Investor plant Windkraftanlagen entlang der A 27 / Landkreis müsste Vorranggebiet ausweisen

Drehen sich bald Rotoren im Embser Bruch?

Auf dem Grünland nördlich der Gasverdichterstation in Embsen will eine Firma aus Osnabrück drei Windkraftanlagen errichten.
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Auf dem Grünland nördlich der Gasverdichterstation in Embsen will eine Firma aus Osnabrück drei Windkraftanlagen errichten.

Achim – Neue Windkraftanlagen sind zuletzt in Niedersachsen nur spärlich entstanden, wie unlängst zu lesen war. In Achim könnten aber bald welche hinzukommen. Ein Investor aus Osnabrück hat vor, Anlagen im Embser Bruch zu errichten. Allerdings ginge das nur, wenn der Landkreis das Grünland als Vorranggebiet für Windkraft ausweisen würde.

„Wir sind noch in der Vorplanung“, sagt Peter Kaehding von der Firma ENP Neue Energien GmbH in Osnabrück auf Nachfrage. Gespräche mit Eigentümern der Flächen westlich von Embsen und nördlich der Autobahn 27, aber auch auf der anderen Seite der Fernstraße hätten bereits stattgefunden. Südlich der A 27 werde es jedoch wohl keine Windräder geben, da habe die Stadt mit dem Projekt „Achim-West“ ja etwas anderes vor, weiß Kaehding inzwischen. Von den „40 Eigentümern“ der von ENP ins Auge gefassten Wiesen, Weiden und Äcker entlang der Autobahn hätten einige ihre Bereitschaft bekundet, Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energie zur Verfügung zu stellen.

Kaehding schwebt vor, ein Trio in den Embser Bruch zu setzen. Riesen, die nahezu endlos in den Himmel ragen? „Maximal 180 Meter hoch bis zur Rotorspitze“, sagt der Projektleiter. Die Masten müssten selbstverständlich den vorgeschriebenen Abstand zur Autobahn einhalten, „mindestens die Kipphöhe der Anlagen. Außerdem wäre in dem Gebiet eine Baubeschränkung wegen der Einflugschneise für den Bremer Flughafen zu beachten“.

Doch bevor ENP, das nach Angaben von Kaehding bisher Windkraftanlagen im Raum Osnabrück und in Rheinland-Pfalz betreibt, überhaupt konkret in die Planung einsteigt, muss das Unternehmen abwarten, was die Verwaltung und die Politik im Verdener Kreishaus zu dem Begehr sagen. „Der Landkreis will ja neue Vorranggebiete für Windkraft genehmigen“, sagt Kaehding. Im dicht besiedelten Achim käme dafür voraussichtlich nur das freie Gelände in Embsen in Betracht. Allerdings dürften auch keine Vögel von den Rotoren unverhältnismäßig beeinträchtigt werden. Um das zu untersuchen, habe der Landkreis Verden ein avifaunistisches Gutachten in Auftrag gegeben. Damit solle geklärt werden, ob in dem Gebiet heimische Vogelarten, wie etwa der Milan, durch den Betrieb der Anlagen gefährdet werden könnten. „Das Gutachten hat ein mittleres Konfliktpotenzial ergeben“, verrät Projektleiter Kaehding.

Volker Lück, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt beim Landkreis, mag das zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Das 2019 erstellte Gutachten für „neue Potenzialflächen“ von Ottersberg bis Dörverden bleibe vorerst unter Verschluss. Es solle im März und April zunächst den politischen Gremien des Kreistags zur Beratung vorgestellt werden, erläutert Lück auf Nachfrage. Anhand der Ergebnisse gelte es zu prüfen, ob und wo über die geplante zweite Änderung des regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) weitere Vorranggebiete geschaffen werden sollen.

Der Landkreis reagiert damit auf ein Gerichtsurteil. Nach der Klage eines Bremer Investors, der sechs Windparks außerhalb der durch das RROP festgelegten Vorranggebiete für Windenergienutzung errichten wollte und dafür bereits langfristige Nutzungsverträge mit Grundstückseigentümern geschlossen hatte, entschied das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gegen das Windenergiekonzept des Landkreises Verden, das Bestandteil des RROP von 2016 ist.

Von Michael Mix

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