Projekt der Gesellschaft A2O ohne Mehrheit

Digitale Mobilitätssäulen für Verkehrswende

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Auf dem Achimer Baumplatz gibt es immerhin schon eine Station für Car-Sharing und eine Ladesäule.

Achim - Mobil zu sein, ist für Menschen und eine funktionierende Wirtschaft wichtig. Doch der motorisierte Individualverkehr verstopft Städte und Autobahnen, ist mit Abgasen und Lärm klima- und gesundheitsschädlich. Dazu zerstört die infolge des Straßenbaus zunehmende Versiegelung der Landschaft mehr und mehr die Umwelt, verdrängt Pflanzen und Tiere und schmälert letztlich die Lebensqualität der Verursacher. Eine Verkehrswende muss her, hat sich nun auch die von der Stadt Achim und den Gemeinden Ottersberg und Oyten getragene Gesellschaft A2O auf die Fahnen geschrieben.

Der hiesige Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr befasste sich am Dienstag mit neuen Mobilitätslösungen für die Region. Den von der Stadtverwaltung formulierten Beschlussvorschlag, im Auftrag der A2O bereitstehende Landesmittel „zur Stärkung von Zukunftsräumen in Niedersachsen“ zu beantragen, lehnte die Mehrheit von CDU, FDP und WGA im Ausschuss allerdings ab.

Das Konzept, das Stefanie Schleef, bei der Achimer Verwaltung für die Wirtschafts- und Standortförderung zuständig, in der Sitzung vorgetragen hatte, erschien jedoch auch anderen Fraktionen als zum Teil nicht konkret genug. Von der Referentin zum Beispiel immer wieder angeführte Mobility Hubs, wo einfach verschiedene Fortbewegungsmittel gewechselt werden können, erachtete manch einer im Saal als allzu ferne Zukunftsmusik.

Der Fokus des Projekts liegt laut Schleef auf der E-Mobilität, im Besonderen auf dem Fahrrad, das eine Renaissance erlebe. Gleichzeitig werde der Wunsch nach einem „sozialen Leben“ wieder größer. Auch dem wolle die A2O Rechnung tragen.

Zunächst seien digitale Mobilitätssäulen mit multimodalen Angeboten geplant. Diese Mobility Hubs sollen eine Grundversorgung mit Strom, Luft und Wasser sicherstellen, zudem könne der Bürger auf eine digitale Plattform mit allen Informationen über die A2O-Region zugreifen, erläuterte Schleef.

Die Mobilitätssäulen sollen „an ausgesuchten Standorten so ausgebaut werden, dass sie neue soziale Begegnungsräume mit Aufenthaltsqualität bieten“. Und regionale Erzeuger könnten dort auch ihre saisonal frischen Produkte an den Verbraucher bringen.

Das Kosten für das Projekt betragen 200 000 Euro. Davon würde das Land Niedersachsen 120 000 Euro und die A2O die restlichen 80 000 Euro übernehmen.

Karl-Heinz Lichter (CDU) lehnte es ab, „mal wieder auf einen Fördertopf zu springen, um Geld zu bekommen“. Zumal es um Vorhaben gehe, „die für mich nicht greifbar sind“. Auch wenn die Stadt zunächst mal nichts zahlen müsse, „käme doch auf lange Sicht eine Kostenbelastung auf die Kommune zu“, meinte Fraktionskollege Volker Wrede.

Er und die SPD seien grundsätzlich dafür, sagte Fraktionschef Herfried Meyer. „Aber das Konzept ist fünf Schritte zu weit in die Zukunft gerichtet.“ Zunächst gelte es, „Basisaufgaben“ zu erledigen. So gebe es bis heute keine abschließbare Anlage für Fahrräder am Achimer Bahnhof. Meyer hielt es auch für „vordringlich, eine Buslinie entlang von Gewerbegebieten in der Region zu entwickeln“.

Annameta Rippich (CDU) legte nach. Sie forderte, „erstmal vernünftige Radwege zwischen Achim, Oyten und Ottersberg zu schaffen“.

Peter Bartram (Grüne) begrüßte das Konzept. „Wir müssen Visionen haben, um aus dem Schlamassel in Sachen Klima und Umwelt herauszukommen“, sagte er.

Zum Schluss der Debatte machte sich nochmal Stefanie Schleef für das Projekt stark: „Es gibt wahnsinnig interessante Entwicklungen auf dem Feld der Mobilität in Deutschland. Ich möchte nicht, dass wir Chancen verpassen.“

Doch am Ende stimmten nur die insgesamt vier Vertreter von Rot-Grün dafür, den Antrag zu stellen. Zu wenig gegen die fünf Stimmen des bürgerlichen Blocks.

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