile gegen drei Angeklagte

Drogendealer wandert von Knast in Entziehungsanstalt

Achim - Zweimal Haftstrafen und eine Bewährungsstrafe hat die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Verden Mittwoch in dem Prozess gegen drei Angeklagte aus Bremen und Achim verhängt. Am Ende der Urteilsverkündung im Drogenprozess hob der Vorsitzende den Haftbefehl gegen einen 30-Jährigen aus Bremen-Hemelingen auf. Nach rund neun Monaten wurde er sofort aus der Untersuchungshaft entlassen.

In dem Verfahren galt der 30-Jährige als derjenige, der die Geschäfte koordinierte. Doch verurteilt wurde der 30-Jährige nur wegen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Der Besitz von 1500 Gramm Marihuana und 275 Gramm Kokain konnte ihm aus Sicht der Kammer nicht nachgewiesen werden.

Das Gericht verurteilte den 30-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren und neun Monaten. Gleichzeitig wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Aus einer solchen war der Angeklagte, dessen Bundeszentralregisterauszug bereits 28 Eintragungen zählt, erst im Oktober 2017 entlassen worden. Bereits während dieser Unterbringung hatte er Kokain und Alkohol konsumiert. Davon hatte er in dem Prozess berichtet.

„Da fragt man sich, warum noch mal Therapie? Führt er da nicht das selbe Schauspiel wieder auf?“, so der Vorsitzende Richter Daniel Hauschildt. Aber eine psychiatrische Sachverständige hatte eine erneute Therapie empfohlen, bei der engmaschigere Kontrollen möglich seien.

Obwohl bei einer Durchsuchung gefälschte Ausweispapiere für den 30-Jährigen gefunden worden seien, sieht das Gericht keine Anhaltspunkte für eine Flucht. Eine Fortdauer der Untersuchungshaft sei nicht verhältnismäßig. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. „Es fehlt am Fortbestehen eines Haftgrundes“, sagte der Vorsitzende.

Zwei Jahre und fünf Monate lautete das Urteil für eine 38 Jahre alte Angeklagte aus Achim. Bei ihr wurde ebenfalls die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Die sechsfache Mutter wurde wegen der unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige in einem Fall verurteilt sowie wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln und Beihilfe zur Beschaffung in nicht geringer Menge. So wie der 30-Jährige muss sie zudem mit dem Widerruf einer noch offenen Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und vier Monaten rechnen.

Als dritter Angeklagter wurde ein 32-Jähriger aus Achim wegen Besitz von Drogen und Beihilfe zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Diese Strafe wurde als Einzige zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann ist nicht vorbestraft und „sozial integriert“, hieß es in der Urteilsbegründung. Bei einer großen Durchsuchungsaktion am Tattag 4. Mai 2018 waren bei ihm 275 Gramm Kokain und 3000 Euro Bargeld gefunden worden. Im Rahmen der Bewährungsauflage muss er 3600 Euro zahlen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

wb

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