DLRG-Ortsgruppe Achim kann Wachstation am Streek nicht mehr besetzen

Badegäste auf sich gestellt

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Timo Müller (l.), erster Vorsitzender des DLRG Achim und der Ortsjugendvorsitzende Carsten Baucke wissen nicht, wie es der Verein derzeit schaffen soll, die Badeaufsicht am Streek weiter zu gewährleisten.

Achim - Von Bernd Hägermann. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist für viele erfreulich. Wenige Wolken am Himmel und Julihitze. Die Menschen, jung wie alt, wird es ans Wasser ziehen – in Freibäder, ans Meer oder an Flussläufe. Doch der Badespaß birgt auch Gefahren. Das belegen die Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Eine der Aufgaben der Lebensretter besteht darin, die Risiken am und im Wasser zu minimieren. Dennoch waren deren Mitglieder im Vorjahr bundesweit 773 Mal im Rettungseinsatz gewesen.

Nicht allen Menschen konnte dabei geholfen werden: „2014“, sagt Timo Müller, seit diesem Jahr erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe und davor sieben Jahre lang ihr Vize, „war der Anteil älterer Menschen, die in Lebensnot gerieten, exorbitant hoch.“ Die Gründe kann Müller nur vermuten: „Leichtsinn, Selbstüberschätzung, vielleicht auch Imponiergehabe.“ Ebenfalls keine gute Idee ist es, vor dem Gang oder dem Sprung ins Wasser Alkohol zu trinken. Und wer ein ungetrübtes Badevergnügen erleben möchte, sollte sich laut Müller immer mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen.

Das gilt auch für das Baden am Streek, dem Weser-Sandstrand direkt gegenüber den Badener Bergen. Dort steht zwar die Wachstation der DLRG-Ortsgruppe Achim, doch besetzt ist sie kaum noch: „Wir sind personell einfach nicht mehr in der Lage, eine adäquate Wachmannschaft zusammenzustellen“, sagt Müller.

Das war früher anders. Damals schwammen und badeten in diesem Weserabschnitt täglich bis zu 500 Menschen in der Weser, heute nach Einschätzung von Timo Müller nicht mehr als ein Dutzend. Müller und seinen Kollegen bleibt nur, an die Vernunft der Leute zu appellieren.

Die Achimer DLRG-Ortsgruppe hat knapp 150 Mitglieder. Das klingt solide, aber: „Davon sind nur zehn aktive Rettungsschwimmer“, weiß Timo Müller, der für die Zukunft auf die Qualität der aktuellen Jugendgruppe hofft. Deren Vorsitzender ist Carsten Baucke. Er kam vor rund sieben Jahren zur DLRG. Der 34-jährige Timo Müller ist schon seit 1991 dabei. Baucke, Müller und andere eint die Freude an ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Geld zu verdienen gibt es in der DLRG-Ortsgruppe nicht. Aber die Arbeit kann erfüllend sein.

So wie jüngst, als zehn Kindern von Migranten mit finanzieller Unterstützung der Kühn-Stiftung das Schwimmen beigebracht werden sollte. Dafür standen zehn einstündige Lektionen auf dem Programm. Nicht bei allen Kinder waren die Bemühungen ganz erfolgreich. Immerhin konnte allen „eine Grundbefähigung“ vermittelt werden. Überhaupt sind die Schwimmkurse der DLRG-Ortsgruppe sehr beliebt.

Und wie sind in Achim die Voraussetzungen für die Schwimmausbildung? Timo Müller antwortet, ohne zu zögern: „Traumhaft.“ Die Fachleute der DLRG empfehlen, Kindern schon ab dem vierten Lebensjahr das Schwimmen beizubringen.

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