Bürgermeister-, Stadtrats- und Kreistagswahl

Kommunalwahlen in Achim: Drei Kreuze zu machen reicht nicht aus

Die drei Stimmzettel für den 12. September zeigt hier Claudia von Kiedrowski.
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Die drei Stimmzettel für den 12. September zeigt hier Claudia von Kiedrowski.

Achim – Drei Kreuze machen? Damit ist es am 12. September nicht getan. Alle Achimerinnen und Achimer ab 16 Jahren haben bei den Kommunalwahlen in knapp fünf Wochen die Chance, sieben Stimmen abzugeben. Die einfachste Übung ist, einen neuen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin zu wählen. Insgesamt vier Frauen und Männer bewerben sich um das Amt. Rainer Ditzfeld (parteilos), seit 2014 auf dem Posten, will wiedergewählt werden;

Cornelia Schneider-Pungs (SPD), CDU-Kandidatin Dr. Nadine Fischer und Marcel Dominic Bandowski (Freie Wähler) wollen ihm den Job im Rathaus streitig machen. Beim gelblich-ockerfarbenen Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl genügt es, ein Kreuz für die passende Person zu machen. Die oben genannte Reihenfolge der Bewerber darauf ist übrigens nicht zufällig. „Erst kommt der Amtsinhaber, dann entscheidet die Stärke der Fraktionen im Stadtrat über die Platzierung“, erläutert Claudia von Kiedrowski, stellvertretende Wahlleiterin der Stadt, auf Nachfrage.

Etwas komplizierter ist es mit dem ungleich größeren roten Stimmzettel. Auf dem sind die Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat aufgelistet. Wegen Achims Einwohnerzahl von mehr als 30.000 getrennt nach den Wahlbereichen Achim-West – von Bollen bis zur Kernstadt reichend – und Achim-Ost, was vor allem Uesen und Baden umfasst. Aber das braucht den Wahlberechtigten, der laut von Kiedrowski spätestens am 11. September 2005 geboren worden sein muss und am Wahltag seinen Wohnsitz wenigstens drei Monate in Achim gehabt haben muss, nicht weiter zu scheren. Denn auf den Wahlbenachrichtigungsschreiben, die in diesen Tagen nach ihren Angaben in den Haushalten landen müssten, steht der Wahlbereich drauf und vor allem auch das Wahllokal. „Wie schon seit Jahren bei Kommunalwahlen üblich, haben wir 34 Wahlbezirke – von Bollen bis Badenermoor“, informiert die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Insgesamt 93 Kandidatinnen und Kandidaten sind im Wahlamt des Rathauses registriert, 50 für den Wahlbereich West und 43 für Achim-Ost. „Da können jetzt auch keine mehr dazu kommen, die Bewerbungsfrist ist am 26. Juli abgelaufen.“

Anders als bei der Bürgermeisterwahl, für die übrigens das gleiche Datum galt, richtet sich die Reihenfolge der auf dem roten Stimmzettel aufgelisteten Parteien mit ihren jeweiligen Bewerbern nach den Kräfteverhältnissen im Kreistag, erklärt von Kiedrowski. Deshalb sind dort an erster Stelle die CDU-Kandidaten zu finden, danach kommen die von der SPD, den Grünen, AfD, FDP und Linke. Die Personalvorschläge der bisher weder im Kreistag noch im Stadtrat vertretenen Freien Wähler und der Wählergemeinschaft Achim komplettieren den Stimmzettel. Im Wahlbereich Ost stellt sich außerdem noch der Einzelbewerber Wolfgang Mindermann zur Wahl. Wer sich nicht schon vorher seine persönlichen Favoriten ausgeguckt hat und damit die Kreuze ziemlich fix an die richtige Stelle setzen kann, dürfte aufgrund der langen Namenslatte auf dem Papierbogen also vermutlich eher „die Qual der Wahl“ haben.

Bei der Wahl zum Stadtrat verfügt jeder Wähler, jede Wählerin über drei Stimmen. „Die können beliebig auf die Parteien beziehungsweise Gruppierungen sowie deren Kandidaten verteilt werden“, sagt Claudia von Kiedrowski.

So ist auch bei der Wahl für den Kreistag zu verfahren. Dafür bekommt der Stimmberechtigte einen grauen Zettel ausgehändigt.

Nicht jeder kann oder will am 12. September das für ihn bestimmte Wahllokal aufsuchen, aber dennoch von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Was selbstverständlich kein Problem ist. „Wer ein Wahlbenachrichtigungsschreiben vorliegen hat, kann schon Briefwahl beantragen – entweder online oder per Einwurf in den Briefkasten am Rathaus, aber bitte frankiert“, teilt von Kiedrowski mit. Vom 16. August an werde die Stadt die Briefwahlunterlagen verschicken, ab dem 23. August sei im Rathaus die Briefwahl möglich.

Wahlleiter Bernd Kettenburg, seine Stellvertreterin und das gesamte Organisationsteam werden in den kommenden Wochen alle Hände voll zu tun haben. Denn auch die Bundestagswahl am 26. September wirft längst ihre Schatten voraus. Ein Datum, das Claudia von Kiedrowski aber auch noch aus einem anderen Grund im Visier hat: „Wenn bei der Bürgermeisterwahl ein Kandidat nicht mindestens 50 Prozent der Stimmen erzielt hat, kommt es am 26. September zur Stichwahl zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten.“

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