Bedenken: Kommt noch mehr?

Drei 166-Meter-Windtürme – nicht vor 2021

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Projektplaner Markus Birnkraut (stehend) informierte ausführlich und detailliert über die Windkraftanlagen-Vorhaben an der Kreisstraße zwischen Bollen und Uphusen.

Bollen – Gestrichen sind nach Verhandlungen mit der Stadt Achim zwei von ursprünglich fünf geplanten 166-Meter- Windtürmen – inklusive Rotorblätter – links und rechts der Kreisstraße zwischen Bollen und Uphusen. Damit wurden Bedenken von Anwohnern des Uphuser Ortsrands wegen des Schattenwurfs berücksichtigt.

Doch auch die verbliebenen drei Anlagen – jetzt nur noch westlich der Kreisstraße – seien wirtschaftlich zu betreiben, versicherte jetzt auf der Bollener Ortsausschusssitzung im „Dorfkrug“ Diplomingenieur Markus Birnkraut, technischer Projektmanager der Bremer Windkraftfirma WPD.

46,5 Millionen Kilowattstunden Strom könnten durch die neuen Anlagen jährlich gewonnen werden, was dem Durchschnittsverbrauch von 12 000 Haushalten entspreche, so Birnkraut. Über 31 Tonnen Kohlendioxid- und 24,5 Tonnen Stickoxidausstoß (Feinstaub) würden gleichzeitig pro Jahr klimafreundlich eingespart – und auch 23,3 Kilogramm Atommüll. Der Schallpegel steige gegenüber dem von älteren, kleineren Anlagen nicht an.

Errichtet werden moderne Fabrikate des Typs Vestas V 150. Diese Firma sei Weltmarktführer im Bereich Windenergieanlagen, berichtete der Ingenieur von der WPD. Diese wiederum bezeichnet sich als Marktführer im Bereich Planung von Windanlagen. 2 200 Mitarbeiter sind in der gesamten Firmengruppe tätig, und 52 Windparks hat WPD allein in Niedersachsen schon errichten lassen. Von Planen über Betrieb und Reparaturen bis hin zum Abbau reiche die Angebotspalette des Unternehmens, machte der Projektmanager deutlich.

Der Windpark Achim-Bollen ist als Erweiterung des Windparks Mahndorf zu verstehen. Deshalb spielen die vorgeschriebenen Mindestabstände zwischen zwei Windparks hier keine Rolle, erläuterte Birnkraut auf entsprechende Nachfrage des Ortsausschussmitglieds Wolfgang Heckel (WGA).

Immer gut besucht sind die Bollener Ortsausschusssitzungen. Zwischen der aktuellen im „Dorfkrug“ und der davor lagen aber auch drei Jahre Abstand.

Allerdings werde es vor Ende 2020 mit Sicherheit keine Windanlagenbaustelle im Bollener Bereich geben, ging Birnkraut auf die zeitliche Planung ein. Zunächst steht ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung an. Mit der Genehmigung des Vorhabens sei im ersten Quartal 2020 zu rechnen, und dann folge eine bundesweite Ausschreibung mit abschließender Entscheidung über den Zuschlag. Natur- und Artenschutzbelange werden ebenso geprüft wie zu erwartende Emissionen sowie Ausgleichsflächen für den Windanlagenbau.

Diese Flächen seien gesichert, teilte Birnkraut mit, und „konfliktträchtige Tierarten“ seien im Aufstellungsbereich der Türme nicht entdeckt worden. Andernfalls wären zum Beispiel Abschaltzeiten festzulegen, um Fledermäuse nicht in der Hauptflugzeit zu gefährden.

Vom Schattenwurf wäre die Ortschaft Bollen nicht betroffen. Sogar 900 statt der vorgeschriebenen 800 Meter Abstand zur Wohnbebauung würden eingehalten.

„Vielen Dank für die sehr gute und ausführliche Verkaufsveranstaltung“, kommentierte ein Besucher der Ortsausschusssitzung ironisch den Vortrag des Projektmanagers. Dessen Ankündigung, dass auch die Stadt Achim durch Gewerbesteuereinnahmen von den Anlagen profitieren werde, relativierte der stellvertretende Verwaltungschef Bernd Kettenburg. „Wenn anteilig 500 Euro hängen bleiben, wären wir schon zufrieden“. meinte er.

Bedenken betrafen vor allem die Frage, ob nicht doch in einigen Jahren ein anderer Investor weitere Windtürme auf den hierfür ausgewiesenen Flächen an der Kreisstraße bauen könnte. Dagegen sprächen die einträglichen und eindeutigen Pachtverträge zwischen Grundeignern und Windenergiegesellschaft, deutete Markus Birnkraut an. Kettenburg bezweifelte zudem, dass der Bau einzelner Anlagen auf freien Restflächen sich überhaupt rentiere. Völlig ausschließen lasse sich die zusätzliche Bestückung aber nicht, wenn der Landkreis irgendwann intensivere Windkraftproduktion im Raum Achim einfordere. Bisher stehen dafür außer in Bollen/Uphusen nur noch Flächen in Badenerholz zur Verfügung.

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