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Die Wegbegleiterin: Johanna Sato bietet tiergestützte Persönlichkeitsentwicklung an

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Von: Dennis Bartz

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Johanna Sato bekommt bei der Begleitung Unterstützung von Hündin Linda.
Johanna Sato bekommt bei der Begleitung Unterstützung von Hündin Linda. Rechts: Johanna Sato bei ihrer Arbeit im Tierheim. © Bartz/Privat

Achim – „Wenn es im Mensch-Hund-Team kriselt, ist das häufig keine Frage mangelnder Erziehung“, sagt Johanna Sato. Die 33-Jährige unterstützt Tierhalterinnen und Tierhalter dabei, herauszufinden, woran es im Zusammenleben wirklich hakt und was das Verhalten des Tieres auslöst.

„Ich biete Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt die gebürtige Osnabrückerin, die seit Kurzem von Achim aus „Wegbegleitung für Menschen mit Hund“ in der Region anbietet. Johanna Sato bietet ihre Expertise in Online-Kursen, Webinaren, per Zoom und in Präsenz an.

In Reflexionsgesprächen, gemeinsamen Spaziergängen und sogenannten Social Walks in kleinen Gruppen analysiert die Expertin, warum es immer wieder zu Situationen kommt, in denen sich Hundebesitzer im Alltag gestresst, unsicher, traurig oder frustriert fühlen.

Johanna Sato ist es dabei wichtig, sich abzugrenzen: „Ich bin keine Hundetrainerin und arbeite nicht mit Klickertraining, um einen Hund zu konditionieren“, stellt sie klar. Stattdessen stehe für sie die Arbeit mit dem Menschen im Vordergrund.

In den vergangenen 13 Jahren, in denen sich Johanna Sato ehrenamtlich im Auslandstierschutz engagiert und dabei das Verhalten von Hunden erforscht hat, hat sie eine eigene Methode entwickelt: die tiergestützte Persönlichkeitsentwicklung. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept: „Ich helfe Hundebesitzern, sich nicht mehr so hilflos zu fühlen“, betont Johanna Sato. Dabei hat sie tierische Unterstützung durch Linda, eine vier Jahre alte Corgi-Jack-Russel-Hündin, die derzeit eine Ausbildung zum Therapiehund macht.

Zwei Monate im Jahr verbringt Johanna Sato in Sardinien und Spanien, wo sie in Tierheimen arbeitet. Sie verbringt dort viel Zeit mit den Hunden und lernt diese kennen, um den Charakter der Tiere professionell einordnen zu können. „Das hilft mir dabei, für den Hund die optimale Gruppe zu finden“, erklärt sie. Besonders viel Aufmerksamkeit schenkt sie Hunden, die durch aggressives, ängstliches oder anderes Verhalten aufgefallen sind. „Es sind meist Hunde, die deshalb kaum eine Chance darauf hatten, jemals vermitteln zu werden“, erklärt Sato, für die diese Arbeit eine Herzensangelegenheit ist.

Anhand ihrer Beobachtungen erstellt sie Profile der Hunde und hilft so dabei, dass diese in die richtigen Hände vermittelt werden. Johanna Sato weiß aus langjähriger Erfahrung, dass Hunde aus dem Auslandstierschutz oft ihre eigenen Themen mitbringen und deshalb nicht für unerfahrene Menschen geeignet sind. „Da ist viel Aufklärungsarbeit nötig“, betont sie.

Ihr Wissen bringt sie auch bei ihren Begleitungen ein, die auf drei Bereiche aufbauen: Körper, Geist und Seele. So zeigt Johanna Sato den Hundebesitzern Wege auf, die es ihnen erleichtern, die Körpersprache ihres Tieres richtig zu deuten, eigene Gefühle zu reflektieren und auf Wunsch durch Meditation entspannter im Alltag zu werden. „Viele meiner Klientinnen und Klienten berichten nach der Begleitung davon, dass es ihnen besonders gutgetan hat, zum ersten Mal wirklich gehört und gesehen zu werden. Sie empfinden in Hundeschulen und in der Öffentlichkeit oft einen großen Druck, wenn ihr Hund mit anderen verglichen wird. Dabei kommen schnell Zweifel auf, ob sie eine gute Hundehalterin oder ein guter Hundehalter sind und fragen sich, ob es ihrem Tier überhaupt gut bei ihnen geht.“

Um eine Antwort darauf zu finden, sei es wichtig, sich mit der Körpersprache des Hundes zu beschäftigen und falsche Interpretationen auszuschließen. „Häufig spiegelt der Hund nämlich nur die Gefühle, die tatsächlich den Menschen beschäftigen. Selbstreflexion ist deshalb ein wichtiges Thema während der Begleitung“, sagt Johanna Sato, die erklärt: „Wenn ein Hund auffälliges Verhalten zeigt, so kann das durch die unterdrückte Aggression seines Besitzers ausgelöst werden.“

Sie hat in ihren Begleitungen oft beobachtet, dass sich auch Nervosität des Besitzers auf sein Tier überträgt. „Hund bringen uns oft unsere eigenen Thematiken näher, wenn wir offen dafür sind, genau hinzuschauen. Auf diesem Weg begleite ich meine Klienten“, erklärt Johanna Sato.

Sie zeigt Wege auf, ein entspanntes und vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen. Die eigene Achtsamkeit spiele dabei eine große Rolle: „Meditationsreisen, progressive Muskelentspannung und Energiearbeit können ein geeignetes Mittel sein“, ergänzt Johanna Sato. Um dieses Angebot auszubauen, sucht sie derzeit nach einem geeigneten Meditationsraum.

In einem Anamnesegespräch, das bis zu 90 Minuten dauern kann, spricht sie mit den Klienten zunächst über die Themen, die sie gerade bewegen, und erarbeitet Wege, um an diesen gemeinsam zu arbeiten. Auch diejenigen, die sich einen Hund ins Haus holen wollen, können sich bei ihr melden: „Ich berate beispielsweise Menschen, die über einen Hund aus dem Auslandstierschutz nachdenken.“

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit, den sie in Zukunft weiter ausbauen will, ist die Trauerarbeit und Sterbebegleitung. „Mit meiner Therapie Hündin in Ausbildung Linda unterstütze ich Menschen, die sich gerade in akuten Trauerphasen befinden“, berichtet Johanna Sato.

Sie hat außerdem ein offenes Ohr für Hundehalter, die sich akut überfordert fühlen und deshalb mit dem Gedanken spielen, ihr Tier abzugeben. „Leider werden diese Menschen oft verurteilt. Dabei ist es in manchen Situationen nicht nur das Beste für den Halter, sondern auch das Beste für den Hund, ein neues zu Hause zu finden.“ Im Gespräch findet sie heraus, wie es dazu kommen konnte, und hilft dabei, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Weitere Informationen über die Arbeit von Johanna Sato finden Interessierte auf der Internetseite www.johanna-sato.de.

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