Drei Dekaden kreatives Engagement

Kunstverein: Anspruchsvolles Programm vermittelt 30-jährige Geschichte

Präsentieren das Jubiläumsprogramm: Die Vorsitzende Marita Lingel, Stellvertreterin Heike Schulz, Bärbel van Weert-Frerick und Ingrid Klöpper (v.l.). Foto: Schmidt
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Präsentieren das Jubiläumsprogramm: Die Vorsitzende Marita Lingel, Stellvertreterin Heike Schulz, Bärbel van Weert-Frerick und Ingrid Klöpper (v.l.).

Achim - Von Ingo Schmidt. Am 22. Mai 1990 initiierte eine Handvoll kunstinteressierter und künstlerisch aktiver Achimerinnen und Achimer die Gründungsversammlung zur Einrichtung eines Kunstvereins. Damit legten sie vor knapp 30 Jahren den Grundstein für ein kreatives Forum in der Weserstadt: Mit Kunstschule, Ausstellungen, Auktionen, Vorträgen und Förderprojekten schufen die Gründungsmitglieder eine Plattform zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene. Der Kunstverein Achim (KVA) zählt knapp 150 Mitglieder. Mit Stolz blicken diese auf die zurückliegenden Jahrzehnte: „Wir sind heute ein kulturelles Herzstück der Stadt“, fasst Vorsitzende Marita Lingel die geleistete Arbeit zusammen.

Für das Jubiläumsjahr haben die Vereinsaktiven besondere Programmpunkte zusammengetragen, die sie nun in ihrem Flyer darstellen. Darin fordern sie auch zur Teilnahme auf. „Zum 30-jährigen Bestehen führen wir alles vor, was wir haben“, verspricht die Vorsitzende.

Ein Tag der offenen Tür bildet den zentralen feierlichen Festakt am Sonntag, 14. Juni. Unter dem Motto „Kunst für alle“ laden die Initiatoren in der Zeit von 11 bis 16.30 Uhr in die Räume der Kunstschule am Mittelweg 19 ein. Dort locken Mitmachangebote vom Wachsmodellieren oder Arbeiten mit Bronze bis hin zum offenen Malatelier. Speisen und Getränke stehen bereit, und Bernd Egger sorgt für musikalische Begleitung. Am Rande zeigt eine kleine Vernissage Ergebnisse aus kostenlosen Jubiläumskursen der Kunstschule.

Aber schon im März starten erste Angebote, die von Vorträgen, Kunstfahrten bis hin zu fünf besonderen Ausstellungen reichen. Einen Querschnitt ihrer Arbeiten präsentieren Lehrende unter dem Titel „Kunst vereint“ ab dem 22. März im Haus Hünenburg. Ab dem 26. April sind unter dem Titel „Raum für junge Kunst“ Objekte und Bilder von Künstlern zu sehen, die von Stipendien im Rahmen des Förderwettbewerbs profitiert hatten. Ausgewählte Vereinsmitglieder führen unter dem Begriff „Kunst vor Ort“ im Juli in ihr persönliches kreatives Spektrum und „Achimer Schätze“ zeigt Leihgaben von Bürgern, die Achimer Kunst erworben haben. „Wir möchten, dass die Käufer jeweils ein Statement dazu abliefern, was sie zum Erwerb des Kunstwerkes bewogen hatte“, beschreibt Bärbel van Weert-Frerick eine Besonderheit dieser Ausstellung. Den Abschluss markiert die Präsentation „Zeitgenössischer Kunst auf der Spur“ ab August im Haus Hünenburg mit Installationen, Skulpturen aber auch Malerei von Künstlern aus Achim und der näheren Umgebung. Das Programm liegt ab sofort an bekannten öffentlichen Stellen aus.

Nach vielen glücklichen, weniger leichten und mittelschweren Jahren erlebe der Verein nun schwere Zeiten, bilanziert die Vorsitzende Marita Lingel ein wenig wehmütig. Man habe am Mittelweg ein geeignetes Zuhause gefunden und darüber sei man glücklich. Die Mietkosten, die auf ein Minimum gedrückt werden konnten, übernimmt die Stadt Achim. „Allerdings befinden wir uns im zweiten Jahr eines Doppelhaushaltes und wissen nicht, was danach passiert“, sagt Stellvertreterin Heike Schulz.

Schon der Start im neuen Domizil sei schwierig gewesen: Der Landkreis habe eine neue Baugenehmigung gefordert und den Einbau einer barrierefreien Toilette verlangt. Nur dank einer Zuwendung durch die Bürgerstiftung Achim und der Initiative Aktion Mensch habe man annähernd die nötige Summe aufbringen können. Der laufende Betrieb werde mehr schlecht als recht über Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren finanziert, und ehrenamtlicher Einsatz halte die anfallenden Kosten gering. Schulz blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: „Wir haben in den zurückliegenden Jahren eine positive Entwicklung genommen und uns ein gewisses Renommee erarbeitet.“ Sorge bereite ihr allerdings die Nachwuchssituation: „Wir suchen dringend junge Menschen mit Spaß an der Kunst, die sich engagieren wollen.“

Weitere Informationen und Anmeldungen unter

www.kunstverein-achim.de

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