In Baden waren’s Kosmetika / 300 Euro Strafe

Diebstähle begleiten seinen Weg in der Fremde

Achim - Er habe große Probleme in der Heimat gehabt und deshalb 2014 fliehen müssen, ließ der 31-jährige Angeklagte über die Dolmetscherin im Gerichtssaal mitteilen. Zur Art der Probleme wollte der aus der georgischen Hauptstadt Tiflis stammende Mann sich auf weitere Nachfrage des Richters nicht äußern.

Er wurde des gemeinschaftlichen Diebstahls beschuldigt, sitzt seit November vorigen Jahres in Untersuchungshaft mehrere Geldstrafen wegen anderer Diebstahlsdelikte ab und wurde jetzt in Handschellen zur Achimer Verhandlung geführt. Sein Asylverfahren läuft noch.

Es ging in diesem Fall um Vorkommnisse vom späten Nachmittag des 12. August vorigen Jahres im Badener Edeka-Markt im Lahof-Gebiet.

Nicht der Angeklagte, sondern ein anderer, bisher nicht identifizierter Mann hatte damals in der Kosmetikabteilung Cremes und andere Artikel vom Regal geräumt. Er versteckte die Waren im Wert von über 300 Euro in einer Tüte unter einem großen Toilettenpapierpaket im Einkaufswagen.

Dann telefonierte er kurz, und wenig später betrat der 31-Jährige den Markt. Er übernahm den gefüllten Wagen und versuchte, diesen durch eine Lücke zwischen Kassenbereich und Gemüseabteilung ohne Bezahlung nach draußen zu bugsieren.

Dieses Geschehen schilderte der 51-jährige Geschäftsleitungs-Assistent des Marktes als Zeuge dem Gericht. Zusammen mit seinem Sohn hatte er alles unauffällig beobachtet.

Der Transporteur des Diebesgutes wurde dann im Eingangsbereich angesprochen und ins Büro gebeten. Auf dem Weg dorthin habe der Mann mehrmals versucht, wieder nach draußen zu entwischen und auch einen Rechtsanwalt verlangt, berichtete der leitende Markt-Mitarbeiter.

Die Polizei wurde alarmiert und der Verdächtige ihr übergeben. Dem Dieb selber gelang es, sich unauffälig aus dem Staube zu machen. Videoaufnahmen vom Geschehen gibt es nicht, da nach Auskunft des 51-Jährigen damals gerade das Kamerasystem im Supermarkt ausgetauscht wurde.

Der Verteidiger forderte Freispruch für seinen Mandanten. Es sei nicht erwiesen. ob der Dieb damals wirklich mit dem 31-Jährigen und keinem anderen telefoniert habe. Zudem habe der Nagklagte vielleicht beim Übernehmen des Einkaufswagens nicht wissen können, dass die Tüte darin unbezahltes Diebesgut enthielt.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah hingegen den angeklagten Sachverhalt als nachgewiesen an. Sie verwies zudem auf die einschlägigen Vorbelastungen des Angeklagten und plädierte für eine Geldstrafe von 500 Euro.

300 Euro wurden es dann. Auch Richter Andreas Minge ging davon aus, dass sich beide Beteiligten zu ihrer Tat vorher verabredet hatten. Gemeinschaftlicher Diebstahl liege hier aber nicht vor, da der eigentliche Diebstahl schon vollendet gewesen sei, als der Angeklagte den Wagen übernahm. Der 31-Jährige wurde daher nur wegen Beihilfe zum Diebstahl zur Strafe in der genannten Höhe verurteilt. 

la

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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